Flaue Nach­fra­ge nach Sil­ber

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - SU­SAN­NE TO­REN

Seit sie­ben Jah­ren sinkt die Sil­ber­nach­fra­ge der In­dus­trie, die mit ei­nem An­teil von über 50% die weit­aus gröss­te Ab­neh­mer­grup­pe am Sil­ber­markt ist. Der gröss­te Teil der in­dus­tri­el­len Sil­ber­nach­fra­ge ent­fällt da­bei auf die Elek­tro­in­dus­trie. Doch die ste­ti­ge Re­duk­ti­on des Sil­ber­ge­halts in elek­tri­schen und elek­tro­ni­schen Ge­rä­ten scheint noch nicht ab­ge­schlos­sen zu sein, so­dass die Sil­ber­nach­fra­ge der Elek­tro­in­dus­trie wei­ter ab­neh­men dürf­te. Nach ei­nem An­stieg 2016 rech­net das Sil­ver In­sti­tu­te 2017 eben­so mit ei­ner rück- läu­fi­gen Sil­be­r­ab­nah­me der Fo­to­vol­ta­ik, die im­mer­hin hin­ter 13% der in­dus­tri­el­len Sil­ber­nach­fra­ge steht. Auch die Ver­käu­fe von Sil­ber­mün­zen und -bar­ren ent­wi­ckeln sich bis­lang über­aus schwach. So sind die Ver­käu­fe von Sil­ber­mün­zen in den USA in den ers­ten vier Mo­na­ten 2017 um fast 50% ein­ge­bro­chen. An­ge­sichts des nun auch ge­gen­über Gold re­la­tiv güns­ti­gen Prei­ses von Sil­ber dürf­te ein­zig die Schmuck­in­dus­trie die­ses Jahr wie­der mehr Sil­ber ab­neh­men. So ist das viel be­ach­te­te Gold-Sil­ber-Ver­hält­nis jüngst wie- der auf 70 ge­klet­tert und da­mit deut­lich über den lang­jäh­ri­gen Durch­schnitt von 60. Re­la­tiv zu Gold, das bis­lang noch von po­li­ti­schen Un­wäg­bar­kei­ten – be­son­ders in der US-Po­li­tik – ge­stützt wird, aber fun­da­men­tal kor­rek­tur­ge­fähr­det er­scheint, weist Sil­ber zwar Po­ten­zi­al auf, doch legt die ver­hal­te­ne Nach­fra­ge nach Sil­ber bei aus­rei­chen­dem An­ge­bot eher ei­ne ge­drück­te Ent­wick­lung des ab­so­lu­ten Sil­ber­prei­ses 2017 na­he.

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