Da­vos un­ter Pal­men

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Sand­strand statt Schnee, Dur­ban statt Da­vos: Das World Eco­no­mic Fo­rum ( Wef) tagt der­zeit am In­di­schen Oze­an, zum The­ma Afri­ka. Die rund 3,5 Mio. Ein­woh­ner zäh­len­de Stadt liegt in Süd­afri­kas Pro­vinz KwaZu­lu-Na­tal und be­her­bergt den wich­tigs­ten Con­tai­ner­ha­fen süd­lich der Sa­ha­ra. In Dur-

ban ist die gröss­te in­di­sche Ge­mein­de aus­ser­halb der al­ten Hei­mat zu Hau­se. Ma­hat­ma Gandhi leb­te hier, als jun­ger Mann. Seit dem En­de der Apart­heid in den frü­hen Neun­zi­ger­jah­ren hat sich die Stadt stark afri­ka­ni­siert: Markt­stän­de, bun­tes bis chao­ti­sches Trei­ben über­all. Die Frei­be­ruf­ler – Ärz­te oder An­wäl­te et­wa, wie einst Gandhi – ha­ben sich in Vo­r­or­te ver­zo­gen. Wenn Staats­chef Zu­ma die Wirt­schaft wei­ter drang­sa­liert, wird sich die auch aus dem Land ver­zie­hen. Er und vie­le an­de­re Macht­ha­ber Afri­kas soll­ten be­her­zi­gen, was das Wef zum An­lass schreibt: Die Eli­ten müs­sen end­lich auf die Be­dürf­nis­se der Men­schen ein­ge­hen, von de­nen sie mit der Füh­rung der Staats­ge­schäf­te be­traut sind. Das ist zwar auch an­ders­wo nicht selbst­ver­ständ­lich, doch sind die Aus­wir­kun­gen in Afri­ka be­son­ders übel: Ein Stand­ort wie Dur­ban mag glo­bal wett­be­werbs­fä­hig sein, der Kon­ti­nent ins­ge­samt liegt je­doch weit hin­ter al­len an­de­ren zu­rück.

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