Ka­tar-Kri­se und Dol­lar­schwä­che be­flü­geln Gold

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Der Gold­preis hat nach Pfings­ten ei­nen wei­te­ren Sprung nach oben ge­macht und da­bei in Dol­lar ein neu­es Jah­res­hoch er­reicht. Die Fein­un­ze no­tier­te am Di­ens­tag über 1294 $. Zwar kos­te­te Gold am 17. April kurz noch mehr, der von Bloom­berg er­mit­tel­te Ta­ges­schluss­kurs lag aber un­ter 1290 $. Der Gold­preis hat die­ses Jahr fast 13% ge­won­nen. Ein Grund für den jüngs­ten An­stieg der Gold­nach­fra­ge ist die Ka­tar-Kri­se: Ei­ne von Sau­di-Ara­bi­en an­ge­führ­te Ko­ali­ti­on hat die di­plo­ma­ti­schen Be­zie­hun­gen zum Emi­rat ab­ge­bro­chen. Auch die Ver­kehrs­ver­bin­dun­gen wer­den ge­kappt. Ka­tar wird vor­ge­wor­fen, Ter­ror­or­ga­ni­sa­tio­nen zu un­ter­stüt­zen. Das schürt Ängs­te vor ei­nem Kon­flikt in der Golf­re­gi­on und ver­un­si­chert In­ves­to­ren welt­weit. Da Gold den Ruf ei­nes si­che­ren Ha­fens hat, wird es in un­si­che­ren Zei­ten stär­ker nach­ge­fragt.

Ge­mäss den Roh­stoff­ana­lys­ten der Com­merz­bank er­hält Gold aber noch von an­de­rer Sei­te Un­ter­stüt­zung. Im­mer mehr Markt­teil­neh­mer zwei­fel­ten an ei­ner deut­li­chen Straf­fung der US-Geld­po­li­tik in den kom­men­den zwei Jah­ren. Aus­schlag­ge­bend für die Er­nüch­te­rung sei­en die ent­täu­schen­den Ar­beits­markt­da­ten vom Frei­tag ge­we­sen. Der Markt für Fed Funds Fu­tures preist seit­her nach dem er­war­te­ten Schritt von nächs­ter Wo­che nur noch ei­ne wei­te­re Zins­er­hö­hung bis En­de 2018 ein. Die Zwei­fel an deut­lich mehr Wachs­tum und In­fla­ti­on und ent­spre­chend hö­he­ren US-Zin­sen las­sen sich auch am Aus­sen­wert des Dol­lars oder an den lang­fris­ti­gen An­lei­hen­ren­di­ten ab­le­sen.

Der US-Dol­lar hat seit An­fang Jahr ge­gen­über den wich­tigs­ten Han­dels­wäh­run­gen Wert ein­ge­büsst und ist zum Fran­ken un­ter 97 Rap­pen ge­fal­len. In Fran­ken ist die Gold­hausse des­halb weit we­ni­ger be­ein­dru­ckend (vgl. Gra­fik). Die Ren­di­ten zehn­jäh­ri­ger US-Staats­an­lei­hen sind seit März von 2,6% auf 2,14% ge­sun­ken.

Es wä­re kei­ne Über­ra­schung, wenn der Gold­preis in den kom­men­den Ta­gen zum ers­ten Mal seit Trumps Wahl­sieg über 1300 $ steigt. Doch die Roh­stoff­ana­lys­ten sind skep­tisch, was den wei­te­ren Kurs­ver­lauf an­geht: «Bei 1300 $ stösst Gold auf ei­nen chart­tech­ni­schen Wi­der­stand, und es dürf­ten Ge­winn­mit­nah­men ein­set­zen», sagt Andre­as Maag, Edel­me­tall­ex­per­te der UBS In­vest­ment Bank. Da aber bei Preis­nach­läs­sen phy­si­sche Gold­käu­fe aus Asi­en für Un­ter­stüt­zung sorg­ten, sei kei­ne grös­se­re Kor­rek­tur zu er­war­ten.

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