Angst vor ei­ner Kor­rek­tur

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - SENER ARSLAN,

Die Be­sorg­nis wächst, die meis­ten Ak­ti­en­märk­te ten­die­ren leich­ter.

Po­li­ti­sche Un­ru­hen und Un­stim­mig­keit über die USGe­sund­heits­re­form ha­ben in der ab­ge­lau­fe­nen Wo­che für die ers­te grös­se­re Kor­rek­tur der US-Ak­ti­en ge­sorgt. Der S&P 500 sank um mehr als 1%. Die Vo­la­ti­li­tät der US-Ak­ti­en, ge­mes­sen am VIX, ist im Wo­chen­ver­lauf um 14% ge­stie­gen, ob­wohl man bei 12,88 his­to­risch im­mer noch von ei­nem sehr tie­fen Wert spre­chen kann.

Der CBOE Skew In­dex, der den Un­ter­schied zwi­schen den Kos­ten für Ab­si­che­rung ge­gen ei­nen star­ken Markt­rück­gang und den Kos­ten für den Kauf des Rechts an der Par­ti­zi­pa­ti­on an ei­nem star­ken Kurs­an­stieg zeigt, ist die­se Wo­che von 150 auf 132 ge­fal­len. 132 ist nach wie vor ein ho­her Wert, da der Durch­schnitt et­wa bei 115 liegt. In­dem der Skew die An­zahl weit aus dem Geld lie­gen­der Pu­tOp­tio­nen misst, ist er ein Grad­mes­ser für Ab­si­che­run­gen ge­gen un­vor­her­ge­se­he­ne Er­eig­nis­se. Er spie­gelt mit an­de­ren Wor­ten die Angst der In­ves­to­ren vor ei­ner grös­se­ren Kor­rek­tur. Der Rus­sel 2000 gab eben­falls 3% ab, was aus­ser mit der po­li­ti­schen Agen­da si­cher­lich auch mit ei­ner tech­ni­schen Kor­rek­tur un­ter den 50-Ta­ges-Durch­schnitt zu tun hat.

Ener­gie und Ban­ken

Die Eu­ro­päi­schen Ak­ti­en­märk­te ha­ben im Wo­chen­ver­lauf leicht ab­ge­ge­ben. Der Eu­ro­s­to­xx 600 kor­ri­giert 0,8%, wo­bei der Ener­gie­sek­tor und die Fi­nanz­ti­tel für die schlech­te Per­for­mance sorg­ten. UBS und Cre­dit Suis­se be­sche­ren dem SMI ei­nen Wo­chen­ver­lust. Vor al­lem CS ga­ben deut­lich nach – auf­grund von Spe­ku­la­tio­nen ei­ner er­neu­ten Ka­pi­tal­er­hö­hung. Ge­mes­sen am MSCI Emer­ging Mar­kets, hat­ten Schwel­len­län­der­ak­ti­en ins­ge­samt ei­ne po­si­ti­ve Wo­che. Vor al­lem rus­si­sche und chi­ne­si­sche Ti­tel ge­hör­ten zu den Ge­win­nern – in­des ga­ben bra­si­lia- ni­sche, tür­ki­sche und in­di­sche Ak­ti­en nach.

Die Ren­di­ten von Staats­an­lei­hen sind um rund 40 Ba­sis­punk­te (Bp) zu­rück­ge­kom­men. Im Hoch­zins­seg­ment ver­lan­gen In­ves­to­ren wie­der hö­he­re Ren­di­ten für die­se An­la­ge­klas­se. Der Spre­ad zu UST­re­a­su­ries ist wäh­rend der Wo­che auf ein Jah­res­hoch ge­stie­gen. Die Spreads auf Un­ter­neh­mens­an­lei­hen aus Ent­wick­lungs­län­dern be­we­gen sich mit 275 Bp wei­ter­hin auf sehr tie­fem Ni­veau.

Der Druck auf den Dol­lar­index blieb in der ab­ge­lau­fe­nen Wo­che be­ste­hen, er ver­lor 0,6%. Das bri­ti­sche Pfund pro­fi­tier­te von der Dol­lar­schwä­che han­del­te im Wo­chen­ver­lauf um 95 Bp fes­ter. Der me­xi­ka­ni­sche Pe­so wer­te­te sich eben­falls wei­ter auf. Si­cher­lich sind die er­war­te­te Zins­er­hö­hung nächs­te Wo­che und die Un­ter­stüt­zung der Me­xi­ka­ni­schen Zen­tral­bank wich­ti­ge Ar­gu­men­te für ei­nen fes­te­ren Pe­so. Der Yen be­weg­te sich wei­ter­hin sehr fest. Die ja­pa­ni­sche Wäh­rung hat zum Dol­lar seit An­fang Jahr um rund 5% an Wert ge­won­nen.

Öl gibt wei­ter nach

Der Öl­preis hat wei­ter nach­ge­ge­ben und ver­bil­lig­te sich in der ab­ge­lau­fe­nen Wo­che um et­wa 2,2%. Ne­ben dem An­ge­bots­über­schuss und Wie­der­auf­nah­me der Schie­fer­gas­pro­duk­ti­on spielt hier auch die tech­ni­sche Kor­rek­tur des Öl­prei­ses un­ter den 200-Ta­geDurch­schnitt ei­ne Rol­le.

Ak­ti­en der gros­sen Öl­pro­du­zen­ten und Ver­ar­bei­ter ga­ben im Wo­chen­ver­lauf eben­falls nach. Seit Jah­res­be­ginn ha­ben die Ak­ti­en der Bran­che 9% ver­lo­ren. Nach an­fäng­li­chen Ge­win­nen hat sich der Preis vom Gold wie­der seit­wärts ein­ge­pen­delt. Ins­ge­samt mach­te das gel­be Me­tall im Wo­chen­ver­lauf 1,3% gut.

Die Wirt­schaft der Eu­ro­zo­ne hat sich im März wei­ter po­si­tiv ent­wi­ckelt. Der Ein­kaufs­ma­na­ger­index im Eu­ro­raum spie­gelt das bes­te Quar­tal seit sechs Jah­ren. Die Wachs­tums­be­schleu­ni­gung ge­gen En­de des Quar­tals so­wie die Ver­bes­se­rung der Trends im Neu­ge­schäft deu­ten dar­auf hin, dass die star­ke Wachs­tums­dy­na­mik im zwei­ten Quar­tal an­hal­ten wird.

Nächs­te Wo­che bleibt es nicht nur po­li­tisch, son­dern auch wirt­schaft­lich span­nend. Aus­ser dem Ver­brau­cher­ver­trau­en ste­hen die Zah­len zum Wirt­schafts­wachs­tum (BIP) im vier­ten Quar­tal 2016 für die USA und Gross­bri­tan­ni­en an. Auch gibt es Neu­es zur chi­ne­si­schen Kon­junk­tur (PMI des ver­ar­bei­ten­den Ge­wer­bes).

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.