Wie die PMI die Ak­ti­en­märk­te be­ein­flus­sen

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

Die meis­ten Ver­mö­gen­s­prei­se hän­gen von der Kon­junk­tur ab. Er­war­ten die In­ves­to­ren ein be­schleu­nig­tes Wirt­schafts­wachs­tum und ent­spre­chend hö­he­re Un­ter­neh­mens­ge­win­ne, zie­hen die Ak­ti­en­kur­se ten­den­zi­ell an. In ei­nem Ab­schwung da­ge­gen sind Ak­ti­en we­ni­ger ge­fragt, da­für ge­win­nen si­che­re Ob­li­ga­tio­nen an At­trak­ti­vi­tät, wo­durch de­ren Kur­se stei­gen. Des­halb wer­den Früh­in­di­ka­to­ren wie der In­dus­trie-PMI am Markt mit Ar­gus­au­gen be­ob­ach­tet. Sie er­fas­sen die Trends sehr zeit­nah und ha­ben sich als zu­ver­läs­si­ge In­di­ka­to­ren eta­bliert.

Ein ho­her oder stei­gen­der PMI ist in der Re­gel gut für die Ak­ti­en­märk­te, ein fal­len­der da­ge­gen eher schlecht. Das be- stä­tigt ei­ne Aus­wer­tung von Gold­man Sachs. Seit Be­ginn der Auf­zeich­nung des ISM-In­dex 1952 sind die Bör­sen im Durch­schnitt ge­stie­gen, wenn er im be­tref­fen­den Mo­nat über 50 no­tier­te. Noch wich­ti­ger als das Ni­veau ist die Ve­rän­de­rung ge­gen­über dem Vor­mo­nat. Am gröss­ten war die Ak­ti­en­ren­di­te in je­nen Mo­na­ten, als der PMI un­ter 50 zu stei­gen be­gann. Ver­lus­te re­sul­tier­ten da­ge­gen im Ab­wärts­stru­del, wenn der PMI be­reits un­ter 50 war und wei­ter ab­sack­te.

Die­ses Mus­ter lässt sich über die letz­ten zwan­zig Jah­re auch in Eu­ro­pa be­ob­ach­ten. In den Er­ho­lungs­pha­sen, in de­nen der Eu­ro­zo­nen-PMI zwar noch un­ter 50 no­tier­te, aber wie­der zu­nahm, be­trug die durch­schnitt­li- che Ak­ti­en­markt­ren­di­te über 2% – mehr als in Boom­zei­ten mit ho­hen und stei­gen­den PMI. Am meis­ten lit­ten die Bör­sen auch dort, wenn die In­dus­trie-PMI un­ter 50 no­tier­ten und wei­ter san­ken. Wenn gleich­zei­tig die An­lei­hen­zin­sen fie­len, be­trug der mo­nat­li­che Ver­lust an der Bör­se im Mit­tel 3%.

Auch die chi­ne­si­schen Ein­kaufs­ma­na­ger-Um­fra­gen ha­ben jüngst an Be­deu­tung ge­won­nen. In ei­ner glo­ba­li­sier­ten Welt kön­nen die An­le­ger die zweit­gröss­te Wirt­schaft nicht ein­fach igno­rie­ren. Als der Cai­xin-PMI 2015 und 2016 län­ger un­ter 50 no­tier­te, sorg­te die Angst vor ei­ner har­ten Lan­dung Chi­nas rund um die Welt für Bör­sen­tur­bu­len­zen.

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