Klei­ne­res Po­li­t­ri­si­ko be­las­tet Gold­preis

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - GIO­VAN­NI STAUNOVO,

Der Gold­preis ist im lau­fen­den Jahr mehr als 10% ge­stie­gen und er­reich­te im April fast die von UBS pro­gnos­ti­zier­ten 1300 $ pro Un­ze. Das UBS Chief In­vest­ment Of­fice We­alth Ma­nage­ment (UBS CIO) war von ei­ner Auf­wärts­be­we­gung bei Gold aus­ge­gan­gen, da man sin­ken­de Ren­di­ten der US-Staats­an­lei­hen und ei­nen schwa­chen Dol­lar er­war­te­te. Aus­ser­dem sah man ei­ne Er­nüch­te­rung be­züg­lich der An­le­ger­hoff­nun­gen an die Po­li­tik Trumps kom­men. Die Un­si­cher­heit um die Prä­si­dent­schafts­wah­len in Frank­reich stütz­te Gold eben­falls. Nach dem Aus­gang der ers­ten Run­de der fran­zö­si­schen Wah­len hat UBS CIO die Drei­mo­nats­pro­gno­se von 1300 auf 1200 $ je Un­ze ge­senkt. Zwei Fak­to­ren stüt­zen die kurz­fris­ti­ge Ein­schät­zung: Ers­tens un­ter­schätzt man am Markt das Tem­po der Zins­er­hö­hun­gen der US-No­ten­bank; zwei zu­sätz­li­che Zins­schrit­te wer­den in die­sem Jahr er­war­tet. Zwei­tens ha­ben die po­li­ti­schen Ri­si­ken ab­ge­nom­men. So sind die Chan­cen für ei­nen Sieg Le Pens nach Auf­fas­sung der UBS-Öko­no­men von 40 auf 25% ge­sun­ken.

Die Sechs- und die Zwölf­mo­nats­pro­gno­se wur­den da­her von 1300 auf 1250 $ ge­senkt. Über die­sen Zeit­ho­ri­zont über­zeugt Gold wei­ter­hin als Ab­si­che­rungs­in­stru­ment, da po­li­ti­sche Fehl­trit­te in den USA und geo­po­li­ti­sche Span­nun­gen wahr­schein­lich sind. Ein schwä­che­rer Dol­lar und ei­ne hö­he­re Nach­fra­ge in Asi­en dürf­ten den Gold­preis eben­falls stüt­zen. Be­las­tend wir­ken die zu­neh­men­de wirt­schaft­li­che Sta­bi­li­tät und hö­he­re US-Re­al­zin­sen.

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