Angst­geg­ner und Vor­bild in ei­nem

Finanz und Wirtschaft - - 20 JAHRE AMAZON -

Der Er­folg von Ama­zon.com lehrt die Kon­kur­renz das Fürch­ten – und an­de­re ver­su­chen sich in der Ko­pie. Der Ein­fluss lässt sich an den Ak­ti­en­kur­sen ab­le­sen: Wäh­rend die Ama­zon-Pa­pie­re seit 1997 ko­me­ten­gleich nach oben gin­gen, sind die Va­lo­ren der tra­di­ti­ons­rei­chen Buch­ket­te Bar­nes & No­ble, ge­grün­det 1873, im sel­ben Zei­t­raum 60% ge­fal­len, die der Ein­zel­han­dels­ket­te JCPen­ney, seit 1902 im Markt, so­gar 90%. Ama­zon ver­kauft nicht mehr nur Bü­cher, Fil­me oder E-Books wie Bar­nes & No­ble, längst wur­de das Sor­ti­ment er­wei­tert, von Win­deln über Heim­wer­ker­sor­ti­ment hin zu Mo­de oder bald auch Mö­beln. Nach den jüngs­ten Quar­tals­er­geb­nis­sen wur­de ei­ne gan­ze Rei­he von US-Han­dels­un­ter­neh­men ab­ge­straft. Als Grund stets ge­nannt: Ama­zon.com.

Na­tur­ge­mäss lockt das Ge­schäfts­mo­dell des er­folg­rei­chen E-Com­mer­ce-Un­ter­neh­mens Nach­ah­mer an. Zum ei­nen ver­su­chen sich die Eta­blier­ten im Netz, Bar­nes & No­ble bei­spiels­wei­se mit bn.com. Zum an­de­ren drin­gen an­de­re In­ter­net-Un­ter­neh­men in das Re­vier von Ama­zon. Ei­nes der ers­ten Un­ter­neh­men, die die Stra­te­gie scham­los ko­piert ha­ben, war das Auk­ti­ons­haus eBay. Es ver­steht sich mitt­ler­wei­le als E-Com­mer­ce-Ge­sell­schaft – wenn auch mit deut­lich we­ni­ger Er­folg als das Vor­bild. Seit dem Bör­sen­gang 1998, ein Jahr nach Ama­zon, lie­gen eBay 1700% im Plus.

Kon­kur­renz kommt auch aus Fer­n­ost. Jack Ma von Ali­ba­ba denkt wie Be­zos lang­fris­tig, das be­tont er im­mer wie­der. Seit dem Bör­sen­gang des gröss­ten chi­ne­si­schen E-Com­mer­ce-Hau­ses lie­gen die Pa­pie­re 30% im Plus, im­mer­hin. Ali­ba­ba lebt in ers­ter Li­nie von vir­tu­el­len La­den­zei­len, die sie Händ­lern zur Ver­fü­gung stellt. Vie­le mit­tel­stän­di­sche Be­trie­be in Chi­na ver­kau­fen über die Ali­ba­ba-Platt­form ih­re Pro­duk­te on­li­ne. Das Kon­zept ist am ehes­ten mit Ama­zon Mar­ket­place ver­gleich­bar. Aber auch Cloud Com­pu­ting ge­hört wie bei Ama­zon zum Ge­schäft.

Das chi­ne­si­sche Un­ter­neh­men hat ge­ra­de Bi­lanz ge­zo­gen für das ab­ge­lau­fe­ne Quar­tal. Der Um­satz zog stark an, +56% auf 158 Mrd. Yuan (22,5 Mrd. Fr.), der ope­ra­ti­ve Ge­winn stieg zwei Drit­tel auf knapp 7 Mrd. Fr. Be­son­ders be­ein­dru­ckend: Die Zahl der der mo­nat­lich ak­ti­ven Käu­fer auf Mo­bil­ge­rä­ten hat sich auf ins­ge­samt 507 Mio. ver­dop­pelt. Ei­ner der Jüngs­ten in der Fa­mi­lie der Ama­zon-Ri­va­len: Jet.com. Vor zwei Jah­ren star­te­te die Web­sei­te mit gros­sem me­dia­len Echo. Marc Lo­re lei­te­te das Un­ter­neh­men. Er hat­te zu­vor schon den Win­del­ver­trieb Dia­per.com ge­grün­det und an Ama­zon ver­kauft. Jet.com wur­de er an Wal-Mart los. Nur ein Jahr nach Fir­men­grün­dung schlug der Kon­zern beim Start-up für 3,3 Mrd. $ zu. Ex-Jet-CEO Lo­re lei­tet nun die E-Com­mer­ce-Ak­ti­vi­tä­ten von Wal-Mart. An­fang Jahr stärk­te er die On­li­ne-Spar­te des Händ­lers durch Kauf von Sho­eBuy.com – auch dies ge­gen Ama­zon ge­rich­tet. Das Vor­bild hat­te sich Schuh­händ­ler Zap­pos al­ler­dings schon 2009 ein­ver­leibt. Noch hinkt die Kon­kur­renz hin­ter­her.

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