Twit­ter aus USA

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - CAR­LOS ZANOTELLI, MAU­RO BÄRTSCH,

Man­cher Le­ser mag an­ge­sichts der Nied­rig­zins­pha­se ver­mu­ten, wir hät­ten uns in der Ko­lum­ne ge­irrt. Es han­delt sich je­doch um ei­ne vor al­lem in den USA noch häu­fig zur Re­fi­nan­zie­rung von Ak­qui­si­tio­nen ge­nutz­te Twit­ter-Er­schei­nung von Wan­del­an­lei­hen und Ak­ti­en. Ver­gan­ge­ne Wo­che sind zwei Un­ter­neh­men mit die­sen Con­ver­ti­ble pre­fer­red sha­res (CPS) an den Markt ge­gan­gen.

Die Heim­wer­kern bes­tens be­kann­te St­an­ley Black & De­cker so­wie der Me­di­zin­in­stru­men­te-Her­stel­ler Bec­ton, Di­ck­in­son & Co. Wäh­rend St­an­ley im Ok­to­ber für 2 Mrd. $ die Werk­zeug­spar­te von Ne­well Brands er­warb, stemm­te Bec­ton die Über­nah­me des Me­di­zin­tech­ni­kun­ter­neh­mens C. R. Bard für 24 Mrd. $. Da­mit bei­de Käu­fe ver­daut wer­den kön­nen, ha­ben die Er­wer­ber ne­ben nor­ma­len Ak­ti­en auch ver­zins­li­che Wan­delVor­zugs­ak­ti­en aus­ge­ge­ben.

Im Ge­gen­satz zu nor­ma­len Wan­del­an­lei­hen ist der Wan­del­preis hier nicht fest, son­dern be­wegt sich in ei­ner Band­brei­te von 20%, hat al­so ei­nen obe­ren und un­te­ren Be­zugs­preis. Bei Ausgabe wur­de bei der St­an­ley-Emis­si­on für drei Jah­re ei­ne Prä­mie von 17,5% fi­xiert. Für ein Stück von no­mi­nal 100 $ be­kä­me man 0,6163 Ak­ti­en zu 162.26 $/Stück (Aus­ga­be­kurs rund 135 $). Dies ist der ma­xi­ma­le Preis und die Min­dest­be­zugs­men­ge. Sinkt die Ak­tie wi­der Er­war­ten stark, gilt der Min­dest­wan­del­preis von 138,1 $, was ei­ne ma­xi­ma­le An­zahl von 0,7241 Ak­ti­en er­gibt. Pen­delt sich die Ak­tie da­zwi­schen ein, wird der ent­spre­chen­de Kurs für das Um­wand­lungs­ver­hält­nis ge­nom­men.

Bei­de CPS ver­fü­gen wohl über ein IG-Ra­ting. Die Lauf­zei­ten sind sehr über­schau­bar. Die Haupt­at­trak­ti­on ge­gen­über nor­ma­len Wan­del­an­lei­hen ist aus­ser der fai­ren Prä­mie die über­durch­schnitt­li­che Ver­zin­sung. Die­se macht bei St­an­ley BD ku­mu­liert 17,25% aus, bei Bec­ton 18,75%. Im Ver­gleich zur Di­vi­den­de der zu­grun­de lie­gen­den Ak­ti­en er­hält man al­so drei­mal so viel Er­trag bei ei­nem Yield-Pick-Up (Dif­fe­renz) von et­wa 4,25%. Die­se Dif­fe­renz von rund 13% über die gan­ze Lauf­zeit bie­tet so ei­nen zu­sätz­li­chen Air­bag. CPS eig­nen sich für In­ves­to­ren, die be­reit sind, Ak­ti­en­ri­si­ken zu neh­men oder für Ak­tio­nä­re, de­nen die Di­vi­den­de nicht ge­nügt.

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