Un­si­cher­heit stützt Gold

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - AND­REW PORTMANN KUNO ROH­NER

Das gel­be Me­tall ist wie­der ver­mehrt als si­che­re An­la­ge ge­sucht.

Seit der Zins­er­hö­hung durch die US-No­ten­bank (Fed) ist Gold wie­der im Auf­wind. Ver­gan­ge­ne Wo­che si­gna­li­sier­te Fed-Che­fin Janet Yel­len, trotz gu­ter Kon­junk­tur­da­ten an ih­rem bis­he­ri­gen Zins­pfad fest­zu­hal­ten und ei­ne hö­he­re In­fla­ti­on in Kauf zu neh­men. Vor der Fed-Sit­zung hat­te die Er­war­tung hö­he­rer Zin­sen zu ei­ner leich­ten Kon­so­li­die­rung am Gold­markt ge­führt.

Die­se Wo­che war Gold zu­dem wie­der ver­mehrt als si­che­re An­la­ge ge­sucht. Ri­si­ko­aver­se In­ves­to­ren re­du­zier­ten am Mitt­woch ih­re Ak­ti­en­po­si­tio­nen, als Zwei­fel auf­ka­men, ob und wie schnell die wirt­schafts­po­li­ti­schen Mass­nah­men der neu­en US-Re­gie­rung um­ge­setzt wer­den kön­nen. Der Gold­preis er­höh­te sich in die­sem Um­feld und no­tier­te zwi­schen­zeit­lich über 1250 $ je Un­ze. Der Be­stand der Gold­fonds (Ex­ch­an­ge Tra­ded Funds, ETF) stieg eben­falls und be­stä­tig­te das Bild wach­sen­den­der Si­cher­heits­be­dürf­nis­se der In­ves­to­ren.

So­wohl aus markt­öko­no­mi­scher als auch aus tech­ni­scher Sicht ist die Un­ter­stüt­zung für die Edel­me­tall­prei­se der­zeit so­li­de. Der zu­rück­hal­ten­de Aus­blick des Fed führt an­ge­sichts der an­zie­hen­den Teue­rung zu ne­ga­ti­ven in­fla­ti­ons­be­rei­nig­ten Zin­sen und stützt da­mit den Gold­preis. Das welt­weit re­la­tiv ro­bus­te Wirt­schafts­wachs­tum weist auf wei­te­re in­fla­tio­nä­re Ten­den­zen hin. Ein po­si­ti­ves Si­gnal sen­den auch die wie­der er­stark­ten Prei­se für Roh­stoff­wa­ren. Aus­ser­dem dient das gel­be Me­tall als Ab­si­che­rung ge­gen all­fäl­li­ge Wäh­rungs­tur­bu­len­zen und die wach­sen­de Un­si­cher­heit an­ge­sichts der an­ste­hen­den Wah­len in Eu­ro­pa und dem zu­neh­men­den Pro­tek­tio­nis­mus.

Die tech­ni­schen In­di­ka­to­ren wei­sen ak­tu­ell star­ke Wi­der­stän­de nach un­ten auf, was mit dem Kauf­in­ter­es­se bei be­reits leich­ten Preis­kor­rek­tu­ren in Ein­klang steht. Als Fol­ge der teil­wei­se di­ver­gie­ren­den Markt­fak­to­ren dürf­te der Gold­preis wei­ter­hin zwi­schen 1200 und 1300 $ je Un­ze no­tie­ren. Ein Schei­tern von US-Prä­si­dent Do­nald Trumps Vor­schlä­gen im Par­la­ment könn­te die Preis­er­war­tun­gen je­doch schnell nach oben ver­schie­ben.

Die Ak­ti­en­kur­se der Gold­mi­nen ha­ben sich nach ei­nem po­si­ti­ven Start ins Jahr im März seit­wärts ent­wi­ckelt. Leicht hö­he­re Pro­duk­ti­ons­kos­ten und der tie­fe­re Gold­preis hat­ten im vier­ten Quar­tal 2016 die Ge­win­ne be­las­tet. Im lau­fen­den Quar­tal dürf­ten sich die Ge­schäfts­zah­len je­doch wie­der ver­bes­sert ha­ben. Wo­bei nicht al­le Mi­n­en­ge­sell­schaf­ten gleich vom hö­he­ren Edel­me­tall­preis pro­fi­tie­ren. Der Gold­ab­bau in Pe­ru zum Bei­spiel ist der­zeit we­gen schwe­rem Nie­der­schlag ein­ge­schränkt. In Me­xi­ko da­ge­gen pro­fi­tie­ren die Mi­nen­be­trei­ber vom tie­fen Pe­soDol­lar Wech­sel­kurs und so­mit von tie­fe­ren Pro­duk­ti­ons­kos­ten. Zu­dem ist die Fi­nan­zie­rung von Ex­plo­ra­ti­ons­pro­jek­ten wie­der ein­fa­cher ge­wor­den. Di­ver­se klei­ne Un­ter­neh­men er­hiel­ten in den letz­ten Wo­chen die nö­ti­gen Gel­der, um in Kür­ze mit den Boh­run­gen zu be­gin­nen. Die Be­wer­tun­gen der Ex­plo­ra­ti­ons­un­ter­neh­men lie­gen der­zeit aber noch im­mer 20% tie­fer als im Vor­jahr. Der­zeit wer­den die Gold­re­ser­ven im Bo­den im Schnitt mit 55 $ je Un­ze be­wer­tet. Bei den dar­ge­leg­ten Rah­men­be­din­gun­gen sind die Aus­sich­ten für die Gold­mi­nen so­mit gut, da wir wei­ter­hin mit in­tak­ten Mar­gen und po­si­ti­ven Cash­flows rech­nen.

Ein star­ker Kurs­an­stieg ist in die­sem Markt­um­feld aber un­wahr­schein­lich. In ei­nem sol­chen Sze­na­rio sieht ei­ne Over­lay-Stra­te­gie mit ge­schrie­be­nen Op­tio­nen zur Er­zie­lung ei­nes zu­sätz­li­chen Er­trags at­trak­tiv aus.

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