Pri­mär­markt deut­lich be­lebt

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - OB­LI­GA­TIO­NEN SCHWEIZ MAN­FRED KRÖLLER

EGW, Gran­de Di­xence, BKB, Cem­bra Mo­ney Bank und Acro­tec neh­men gut 1 Mrd. Fr. auf.

Die Neu­emis­si­ons­tä­tig­keit hat sich in den letz­ten Ta­gen deut­lich be­lebt. Zürcher Kan­to­nal­bank (ZKB) brach­te im Al­lein­gang zur Wo­chen­mit­te

Emis­si­ons­zen­tra­le für ge­mein­nüt­zi­ge Wohn­bau­trä­ger 2017/2032 über 130,7 Mio. Fr. un­ter. Der fünf­zehn­jäh­ri­ge Bond der EGW, die von den gros­sen Ra­ting­agen­tu­ren nicht be­wer­tet, aber von der ZKB mit AAA ein­ge­stuft wird, wur­de mit ei­nem Ab­schlag von 10 Ba­sis­punk­ten (Bp) un­ter Swap-Mit­te und ei­nem Aus­ga­be­preis von 101,246% un­ter­ge­bracht.

Eben­falls be­treut von der ZKB kam glei­chen­tags 11⁄ Gran­de Di­xence 2017/2024 über 160 Mio. Fr. Der Wal­li­ser Was­ser­krafts­werks­be­trei­ber zahl­te da­für ei­nen Ren­di­te­auf­schlag (Spre­ad) von 125 Bp über Swap-Mit­te. Der Aus­ga­be­preis er­reich­te 100,134%.

Gross­vo­lu­mig be­gann der Ju­ni: In Ei­gen­re­gie gab es am Don­ners­tag Bas­ler Kan­to­nal­bank 2017/2027 über 500 Mio. Fr. Der Spre­ad be­trug 14,5 Bp. über Swap. Bei 100,468% Aus­ga­be­preis er­ziel­te das zehn­jäh­ri­ge Pa­pier ei­ne Ren­di­te auf Ver­fall von 0,252%.

Cre­dit Suis­se (CS) und ZKB be­glei­te­ten Cem­bra Mo­ney Bank 2017/2025 über 150 Mio. Fr. Der Spre­ad be­trug 35 Bp über Swap, der Aus­ga­be­preis 100,632%, die Ren­di­te 0,295%. CS brach­te noch 33⁄ Grou­pe Acro­tec 2017/2023 über 70 Mio. Fr. an den Markt. Der West­schwei­zer Her­stel­ler von Prä­zi­si­ons­kom­po­nen­ten für die Uh­ren­in­dus­trie zahl­te ei­nen Spre­ad von 400 Bp. Der sechs­jäh­ri­ge Bond wur­de zu 100% aus­ge­ge­ben.

Die 24 Schwei­zer Kan­to­nal­ban­ken ver­fü­gen «im eu­ro­päi­schen Ver­gleich durch­gän­gig über ei­ne gu­te Kre­dit­wür­dig­keit». Das schreibt die Zürcher Ra­ting-Bou­tique In­de­pen­dent Cre­dit View (ICV) in ih­rer dies­jäh­ri­gen Kan­ton- al­ban­ken­stu­die. Die I-CV-Be­wer­tun­gen wer­den im Un­ter­schied zu de­nen der gros­sen eta­blier­ten Agen­tu­ren von In­ves­to­ren be­zahlt, nicht von den Emit­ten­ten. So sind die No­ten von I-CV recht kon­ser­va­tiv und lie­gen meist tie­fer als die Ein­schät­zun­gen von Moo­dy’s, Stan­dard and Poor’s oder Fitch.

«Die ro­bus­te in­di­vi­du­el­le Qua­li­tät schlägt sich in weit­ge­hend sta­bi­len in­trin­si­schen Ein­stu­fun­gen nie­der», schreibt I-CV. Das höchs­te ver­ge­be­ne Stand-alo­ne Ra­ting von A+ be­ka­men dies­mal nur noch vier Kan­to­nal­ban­ken (Bas­ler, Ber­ner, Grau­bünd­ner und Waadt­län­der). Nid­wald­ner und Schwy­zer KB, im Vor­jahr noch A+, müs­sen sich jetzt mit A be­gnü­gen. Mit A be­wer­tet sind neun In­sti­tu­te ( Vor­jahr acht), mit A– fünf (vier), mit BBB+ fünf (sechs). Am En­de der Rang­lis­te steht die Glar­ner KB mit BBB ( Vor­jahr BBB+).

Als ver­bes­se­rungs­wür­dig kri­ti­siert I-CV «die Ri­si­ko­be­richt­er­stat­tung vie­ler Kan­to­nal­ban­ken ». Es ge­be «sehr he­te­ro­ge­ne Prak­ti­ken» der Klas­si­fi­zie­rung und Be­wer­tung von Pro­blem­kre­di­ten, die «Fra­gen zur In­te­gri­tät von Ri­si­ko­steue­rung und -vor­sor­ge auf­wer­fen».

Al­les in al­lem sei aber «von ei­ner auf gu­tem Ni­veau weit­ge­hend sta­bi­len Kre­dit­wür­dig­keit der Kan­to­nal­ban­ken aus­zu­ge­hen». Haupt­ri­si­ko blei­be die «pro­ble­ma­ti­sche La­ge vie­ler Staa­ten und Ban­ken im Eu­ro­raum». I-CV emp­fiehlt, «man­gels Preis­dif­fe­ren­zie­rung, En­ga­ge­ments be­vor­zugt bei Kan­to­nal­ban­ken mit gu­ter in­trin­si­scher Bo­ni­tät vor­zu­zie­hen».

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.