Er­höh­te Vor­sicht bleibt ge­bo­ten

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - EDI AU­MIL­LER,

Der Sieg Em­ma­nu­el Ma­crons im ers­ten Durch­gang der fran­zö­si­schen Prä­si­dent­schafts­wah­len mag die Sor­gen an den Ka­pi­tal­märk­ten et­was ge­mil­dert ha­ben. Die Stim­mung ist je­doch wei­ter­hin von er­höh­ter Vor­sicht ge­prägt. Die Bench­mark-Ren­di­ten der zehn­jäh­ri­gen US-Tre­a­su­ries und der zehn­jäh­ri­gen deut­schen Bun­des­an­lei­hen schlos­sen ver­gan­ge­ne Wo­che auf hö­he­rem Ni­veau, al­ler­dings bei­de un­ter dem En­de April er­reich­ten Wert. Im Wo­chen­ver­lauf san­ken die Ren­di­ten der fran­zö­si­schen, ita­lie­ni­schen und spa­ni­schen Staats­an­lei­hen ge­gen­über den Bun­des­an­lei­hen, die Sek­tor-Per­for­mance der ver­gan­ge­nen Wo­che fiel ge­dämpft aus.

Wer Ge­win­ne such­te, war mit Hoch­zins- und Schwel­len­län­der­an­lei­hen am bes­ten be­dient, ob­wohl auch hier die Per­for­mance be­schei­den aus­fiel. Wäh­rend die Ren­di­ten der zehn­jäh­ri­gen Eid­ge­nos­sen bis zum Bör­sen­schluss am Di­ens­tag nach der Wahl um 13 Bp auf –0,166% stie­gen, be­en­de­ten sie die ver­gan­ge­ne Wo­che mit ei­nem Plus von nur 9 Bp. auf –0,173%. Das ist im­mer­hin ei­ne An­nä­he­rung in Rich­tung po­si­ti­ves Ter­rain. Die zwei­jäh­ri­gen Lauf­zei­ten be­en­de­ten die Wo­che nur 3 Bp hö­her bei –0,968%. Da­ge­gen stie­gen die fünf­zig­jäh­ri­gen Schwei­zer Lauf­zei­ten um fast 11 Bp. auf 0,378%. In­fla­ti­ons­be­rei­nigt sind die Ren­di­ten so­gar noch nied­ri­ger, zu­mal die Schwei­zer In­fla­ti­on in die­sem Jahr wie­der po­si­tiv ist, nach zwei Jah­ren mit fal­len­den Ver­brau­cher­prei­sen. Im Jah­res­ver­gleich er­reich­te der VPI im März +0,6%. Da­mit lag er gleich hoch wie im Fe­bru­ar, re­spek­ti­ve am höchs­ten seit Ju­ni 2011. Die bes­se­ren In­fla­ti­ons­und Wirt­schafts­da­ten in ganz Eu­ro­pa könn­ten be­deu­ten, dass die Zen­tral­ban­ken bald die Grund­la­gen für ei­ne geld­po­li­ti­sche Nor­ma­li­sie­rung schaf­fen wer­den.

Die­ser Pro­zess dürf­te aber nur schritt­wei­se er­fol­gen. Als Re­ak­ti­on auf die brei­te­re wirt­schaft­li­che Er­ho­lung und den Er­folg Ma­crons leg­te der Eu­ro zum Dol­lar zu. Seit­dem ha­ben sich die US-Wirt­schafts­da­ten wie­der et­was ein­ge­trübt und die In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen blei­ben nied­rig. Gleich­wohl stieg die pro­gnos­ti­zier­te Wahr­schein­lich­keit ei­ner Fed-Zins­an­he­bung im Ju­ni un­mit­tel­bar nach der fran­zö­si­schen Wahl von 50% auf 66%.

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