Wenn die Zin­sen stei­gen

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - MA­XI­ME PERRIN,

Wie­der ein­mal stellt das ak­tu­el­le Um­feld die Fi­nanz­märk­te vor ein Pa­ra­do­xon. Das En­de des acht­jäh­ri­gen Bul­len­mark­tes bei An­lei­hen war ei­ne Qu­el­le vie­ler Spe­ku­la­tio­nen und Sor­gen. Noch aber schei­nen die Ak­ti­en­märk­te die Tat­sa­che zu igno­rie­ren, dass die An­lei­hen­ren­di­ten jetzt schliess­lich stei­gen. So wur­den die ho­hen Ak­ti­en­be­wer­tun­gen (vor al­lem in den USA) teils mit den nied­ri­gen Zin­sen be­grün­det – die die Ri­si­ko­prä­mie kon­ser­vier­ten. Doch der star­ke Ren­di­te­an­stieg für zehn­jäh­ri­ge Tre­a­su­ries hat die Ak­ti­en­märk­te nicht ins Wan­ken ge­bracht.

Ent­schei­den­de Aspek­te wer­den in die­sem Jahr des­halb der Ein­fluss der US-Po­li­tik auf Wachs­tum und In­fla­ti­on so­wie die Re­ak­ti­on der US-No­ten­bank (Fed) sein. Das Fed hat je­den­falls schon sei­ne Be­reit­schaft zu Leit­zins­er­hö­hun­gen si­gna­li­siert, falls sie zum Aus­gleich der von Trump pro­pa­gier­ten fis­ka­li­schen Ex­pan­si­on not­wen­dig wer­den soll­ten.

Da die Chan­cen auf hö­he­re Zin­sen stei­gen, ach­ten Ana­lys­ten und In­ves­to­ren nun ge­nau­er auf die da­mit zu­sam­men­hän­gen­den Ri­si­ken und Ge­le­gen­hei­ten. Die BofAML-Stu­die «With ra­tes on the ri­se, con­sider con­verts» be­stä­tigt ein­mal mehr das Ver­hal­ten von Wandelanleihen in Zei­ten sich ver­än­dern­der Leit­zin­sen. Über die ver­gan­ge­nen 25 Jah­re un­ter­such­te die Stu­die Pe­ri­oden, in de­nen die Ren­di­te fünf­jäh­ri­ger Ti­tel in kur­zer Zeit um min­des­tens 50 Ba­sis­punk­te stieg, und ver­glich die Wert­ent­wick­lung von Wandelanleihen mit der von Ak­ti­en- und An­lei­hen. Er­geb­nis: Wenn die Zin­sen stei­gen, kor­re­lie­ren Wand­ler sehr stark mit Ak­ti­en, mo­de­rat mit Hoch­zins­an­lei­hen und we­ni­ger stark oder ne­ga­tiv mit An­lei­hen in An­la­ge­qua­li­tät. Tref­fen ei­ne star­ke Ak­ti­en­per­for­mance und stei­gen­de Zin­sen zu­sam­men, kön­nen die Ver­lus­te auf der Kre­dit­sei­te mehr als kom­pen­siert wer­den.

Welt­weit ka­men im Fe­bru­ar 17 neue Wand­ler über 6,3 Mrd. $ auf den Markt, 4 Mrd. $ aus den USA, Eu­ro­pa steu­er­te 1,6 Mrd. bei. Der US-Halb­lei­ter­her­stel­ler Mi­cro­chip Tech plat­zier­te 1,8 Mrd. $, Deut­sche Woh­nen 850 Mio. $. Seit Jah­res­be­ginn wur­den an Wand­lern 12,5 Mrd. $ be­ge­ben, nach 10 Mrd. im Vor­jahr. An­ders als 2016 do­mi­nier­ten in den ers­ten bei­den Mo­na­ten dies­mal die US-Emit­ten­ten.

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