Am Ab­war­ten

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - LAU­RA ELMIGER

Die Aus­sich­ten für das in den USA an­säs­si­ge und auf In-si­tu-Ge­win­nung (ISR) spe­zia­li­sier­te Ur­an­berg­bau und -ex­plo­ra­ti­ons­un­ter­neh­men Ura­ni­um Ener­gy Corp (New York: UEC, Kurs: 1.30 $, Markt­wert: 180 Mio. $) sind viel­ver­spre­chend. Die Nu­kle­ar­in­dus­trie er­lebt dank dem glo­ba­len Kampf ge­gen den Kli­ma­wan­del und die Luft­ver­schmut­zung ei­ne Re­nais­sance. Denn al­ter­na­ti­ve Ener­gie­quel­len sind heu­te we­der aus­rei­chend vor­han­den noch er­schwing­lich.

Chi­na, In­di­en und Ja­pan be­schleu­ni­gen des­halb ihr nu­klea­res Wachs­tum. In den USA setzt die neue Re­gie­rung wie­der auf Atom­kraft und will in Zu­kunft ein­hei­mi­sche Er­zeu­ger be­vor­zu­gen. Die glo­bal stei­gen­de Nach­fra­ge so­wie die An­kün­di­gung ei­ner 10%-Pro­duk­ti­ons­kür­zung des welt­gröss­ten Ur­an­för­de­rers Kaz­a­t­om­prom wer­den ins­ge­samt zu ei­ner wei­te­ren Ver­knap­pung des Roh­stoffs füh­ren. Trotz­dem reicht der nied­ri­ge Uran-Spot­preis (21.50 $ pro Pfund) nicht aus, um die Pro­duk­ti­ons­kos­ten der Her­stel­ler zu de­cken.

Zeit ge­nutzt

UEC ver­folgt ih­re ei­ge­ne Stra­te­gie. We­gen des schwä­cheln­den Prei­ses und zur Scho­nung der ei­ge­nen Res­sour­cen stell­te sie die Uran­ex­trak­ti­on ein. In der Zwi­schen­zeit hat sie ihr Port­fo­lio durch ei­nen Zu­kauf er­wei­tert und Ge­neh­mi­gungs­ver­fah­ren für ge­plan­te Pro­jek­te vor­an­ge­trie­ben. Auf die­se Wei­se hat sich das Un­ter­neh­men stra­te­gisch po­si­tio­niert, um rasch auf ei­ne güns­ti­ge Preis­ent­wick­lung re­agie­ren zu kön­nen.

Im Port­fo­lio von UEC be­fin­den sich Pro­jek­te im Süd­wes­ten der USA und in Pa­ra­gu­ay. In Süd­te­xas nutzt sie den In­fra­struk­tur­vor­teil durch ei­ne Hu­band-Spo­ke-Pro­duk­ti­ons­stra­te­gie – fünf un­ter­neh­mens­ei­ge­ne ISR-Pro­jek­te (zwei da­von ge­neh­migt, ein drittes in fort­ge­schrit­te­ner Zu­las­sungs­pha­se) sind rund um die ei­ge­ne, be­wil­lig­te Auf­be­rei­tungs­an­la­ge Hob­son (Ka­pa­zi­tät von 2 Mio. Pfund pro Jahr) po­si­tio­niert. Hin­zu kommt das voll li­zen­zier­te Re­no-Cree­kPro­jekt in Wyo­ming, das sich UEC die­sen Mai durch ei­nen Ak­ti­en­tausch mit Pa­ci­fic Road Re­sour­ces ge­si­chert hat. In Pa­ra­gu­ay pro­fi­tiert das Un­ter­neh­men vom güns­ti­gen Berg­bau­recht und von ei­ner Po­li­tik, die aus­län­di­sche Di­rekt­in­ves­ti­tio­nen för­dert.

Gu­te Pro­gno­se

Ins­ge­samt hat sich UEC in den ver­gan­ge­nen Jah­ren güns­tig po­si­tio­niert. Die Stra­te­gie des Ma­nage­ments, in schwie­ri­gen Zei­ten die Be­wil­li­gung aus­ste­hen­der Pro­jek­te vor­an­zu­trei­ben, scheint auf­zu­ge­hen. Denn im Nor­mal­fall dau­ert es sie­ben bis zehn Jah­re, bis ein neu­es För­der­pro­jekt voll­stän­dig ge­neh­migt und ent­wi­ckelt ist. UEC hat mit ih­rem Vor­ge­hen das ei­ge­ne Pro­jekt­port­fo­lio in Po­le-Po­si­ti­on ge­bracht – start­be­reit für den nächs­ten An­stieg des Uran­prei­ses.

Auch der Stand­ort des Un­ter­neh­mens wird in Zu­kunft von Vor­teil sein. Die Tat­sa­che, dass die USA heu­te 95% des be­nö­tig­ten Urans im­por­tie­ren müs­sen, wird dem in­län­di­schen Her­stel­ler UEC un­ter der neu­en US-Re­gie­rung in die Hän­de spie­len.

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