Düp­peler Schan­zen

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Er hat­te den Krieg kom­men se­hen: Chris­ti­an IX, Kö­nig von Dä­ne­mark. 1863 sah er sich ge­nö­tigt, ei­ne neue Ver­fas­sung zu un­ter­zeich­nen, die – ver­ein­facht – Schles­wig, Hol­stein und Lau­en­burg en­ger an Ko­pen­ha­gen band: Der dä­ni­sche Mon­arch war in Per­so­nal­uni­on Her­zog die­ser ganz oder

mehr­heit­lich deut­schen Lan­de, die sich bis vor die To­re Ham­burgs er­streck­ten. Hol­stein und Lau­en­burg ge­hör­ten je­doch zugleich zum Deut­schen Bund; der In­ter­es­sen­kon­flikt lag of­fen zu­ta­ge. 1864 mar­schier­ten Preus­sen und Ös­ter­rei­cher gen Nor­den. Am 18. April tob­te hier, bei den Düp­peler Schan­zen, in der Nä­he der heute dä­ni­schen Stadt Son­der­burg, die blu­ti­ge Ent­schei­dungs­schlacht. Preus­sen und Ös­ter­rei­cher sieg­ten; die dä­ni­sche Kro­ne ver­lor die Her­zog­tü­mer. Vor ei­nem Mo­nat reg­te der stell­ver­tre­ten­de Vor­sit­zen­de der Dä­ni­schen Volks­par­tei (zweit­stärks­te Frak­ti­on im Fol­ke­ting, va­ter­län­disch-um­ver­tei­lungs­froh) an, die heu­ti­ge, seit 1920 gel­ten­de dä­nisch-deut­sche Gren­ze gut 50 km nach Sü­den zu ver­schie­ben, an den Fluss Ei­der. Der Mann, Sø­ren Es­per­sen, ist Vor­sit­zen­der des Aus­wär­ti­gen Aus­schus­ses des Par­la­ments. Tröst­lich, dass er di­plo­ma­tisch nach­schmink­te: Ei­ne «Pan­zer­schlacht im Grenzland» sei nicht zu er­war­ten.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.