Ver­schnauf­pau­se an Wall­s­treet

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - THA

Die Häu­ser­prei­se le­gen kräf­tig zu. Ei­ne Ama­zon-Ak­tie kos­tet erst­mals mehr als 1000 $.

im April den drit­ten Mo­nat in Fol­ge ge­sun­ken, wie der Kon­su­men­ten­preis­in­dex PCE zeigt. Er ist im Jah­res­ver­gleich 1,5% ge­stie­gen, nach 1,6% im Vor­mo­nat. Die USNo­ten­bank (Fed) peilt ei­ne In­fla­ti­ons­ra­te von 2% an. Den­noch er­war­ten die Markt­teil­ne­her, dass das Fed am nächs­ten Tref­fen vom 14. und 15. Ju­ni ei­ne wei­te­re Er­hö­hung des Leit­zin­ses be­schliesst.

Steil nach oben geht es da­ge­gen am Im­mo­bi­li­en­markt. Der S&P/Ca­se-Shil­ler-Haus­preis­in­dex, der die Preis­ent­wick­lung in den zwan­zig gröss­ten Me­tro­po­len misst, ist im März ver­g­li­chen zum Vor­jahr 5,9% ge­stie­gen. Es han­delt sich um die gröss­te Zu­nah­me seit Ju­li 2014. Die Prei­se für Wohn­ei­gen­tum wach­sen da­mit deut­lich schnel­ler als die Löh­ne, die jüngst rund 2,5% zu­ge­legt ha­ben.

An den Roh­stoff­märk­ten ha­ben die Prei­se der­weil nach­ge­ge­ben. So ver­bil­lig­te sich die ame­ri­ka­ni­sche Öl­sor­te WTI mehr als 1% und no­tier­te un­ter 50 $. Die Sor­gen um ein Über­an­ge­bot be­herr­schen den Markt nach wie vor. Auch der Be­ginn der Som­mer­sai­son ver­moch­te den Preis­rutsch nicht zu brem­sen: Mit dem Me­mo­ri­al Day star­tet in den USA tra­di­tio­nell die Dri­ving Sea­son, in der die Ame­ri­ka­ner quer durch das Land fah­ren, um et­wa Ver­wand­te zu be­su­chen. Die höhere Sprit­nach­fra­ge wirk­te sich bis­lang aber nicht auf die Ener­gie­prei­se aus. Vor die­sem Hin­ter­grund ga­ben die Ak­ti­en der Ener­gie­kon­zer­ne Exxon Mo­bil (81.28 $ Er­öff­nung am Di­ens­tag, –0,5% ver­gan­ge­ne Wo­che) und Chev­ron (104.35 $, –2,2%) nach.

Trotz der jüngs­ten Schwä­che blickt Wall­s­treet auf ein er­folg­rei­ches Bör­sen­jahr zu­rück. Der S&P 500 hat von Ja­nu­ar bis Mai knapp 8% zu­ge­legt. Am bes­ten ha­ben Tech­no­lo­gie­ti­tel ab­ge­schnit­ten: Sie sind seit Jah­res­be­ginn rund 20% avan­ciert. Die Bran­chen­schwer­ge­wich­te Ama­zon (996.63 $, +3,3%) und Face­book (151.80 $, +2,7%) ver­zeich­nen gar Kurs­ge­win­ne von mehr als 30%. Aber auch Net­flix (163.66 $, +3%) hat die Kon­kur­renz mit +27% hin­ter sich ge­las­sen. Die An­tei­le der Goo­gleMut­ter Al­pha­bet (997.48 $, +3,8%) ha­ben sich rund 20% ver­teu­ert. Für man­che Ti­tel müs­sen An­le­ger mitt­ler­wei­le tief in die Ta­sche grei­fen. So kos­te­te ei­ne Ak­tie von Ama­zon am Di­ens­tag erst­mals mehr als 1000 $, Al­pha­bet no­tier­te knapp un­ter die­ser Schwel­le (vgl. Sei­ten 18 und 19).

Zu den Bör­sen­lieb­lin­gen zäh­len auch Apple (153.35 $, –0,3%). An­le­ger war­ten mit Span­nung auf die jähr­li­che Ent­wick­ler-Kon­fe­renz, die die­ses Jahr vom 5. bis 9. Ju­ni in San Jo­sé, Ka­li­for­ni­en, statt­fin­den wird. Sie hof­fen, dass der IT-Gi­gant den An­lass nut­zen wird, um ers­te Hin­wei­se auf das neue iPho­ne zu ge­ben. Das Smart­pho­ne bleibt der wich­tigs­te Wachs­tums­trei­ber für den Tech­no­lo­gie­kon­zern. Ent­spre­chend gross sind die Hoff­nun­gen, dass sich das iPho­ne 8, das ge­mäss Ge­rüch­ten im Sep­tem­ber vor­ge­stellt wer­den soll, zum Ver­kaufs­schla­ger ent­wi­ckelt. Der Op­ti­mis­mus spie­gelt sich im Ak­ti­en­kurs: Die Apple-Va­lo­ren ha­ben sich seit Jah­res­be­ginn 33% ver­teu­ert. In­ves­to­ren müs­sen sich al­ler­dings auf ei­ne Ach­ter­bahn­fahrt ein­stel­len. So ver­lo­ren die Ti­tel et­wa nach der Kon­fe­renz im Jahr 2015 deut­lich an Bo­den.

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