Sorg­lo­sig­keit drückt den Gold­preis

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - CARS­TEN FRITSCH,

Der Gold­preis ist nach dem gröss­ten Wo­chen­ver­lust in die­sem Jahr auf ein Acht­wo­chen­tief von 1220 $ je Un­ze ge­fal­len. Seit Mit­te April hat Gold fast 6% an Wert ein­ge­büsst. Die ak­tu­el­le Gold­schwä­che er­klärt sich mit spe­ku­la­ti­ven Ver­käu­fen nach dem Un­ter­schrei­ten der chart­tech­nisch wich­ti­gen 200-Ta­ge-Li­nie und der ho­hen Ri­si­ko­nei­gung der Markt­teil­neh­mer.

Der Vix-In­dex, der die Ak­ti­en­markt­vo­la­ti­li­tät des S&P 500 misst und ein Mass für die Ri­si­ko­aver­si­on dar­stellt, ist auf den tiefs­ten Stand seit 1993 ge­fal­len. Ein der­art niedri- ges Ni­veau hat sich noch nie als dau­er­haft er­wie­sen. Die Sorg­lo­sig­keit der Markt­teil­neh­mer scheint des­halb über­trie­ben. Ei­ne bal­di­ge Auf­wärts­kor­rek­tur des Vix wür­de da­her nicht über­ra­schen. Da­von wür­de der Gold­preis pro­fi­tie­ren. Der Markt hat nach der Wahl des eu­ro­pa­freund­li­chen Em­ma­nu­el Ma­cron zum fran­zö­si­schen Prä­si­den­ten po­li­ti­sche Ri­si­ken mehr oder we­ni­ger ad ac­ta ge­legt. Das könn­te sich an­ge­sichts der Un­be­re­chen­bar­keit von US-Prä­si­dent Do­nald Trump und mit Blick auf die in den nächs­ten acht­zehn Mo­na­ten an­ste­hen­den Par­la­ments­wah­len in Frank­reich, Deutsch­land, Ita­li­en und Ös­ter­reich als ver­früht er­wei­sen.

Des Wei­te­ren ist ei­ne Zins­er­hö­hung der US-No­ten­bank Fed bei der nächs­ten Sit­zung im Ju­ni nach den ro­bus­ten US-Ar­beits­markt­da­ten vom letz­ten Frei­tag in den Geld­markt-Fu­tures na­he­zu voll­stän­dig ein­ge­preist. Das heisst auch, dass hö­he­re US-Leit­zin­sen kei­nen Ge­gen­wind mehr für Gold be­deu­ten soll­ten.

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