Emis­si­ons­schwa­cher April

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MAN­FRED KRÖLLER

Es wur­den nur An­lei­hen über knapp 3,6 Mrd. Fr. plat­ziert, nach gut 6 Mrd. Fr. im März.

Seit ei­ner Wo­che wird der Pri­mär­markt nicht mehr in An­spruch ge­nom­men. Po­li­ti­sche Un­si­cher­heit und Fei­er­tags­ru­he brem­sen das Neu­ge­schäft. An drei­mo­na­ti­gen Geld­markt­buch­for­de­run­gen wur­den am Di­ens­tag 492,2 Mio. Fr. zu­ge­teilt. Es gab Ge­bo­te über 2,37 Mrd. Fr. Die Ren­di­te fiel auf –0,951% nach –0,943% in der Vor­wo­che.

Auf­grund ver­bes­ser­ter Kre­dit­kenn­zah­len hat Moo­dy’s die Bo­ni­tät des iri­schen Bau­stoff­kon­zerns und Fran­ken­schuld­ners CRH von Baa2 auf Baa1 an­ge­ho­ben.

Der Schwei­zer Pri­mär­markt gab im letz­ten Mo­nat ei­ne schwa­che Vor­stel­lung. Ins­ge­samt wur­den ge­mäss Cre­dit Suis­se (CS) im April nur Neu­emis­sio­nen im Vo­lu­men von 3,574 Mrd. Fr. plat­ziert – ein­schliess­lich der zwei Bun­des­an­lei­hen über 250,4 Mio. Fr. Im März um­fass­te das Neu­ge­schäft noch 6,14 Mrd. Fr., im April des Vor­jah­res im­mer­hin 5,2 Mrd. Fr. Rück­läu­fig war vor al­lem das Ge­schäft in­län­di­scher Schuld­ner, die nur noch An­lei­hen über 2,97 Mrd. Fr. auf­leg­ten, nach 4,55 Mrd. Fr. im März und 4,53 Mrd. vor Jah­res­frist. Aus­län­der plat­zier­ten im Be­richts­mo­nat An­lei­hen über 600 Mio. Fr. nach 1,76 Mrd. Fr. im Vor­mo­nat und 675 Mio im Vor­jahr.

In den ers­ten vier Mo­na­ten sieht die Sta­tis­tik et­was bes­ser aus: Mit 20,38 Mrd. Fr. wur­de das Er­geb­nis der Ver­gleichs­zeit 2016 (20,58 Mrd.) knapp ge­hal­ten. In­län­der plat­zier­ten mit 15,57 Mrd. Fr. et­was mehr als im Vor­jahr (14,11 Mrd), aus­län­di­sche Emit­ten­ten ka­men nur noch auf 4,8 Mrd. nach 6,47 Mrd. Fr.

Die Be­wer­tung der Eu­ro­zo­ne blei­be zwie­späl­tig, den freund­li­chen Wirt­schafts­da­ten stün­den po­li­ti­sche Ri­si­ken ge­gen­über, merkt der auf in­sti­tu­tio­nel­le An­le­ger spe­zia­li­sier­te Ver­mö­gens­ver- wal­ter Bant­le­on an. Zwar wür­den «die Be­le­ge für ei­ne schwung­vol­le Be­le­bung im ers­ten Halb­jahr im­mer er­drü­cken­der». Den­noch hal­te sich «hart­nä­ckig die Skep­sis». Da­zu tra­gen nach An­sicht von Bant­le­on «die viel­fäl­ti­gen po­li­ti­schen Un­wäg­bar­kei­ten» bei. Ein zen­tra­ler Stör­fak­tor könn­te am Sonn­tag end­gül­tig in den Hin­ter­grund tre­ten: Die Angst vor dem Fr­ex­it. Die Span­nung im fran­zö­si­schen Prä­si­dent­schafts­wahl­kampf ha­be zwar wie­der et­was zu­ge­nom­men, weil Em­ma­nu­el Ma­cron in den Um­fra­gen an Vor­sprung ein­ge­büsst ha­be. Den­noch sei ein Sieg Le Pens un­wahr­schein­lich.

Eben­falls am Ab­klin­gen sei­en die Span­nun­gen um die pro­tek­tio­nis­ti­sche Han­dels­po­li­tik von USPrä­si­dent Do­nald Trump. Das schwer­wie­gends­te Pro­blem bleibt für Bant­le­on die po­li­ti­sche Kri­se in Ita­li­en. Dar­an ha­be auch die Wie­der­wahl Mat­teo Ren­zis zum Chef der De­mo­kra­ti­schen Par­tei (PD) we­nig ge­än­dert. Die nächs­ten Par­la­ments­wah­len (wahr­schein­lich An­fang 2018) «dürf­ten zu ei­ner wei­te­ren Be­wäh­rungs­pro­be für die Eu­ro­zo­ne wer­den», pro­gnos­ti­ziert Bant­le­on. Aber selbst Ita­li­en sei vom kon­junk­tu­rel­len Auf­wärts­trend er­fasst wor­den, was den ge­mäs­sig­ten Kräf­ten hel­fen soll­te.

«Al­les in al­lem ha­ben sich die Rah­men­be­din­gun­gen in der Eu­ro­zo­ne – un­ge­ach­tet des la­ten­ten Po­pu­lis­mus – in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten auf­ge­hellt », fasst Bant­le­on zu­sam­men. Das Um­feld für Ri­si­ko-As­sets blei­be al­so «vor­erst freund­lich».

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