Kam­pa­gne ge­gen GAM be­ginnt

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Die For­de­run­gen si­ckern erst stück­wei­se durch. Doch am Don­ners­tag will Ru­dolf Boh­li nun sei­ne Kar­ten auf den Tisch le­gen: In ei­ner Te­le­fon­kon­fe­renz will der auf­müp­fi­ge GAM-Neu­ak­tio­när sei­ne Ana­ly­se prä­sen­tie­ren und auf­zei­gen, wo er beim As­set-Ma­na­ger Hand­lungs­be­darf or­tet. We­der Boh­lis Hed­ge­fund RBS noch GAM woll­ten die In­for­ma­tio­nen kom­men­tie­ren, die «Fi­nanz und Wirt­schaft» vor­ab in Er­fah­rung ge­bracht hat.

An­ge­sichts der Er­trags­schwä­che von GAM will Boh­li auf die Kos­ten zie­len, die 100 Mio. Fr. sin­ken sol­len, heisst es aus dem Um­feld des Ak­ti­vis­ten – mehr als ein Vier­tel der ge­gen­wär­ti­gen Ba­sis und ein Viel­fa­ches des­sen, was das Ma­nage­ment spa­ren will. «Un­rea­lis­tisch», lau­ten ent­spre­chend die ers­ten Re­ak­tio­nen am Markt. Doch Boh­li will an­geb­lich das Spar­po­ten­zi­al im De­tail auf­zei­gen und so sei­nen Plan plau­si­bi­li­sie­ren. Zen­tra­le Punk­te sind: Miet­kos­ten, IT und Out­sour­cing-Po­ten­zi­al. Rund die Hälf­te des Spar­po­ten­zi­als or­tet der Ak­ti­vist im Sach­auf­wand; die an­de­re beim Per­so­nal, wo­bei er das Back­of­fice im Vi­sier ha­be, heisst es. Boh­li stüt­ze sei­ne Ana­ly­se auf öf­fent­li­che In­for­ma­tio­nen so­wie per­sön­li­che Ge­sprä­che mit GAM, na­ment­lich Fi­nanz­chef Richard McNa­ma­ra.

Ins Vi­sier kom­men soll auch das Ma­nage­ment. Denn Boh­li zwei­felt, dass es den Tur­naround en­er­gisch ge­nug an­geht: Die bis­lang er­ziel­ten Kos­ten­ein­spa­run­gen an­er­ken­ne der Ak­ti­vist nicht als Leis­tung des Ma­nage­ments, son­dern füh­re sie auf das Markt­um­feld und Wech­sel­kurs­ge­win­ne zu­rück. Die For­de­rung nach Re­prä­sen­tanz im Ver­wal­tungs­rat ist ent­spre­chend zen­tral: Ein­sitz im Steue­rungs­gre­mi­um sol­le Boh­li er­mög­li­chen, das «rich­ti­ge Ma­nage­ment ein­zu­set­zen» und so für ei­nen Neu­an­fang bei GAM zu sor­gen, sagt ei­ne mit dem Plan ver­trau­te Per­son.

Boh­li hal­te be­reits ei­nen Vor­schlag für ei­nen Er­satz­mann be­reit, um den am­tie­ren­den CEO Fried­man ab­zu­lö­sen. Die­ser sei der «fal­sche Ka­pi­tän» an­ge­sichts des­sen, was GAM jetzt brau­che: Der Ak­ti­vist pro­pa­gie­re für ei­nen neu­en Mann an der Spit­ze, der je­den Pro­zess durch­leuch­te und in den «Ma­schi­nen­raum» des As­se­tMa­na­gers her­ab­steigt, um dort das vol­le Spar­po­ten­zi­al aus­zu­schöp­fen.

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