Un­si­cher­hei­ten wie ge­habt

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - HER­VÉ HANOUNE,

In die­sem Jahr blei­ben Un­si­cher­hei­ten der be­stim­men­de Fak­tor an den An­lei­hen­märk­ten − und da­mit die wich­tigs­te Qu­el­le für Vo­la­ti­li­tät. Das macht Stra­te­gi­en, mit de­nen An­le­ger ih­ren Ein­schät­zun­gen fle­xi­bel und schnell Aus­druck ver­lei­hen kön­nen, wich­ti­ger denn je. An­le­ger müs­sen in der La­ge sein, sich schnell neu­en Ge­ge­ben­hei­ten an­zu­pas­sen: Fle­xi­bi­li­tät und die Be­reit­schaft, die Mei­nung zu än­dern, wenn die Si­tua­ti­on es er­for­dert, sind da­her ent­schei­dend. Für den Rest des Jah­res bleibt ei­ne sol­che Stra­te­gie der Schlüs­sel zu ei­ner gu­ten Wert­ent­wick­lung.

Mo­men­tan er­le­ben die An­lei­hen­märk­te fast zeit­gleich hö­he­re Zin­sen durch die US-No­ten­bank Fed so­wie die Ver­ab­schie­dung des fis­kal­po­li­ti­schen Pro­gramms von US-Prä­si­dent Trump. Un­ge­ach­tet der ge­schei­ter­ten Be­mü­hun­gen die Ge­sund­heits­re­form dürf­ten die Ren­di­ten in den USA stei­gen, wenn auch ver­mut­lich et­was we­ni­ger stark als ur­sprüng­lich er­war­tet. Dies dürf­te sich po­si­tiv auf in Dol­lar de­no­mi­nier­te An­la­gen aus­wir­ken, vor al­lem auf die, die an Wachs­tum und In­fra­struk­tur ge­kop­pelt sind, was den Preis­auf­trieb be­flü­geln dürf­te.

Ge­gen­wär­tig ha­ben wir ei­ne Prä­fe­renz für Schwel­len­län­der­an­lei­hen in Hart­wäh­rung so­wie Un­ter­neh­mens­an­lei­hen in An­la­ge­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de, IG). Das Po­ten­zi­al für eu­ro­päi­sche An­lei­hen­ren­di­ten dürf­te an­ge­sichts der po­li­ti­schen Un­si­cher­heit mit Blick auf die an­ste­hen­den Wah­len in Frank­reich und Deutsch­land be­grenzt blei­ben. Da­nach dürf­te Eu­ro­pa wie­der ver­mehrt im Fo­kus ste­hen, und die EZB wird ver­su­chen, den Markt all­mäh­lich dar­an zu er­in­nern, dass Quan­ti­ta­ti­ve Ea­sing (QE) nur tem­po­rär ist. Für 2017 sind in Eu­ro­pa kei­ne we­sent­li­chen Zins­er­hö­hun­gen zu er­war­ten, nicht zu­letzt auf­grund der Schul­den­last in Ita­li­en.

Wir hal­ten wir in An­be­tracht stei­gen­der Zin­sen an ei­ner kür­ze­ren Du­ra­ti­on und un­se­rer Short-Po­si­ti­on auf US-Staats­an­lei­hen fest. Eben­so un­ver­än­dert blei­ben un­se­re Short-Po­si­tio­nen auf den ko­rea­ni­schen Won, den Sin­ga­pur-Dol­lar und den Tai­wan-Dol­lar. Zu gu­ter Letzt hal­ten wir we­gen der Tur­bu­len­zen in Eu­ro­pa, des Br­ex­it und der di­ver­gie­ren­den Zins­ent­wick­lung un­se­re Shor­tPo­si­ti­on auf das bri­ti­sche Pfund und auf den Eu­ro.

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