Ent­täuscht Trump die Märk­te?

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - T. Ro­we Price

US-Tre­a­su­ries ha­ben sich die­se Wo­che in ei­nem ziem­lich schma­len Be­reich be­wegt, wo­bei die Po­li­tik er­neut in den Fo­kus rück­te, als US-Prä­si­dent Trump sei­nen FBI-Di­rek­tor Ja­mes Co­mey feu­er­te. Un­si­cher­heit über Rich­tung, Aus­mass und zeit­li­che Ab­fol­ge ver­schie­de­ner po­li­ti­scher Ve­rän­de­run­gen der Re­gie­rung Trump blei­ben be­ste­hen. In der Zeit nach der Wahl hat Op­ti­mis­mus auf­grund po­ten­zi­ell ex­pan­si­ver Geld­po­li­tik, Steu­er­sen­kun­gen und ver­min­der­ter Re­gu­lie­rung do­mi­niert. Jetzt be­steht die Ge­fahr ei­ner Ent­täu­schung – es sei denn, die Rea­li­tät ist tat­säch­lich so «bul­lish» wie die Märk­te dies zu er­war­ten schei­nen.

Am Frei­tag­mor­gen no­tier­te die zehn­jäh­ri­ge USBench­mark-An­lei­he­ren­di­te 2,37%. Die Markt­teil­neh­mer wer­den die wirt­schaft­li­chen Da­ten ge­nau auf Hin­wei­se nächs­ter Zins­schrit­te über­wa­chen. Es steht zu er­war­ten, dass die US-No­ten­bank (Fed) ih­re all­mäh­li­che Zins­er­hö­hung fort­setzt – ver­mut­lich in zwei Etap­pen im lau­fen­den Jahr. Mitt­ler­wei­le geht der Markt da­von aus, dass die nächs­te An­he­bung im Ju­ni kommt – vor­aus­ge­setzt, die Wirt­schafts­ent­wick­lung spielt wei­ter mit.

Fran­zö­si­sche Staats­an­lei­hen wa­ren nach dem er­war­te­ten Sieg Em­ma­nu­el Ma­crons in der zwei­ten Run­de der Prä­si­dent­schafts­wah­len sta­bil. Das Er­geb­nis re­du­ziert po­li­ti­sche Un­si­cher­hei­ten und er­mög­licht es den Märk­ten, sich auf die zu­letzt deut­lich ver­bes­ser­ten wirt­schaft­li­chen Da­ten zu kon­zen­trie­ren. Mög­li­cher­wei­se wird die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank (EZB) bald ei­nen et­was ag­gres­si­ve­ren Ton an­schla­gen.

Die EZB hat die Hö­he ih­res An­lei­he­kauf­pro­gramms von 80 auf 60 Mrd. € pro Mo­nat re­du­ziert. In der zwei­ten Jah­res­hälf­te dürf­te die EZB dann ei­ne Ver­län­ge­rung ih­res Kauf­pro­gramms bis 2018 und ei­ne wei­te­re Re­duk­ti­on des Mo­nats­vo­lu­mens an­kün­di­gen. Ei­ne Er­hö­hung des Ein­la­gen­zins­sat­zes in die­sem Jahr ist un­wahr­schein­lich. Am Frei­tag­mor­gen ren­tier­ten zehn­jäh­ri­ge fran­zö­si­schen Staats­an­lei­hen um 0,86%.

Bri­ti­sche Staats­an­lei­hen ha­ben sich kaum ver­än­dert, nach­dem die Bank von En­g­land die Leit­zin­sen am Di­ens­tag auf ei­nem Re­kord­tief von 0,25% be­las­sen hat­te. Am Frei­tag­mor­gen lag die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger bri­ti­sche Gilts im Be­reich von 1,14%.

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