Swiss Li­fe macht sich rar

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Der Ver­si­che­rer Swiss Li­fe ver­bes­sert kon­se­quent das ge­schäft­li­che Pro­fil. Da­zu ge­hört, dass im ers­ten Quar­tal die Ver­si­che­rungs­ein­nah­men wei­ter zu­rück­ge­fal­len sind; um 1% auf 6,5 Mrd. Fr.

We­gen der nied­ri­gen An­la­ge­ren­di­ten rech­nen sich nicht mehr al­le zu­gäng­li­chen Neu­kon­trak­te. Des­halb bremst das Un­ter­neh­men – be­son­ders hef­tig im Pen­si­ons­ge­schäft für KMU-Kun­den (BVG-Vor­sor­ge­lö­sun­gen). Hier wur­den 7% we­ni­ger Prä­mi­en ver­bucht.

Ge­winn­ba­sis wird brei­ter

Zugleich ex­pan­die­ren je­doch plan­ge­mäss die Im­mo­bi­li­en- und Ver­mö­gens­diens­te: Die dar­aus an­fal­len­den Ge­büh­ren stie­gen 5% auf 0,3 Mrd. Fr. Be­son­ders aus­ge­baut wird das An­la­ge­fonds­ge­schäft. Der Neu­geld­zu­fluss von 2,7 Mrd. Fr. ver­grös­ser­te die ge­büh­ren­pflich­tig ver­wal­te­ten Ver­mö­gen auf 52,7 Mrd.

Der Kon­zern­um­bau ver­rin­gert die Ab­hän­gig­keit von der Zins­ent­wick­lung. Die mit Le­bens­ver­si­che­run­gen er­reich­ba­re Zins­mar­ge wird we­ni­ger be­deut­sam. Mit je­der wei­te­ren Stei­ge­rung der Kom­mis­si­ons­ein­nah­men ver­brei­tert sich die Er­trags­ba­sis.

Dies ist auch in wei­ter ge­hen­der Per­spek­ti­ve be­deut­sam. Ver­mitt­lungs- und Ser­vice­diens­te bin­den nur we­nig Ei­gen­ka­pi­tal. Der Ka­pi­tal­stand des Un­ter­neh­mens ist zwar nicht üp­pig, aber doch kräf­tig ge­nug. Die Vor­ga­be der Fi­nanz­markt­auf­sicht er­füllt Swiss Li­fe zu 161%

Ge­winn­zah­len wird Swiss Li­fe erst mit dem Halb­jah­res­ab­schluss ver­öf­fent­li­chen. Fi­nanz­chef Thomas Bu­ess sag­te an der Quar­tals­kon­fe­renz, auf dem Weg zu den bis 2018 ge­steck­ten Mit­tel­frist­zie­len sei­en «wei­te­re Fort­schrit­te» ge­lun­gen. Das Ma­nage­ment stellt in Aus­sicht, über drei Jah­re hin­weg ei­ne Ei­gen­ka­pi­tal­ren­di­te zwi­schen 8 und 10% so­wie min­des­tens 1,5 Mrd. Fr. frei­en Geld­fluss zu er­ar­bei­ten.

Geld für mehr Di­vi­den­de

Die­se Sum­me soll ge­mäss den Am­bi­tio­nen des Un­ter­neh­mens den wei­te­ren Un­ter­neh­mensum­bau fi­nan­zie­ren und zugleich stei­gen­de Di­vi­den­den er­mög­li­chen. Die Aus­schüt­tung für das zu­rück­lie­gen­de Ge­schäfts­jahr mach­te 38% des Ge­winns aus. Ab­sicht ist, die Aus­schüt­tungs­quo­te im Be­reich von 30 bis 50% des Über­schus­ses zu hal­ten.

Nach Vor­la­ge der Quar­tals­um­satz­mel­dung sieht «Fi­nanz und Wirt­schaft» kei­ne Ver­an­las­sung, von der bis­lang ge­heg­ten Er­war­tung ei­nes nur mo­de­rat wach­sen­den Über­schus­ses ab­zu­wei­chen. Ge­mes­sen am Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis von 11 sind Swiss Li­fe im Bran­chen­schnitt be­wer­tet. Des­halb wer­den sich die Pa­pie­re vor­erst wohl nicht mehr vom Bör­sen­trend ab­he­ben kön­nen.

Die ge­schätz­te Di­vi­den­de von 12 Fr. für 2017 er­gibt ei­ne Ren­di­te von 3,7%. Per 19. Ju­ni wer­den die Ak­ti­en des Ver­si­che­rers im Elit­e­in­dex SPI Select Di­vi­dend 20 auf­ge­nom­men. Sie rü­cken an die Stel­le der mehr­heit­lich über­nom­me­nen Syn­gen­ta.

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