Lindt & Sprüng­li PS und Swiss Re

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - ROLAND VOGT

Lindt & Sprüng­li PS wur­de man im No­vem­ber par­tout nur ge­gen ei­nen Ab­schlag los. Zwei Mo­na­te spä­ter ris­sen ei­nem die In­ves­to­ren die Par­ti­zi­pa­ti­ons­schei­ne auch noch zu 15% hö­he­ren Kur­sen aus der Hand.

Chart-Li­ni­en, die durch­bro­chen sind, sind in Wir­kung und Wert ähn­lich wie Nach­rich­ten, die je­der­mann zu­gäng­lich sind. Bes­ser ist es um Din­ge be­stellt, für die mehr Ge­spür und nicht nur ei­ne schnel­le Da­ten­leis­tung nö­tig sind. Ich be­fas­se mich des­halb mit Struk­tu­ren. Sie las­sen Schlüs­se über die zu­künf­ti­ge kurz- und mit­tel­fris­ti­ge Schwan­kungs­brei­te zu – und dar­über, mit wel­cher Wahr­schein­lich­keit, mit wel­cher In­ten­si­tät und in wel­che Rich­tung sich der Markt als Nächs­tes be­we­gen wird.

We­he, wenn sie los­ge­las­sen

Seit drei Mo­na­ten schei­nen die Kur­se von Lindt & Sprüng­li fest­ge­fah­ren zu sein. Tech­nisch lässt sich das durch­aus mit der im Ju­li/Au­gust 2016 bei 5700 bis 5800 Fr. ent­stan­de­nen Wi­der­stands­zo­ne be­grün­den. Selbst­ver­ständ­lich er­zeugt die­se jetzt Over­head Supp­ly. Und dann, wenn die Kur­se dar­über stei­gen, ist die­ser Wi­der­stand of­fen­sicht­lich über­wun­den. Aus mei­ner Sicht ist aber ent­schei­dend, ob ei­ne sol­che Ent­wick­lung über­haupt zu er­war­ten ist und wie schnell die Kur­se dann wo­hin stei­gen.

Wenn die Kur­se in­ner­halb ei­ner Tri­ang­le ge­gen den Apex lau­fen, wird die Si­tua­ti­on kurz­fris­tig un­be­re­chen­bar. Fast je­der Tag kann ei­ne Ve­rän­de­rung brin­gen. Im Ge­fol­ge ei­ner Tri­ang­le geht das dann meist ziem­lich zü­gig und strin­gent, aber nicht ganz so ra­sant wie bei der im De­zem­ber an die­ser Stel­le dis­ku­tier­ten Fal­ling Wedge. Der nächs­te grös­se­re Eck­punkt ist na­he bei 5900 Fr. zu er­war­ten.

Schluss mit Krebs­gang

Swiss Re ist ein Lieb­ling der Bör­sia­ner – wenn der Ti­tel steigt, wo­mit er aber zur­zeit sei­ne lie­be Mü­he hat. Mit und oh­ne Di­vi­den­den­ab­gang zeigt sich das glei­che Bild: Im Ver­lauf der ver­gan­ge­nen zwei Ab­wärts­wel­len fiel der Kurs rund 12% und no­tiert da, wo er schon vor zwölf Mo­na­ten ge­we­sen war.

Die Kurs­ent­wick­lung der letz­ten vier Mo­na­te hat ein Bild hin­ter­las­sen, wie es für Kor­rek­tu­ren ty­pisch ist. Dies fest­zu­stel­len, ist stra­te­gisch wich­tig. Es könn­te sich ja auch um ei­ne Trend­wen­de han­deln, wo­mit dann ge­gen­über der Ak­tie ei­ne an­de­re Um­gangs­wei­se an­ge­sagt wä­re. Aus­ser­dem ist es be­deut­sam, dass sich die qua­li­ta­ti­ve Si­tua­ti­on zu ver­bes­sern be­ginnt, was dann nach ge­dehn­ter zwei­ter Ab­wärts­wel­le so gut zu­sam­men­pas­sen wür­de wie ei­ne Schön­wet­ter­pro­gno­se fürs kom­men­de, ers­te Mai­wo­chen­en­de.

Swiss Re darf jetzt, na­he dem un­te­ren Rand der hier im ver­gan­ge­nen Ok­tober auf­ge­zeig­ten lang­fris­ti­gen Seit­wärts­be­we­gung, mit Be­dacht und Ru­he wie­der ein­ge­sam­melt wer­den. Der Ti­tel ist nicht mehr nur für Lang­frist­in­ves­to­ren in­ter­es­sant, son­dern wird dies auch wie­der für Tra­der wer­den. Die Mei­nung des Au­tors muss nicht mit der der Re­dak­ti­on über­ein­stim­men.

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