Was Al­pi­ne Select mit 50 Mio. Fr. will

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Für die In­vest­ment­ge­sell­schaft Al­pi­ne Select wür­den sich wei­te­re Spe­ku­la­ti­ons­chan­cen in Ak­ti­en von Über­nah­me­kan­di­da­ten bie­ten, sagt Ray­mond Bär zur «Fi­nanz und Wirt­schaft». Er ar­gu­men­tiert, vie­le Ban­ken wür­den in sol­chen Si­tua­tio­nen we­gen Ka­pi­tal­pro­ble­men kaum mehr auf ei­ge­ne Rech­nung han­deln. Der Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent von Al­pi­ne Select muss es wis­sen. Er ist frü­he­rer Chef­ex­po­nent der Bank Ju­li­us Bär und ihr heu­ti­ger Eh­ren­prä­si­dent.

Mit Al­pi­ne Select, die rund 200 Mio. Fr. Geld­ver­mö­gen am Fi­nanz­markt in­ves­tiert, di­ri­giert er ei­ne Art Ge­gen­mo­dell zur Stan­dar­d­an­la­ge­stra­te­gie der Ban­ken. An der Stel­le brei­ter Di­ver­si­fi­ka­ti­on steht ei­ne Se­lek­ti­on we­ni­ger, da­für de­zi­dier­ter Ein­zel­in­vest­ments.

Er­neut wird li­qui­diert

Wo­hin die brut­to knapp 50 Mio. Fr. (vor Ver­rech­nungs­steu­er­ab­zug) flies­sen, die eben aus Di­vi­den­den der mehr­heit­lich kon­trol­lier­ten Hedge-Fund-Ge­sell­schaft Al­tin ein­ge­gan­gen sind, will Bär nicht sa­gen: «Wir le­gen das Geld von Al­pi­ne Select so an, wie wir auch un­ser ei­ge­nes Ver­mö­gen in­ves­tie­ren.»

Mit der ko­tier­ten Al­tin wie­der­holt Al­pi­ne Select, was an den Ab­so­lu­te-Be­tei­li­gungs­ge­sell­schaf­ten der Cre­dit Suis­se er­probt wur­de: Wenn die Ak­ti­en we­gen Nach­fra­ge­man­gels un­ter Wert no­tie­ren, wird ei­ne so ho­he Po­si­ti­on auf­ge­baut, dass ei­ne Ver­flüs­si­gung und Gel­drück­füh­rung durch­ge­setzt wer­den kann.

Al­tin, die mitt­ler­wei­le zu 93% Al­pi­ne Select ge­hört, hat ge­mäss dem Al­pi­nePlan den über­wie­gen­den Teil der In­vest­ments auf­ge­löst und aus­ge­schüt­tet. In der Fol­ge ist ihr Bör­sen­wert auf nur mehr gut 30 Mio. Fr. ge­schrumpft. «Ei­ne voll­stän­di­ge In­te­gra­ti­on von Al­tin und die De­ko­tie­rung der Ak­ti­en blei­ben das Ziel», sagt Ray­mond Bär.

Wei­te­rer Bär-Banker da­bei

Er hat vor Wo­chen­frist den Ver­wal­tungs­rat von Al­pi­ne Select durch den lang­jäh­ri­gen Bär-Banker Mi­chel Vu­ko­tic er­gänzt. Die­ser war zu­sam­men mit dem heu­ti­gen Bank-Bär-Prä­si­den­ten Da­ni­el Sau­ter an­fäng­lich die trei­ben­de Kraft von Al­pi­ne Select; das Duo zählt noch heu­te zu den grös­se­ren Ak­tio­nä­ren.

Die Al­pi­ne-Ma­na­ger plat­zie­ren das Ge­sell­schafts­ver­mö­gen «oh­ne Be­zug auf ei­nen Re­fe­ren­z­in­dex und oh­ne fes­te Re­geln», wie Bär sagt, wür­den da­bei aber «In­vest­ment­ak­zen­te» set­zen. Das Ziel blei­be, für die An­le­ger jähr­lich 6 bis 10% Ge­samt­ren­di­te aus Kurs­ent­wick­lung und Aus­schüt­tun­gen zu er­wirt­schaf­ten.

Der Er­folg stammt zum ei­nen aus Trans­ak­tio­nen wie mit den Ab­so­lu­te­und den Al­tin-Va­lo­ren. Er­gän­zend geht Al­pi­ne Select Fu­si­ons­wet­ten ein. «Un­se­re Po­si­ti­ons­be­zü­ge in den Ak­ti­en von Ac­te­li­on und Syn­gen­ta ha­ben sich aus­ge­zahlt», be­merkt Bär, «und ich rech­ne da­mit, dass sich wei­te­re ähn­li­che Si­tua­tio­nen ent­wi­ckeln.» Kauf­mög­lich­kei­ten wür­den sich bald er­öff­nen, denn der Ak­ti­en­markt kön­ne nicht auf Dau­er so we­nig vo­la­til blei­ben wie ge­gen­wär­tig.

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