Zur Per­son

Finanz und Wirtschaft - - SIEMENS-CHEF JO - BA

Joe Ka­e­ser ist ein rei­nes Sie­mens-Ge­wächs. Nach dem be­triebs­wirt­schaft­li­chen Stu­di­um in Re­gens­burg trat er mit 23 Jah­ren in den deut­schen Tra­di­ti­ons­kon­zern ein. Er durch­lief zahl­rei­che Sta­tio­nen im Halb­lei­ter­be­reich, was ver­ständ­lich macht, dass er der­zeit aus­ser in den Ver­wal­tungs­rä­ten von Al­li­anz und Daim­ler auch ein Man­dat beim nie­der­län­di­schen Halb­lei­ter­kon­zern NXP Se­mi­con­duc­tor in­ne­hat.

In­ter­na­tio­na­le Er­fah­rung hol­te sich Ka­e­ser in Ma­lay­sia und den USA, bis er 1999 in die Fi­nanz­ab­tei­lung wech­sel­te und 2006 Fi­nanz­chef wur­de. Der Nie­der­bay­er – da­mals noch mit mar­kan­tem Schnauz – präg­te sich wäh­rend die­ser Zeit der Fi­nanz­welt als ver­läss­li­che Grös­se ein, wäh­rend «sei­ne» Chefs Klaus Klein­feld und Pe­ter Lö­scher im his­to­ri­schen Ver­gleich eher kur­ze Gast­spie­le ge­ben durf­ten. Klein­feld agier­te eher un­glück­lich, was am meis­ten dar­an lag, dass der Kon­zern in die­ser Zeit den spek­ta­ku­lä­ren Kor­rup­ti­ons­skan­dal ver­ar­bei­ten muss­te. Lö­scher – heute VR-Prä­si­dent von Sul­zer – war um­strit­ten, spä­tes­tens nach­dem Sie­mens mehr­mals die ei­ge­nen Pro­gno­sen ver­fehlt hat­te. Am Fi­nanz­markt kam es gut an, als Ka­e­ser im Au­gust 2013 neu­er CEO wur­de. Es gab schnell Vor­schuss­lor­bee­ren an der Bör­se.

Nun kann der 59-Jäh­ri­ge ei­ne er­folg­rei­che ers­te Bi­lanz zie­hen, nimmt man den Ak­ti­en­kurs als Mass­stab. Vor kur­zem er­reich­ten die Ti­tel erst­mals wie­der das Ni­veau vom Jahr 2000, als die welt­wei­ten Bör­sen im Zu­ge der Dot­com-Bla­se ver­rückt­ge­spielt hat­ten. Auch wenn Ka­e­ser kein In­ge­nieur ist: Dank sei­ner lan­gen Zeit bei Sie­mens ver­fügt er über viel De­tail­wis­sen in den zahl­rei­chen Ar­beits­ge­bie­ten des Ko­los­ses.

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