Me­tall Zug ge­wohnt so­lid

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Mit ei­nem Ge­winn­sprung um fast 50% auf 84,9 Mio. Fr. hat Me­tall Zug auf den ers­ten Blick ein Glanz­re­sul­tat ge­lie­fert. Al­ler­dings ste­hen hin­ter dem star­ken An­stieg vor al­lem Son­der­fak­to­ren.

So konn­te aus ei­nem Im­mo­bi­li­en­ver­kauf ein Ge­winn von 5,1 Mio. Fr. ver­bucht wer­den, und das Fi­nanz­er­geb­nis hat von –8,2 auf +10,3 Mio. Fr. ge­dreht. Dar­in ent­hal­ten sind die Wert­schrif­ten­ge­win­ne, die nach knapp 2 Mio. Fr. im Vor­jahr 11 Mio. Fr. ein­brach­ten. Me­tall Zug ist be­kannt da­für, dass die ho­he Net­to­li­qui­di­tät von über 500 Mio. Fr. teils in Wert­schrif­ten in­ves­tiert wird.

Doch auch zwei der drei Spar­ten ha­ben sich güns­tig ent­wi­ckelt. Die gröss­te Ge­schäfts­ein­heit, Haus­hal­tap­pa­ra­te ( V-Zug), lie­fer­te er­neut sehr gu­te Zah­len. Der Um­satz stieg 3% auf 599 Mio. Fr., die Be­triebs­mar­ge ver­bes­ser­te sich von 12,2 auf 13,1%, un­ter an­de­rem dank Ef­fi­zi­enz­ge­win­nen und nied­ri­ge­ren Roh­ma­te­ri­al­kos­ten. Auch die Spar­te Wi­re Pro­ces­sing mel­de­te ein et­was hö­he­res Re­sul­tat (vgl. Ta­bel­le).

Die Toch­ter Beli­med da­ge­gen kann un­ter dem Strich noch kaum Fort­schrit­te mel­den: Der Be­triebs­ver­lust wur­de zwar von 12,9 auf 6,3 Mio. Fr. hal­biert. Doch dar­in ist der er­wähn­te Im­mo­bi­li­en­ge­winn (5,1 Mio. Fr.) ent­hal­ten. Oh­ne ihn ist der Be­triebs­ver­lust bloss 1,5 Mio. Fr. ge­sun­ken.

CEO Jürg Wer­ner be­grün­det den ge­rin­gen Fort­schritt mit Dop­pel­be­set­zun­gen von Stel­len im Zug der Pro­duk­ti­ons­ver­la­ge­rung nach Slo­we­ni­en so­wie mit ho­hen Ent­wick­lungs­kos­ten und dem Aus­bau der Markt­be­ar­bei­tung in den USA. Beli­med hat letz­tes Jahr ein Werk in Slo­we­ni­en in Be­trieb ge­nom­men

Ge­mäss Prä­si­dent Heinz Bu­ho­fer wer­de am Tur­naround «sehr pro­fes­sio­nell und kon­sis­tent ge­ar­bei­tet». Doch es sei­en neue Her­aus­for­de­run­gen hin­zu­ge­kom­men, die sich nicht im­mer durch «schnel­le, har­te Mass­nah­men lö­sen» lies­sen, er­klär­te er. Da­mit deu­tet er an, dass der künf­ti­ge Er­folg Beli­meds nicht nur mit nied­ri­gen Kos­ten und ef­fi­zi­en­ter Fer­ti­gung be­wäl­tigt wer­den kann.

Die Krux von Beli­med ist, dass sie mit der ame­ri­ka­ni­schen Ste­ris und der schwe­di­schen Ge­tin­ge star­ke Kon­kur­ren­ten hat. Im­mer­hin stellt Jürg Wer­ner für 2017 ei­ne schwar­ze Null in Aus­sicht.

Grup­pen­weit er­war­tet Me­tall Zug 2017 ein Be­triebs­er­geb­nis auf Vor­jah­res­hö­he. Das scheint vor­sich­tig, denn al­lein durch Beli­meds Ver­bes­se­run­gen dürf­te der Be­triebs­ge­winn 6 Mio. Fr. stei­gen. Auch das Fi­nanz­er­geb­nis scheint noch nicht aus­ge­reizt (vgl. 2014).

Ent­spre­chend könn­te der Ge­winn pro Ak­tie von 191 auf 210 Fr. stei­gen, wo­mit die Ti­tel mit ei­nem Kurs-Ge­win­nVer­hält­nis von 19 be­wer­tet sind. Das ist im his­to­ri­schen Ver­gleich hoch, doch vie­le In­dus­trie­wer­te wei­sen der­zeit ein KGV von 20 auf. Die Ge­sun­dung von Beli­med in den nächs­ten Jah­ren birgt zu­dem Ge­winn­stei­ge­rungs­po­ten­zi­al, oh­ne dass Wachs­tum nö­tig wä­re. Des­halb gilt: Die Ak­ti­en Me­tall Zug blei­ben zu­min­dest hal­tens­wert.

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