CS-Ak­tio­när in Be­dräng­nis

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - JH/MH

Der Auf­ruhr auf der ara­bi­schen Halb­in­sel birgt Kon­flikt­stoff für Cre­dit Suis­se. Die sau­di­ara­bi­sche Ola­y­an Group und der Staats­fonds von Ka­tar sind Gross­ak­tio­nä­re. Und in den USA, die für die Sau­dis Par­tei er­grei­fen, sitzt der wich­tigs­te Re­gu­la­tor der CS.

Sau­di-Ara­bi­en und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te wer­fen Ka­tar vor, Ter­ro­ris­mus zu un­ter­stüt­zen. Sie ha­ben die di­plo­ma­ti­schen Be­zie­hun­gen zu Ka­tar ab­ge­bro­chen und wirt­schaft­li­che Sank­tio­nen er­grif­fen. Dem ha­ben sich Ägyp­ten, Bah­rain und Je­men an­ge­schlos­sen. Was mög­li­cher­wei­se ein Kon­flikt um die wirt­schaft­li­che Vor­herr­schaft ist, dürf­te vor­erst ein­mal die re­gio­na­le Kon­junk­tur be­ein­flus­sen. Der Öl­preis hat dar­auf nicht re­agiert. Das Ge­schäft in der Re­gi­on wird schwie­ri­ger.

To­tal 18% an Cre­dit Suis­se

Die Qa­tar In­vest­ment Aut­ho­ri­ty (QIA) ist mit ge­schätz­ten Ver­mö­gen von 330 Mrd. $ ein global be­deu­ten­der In­ves­tor. In der Schweiz ist der Staats­fonds der gröss­te Ein­zel­ak­tio­när der Cre­dit Suis­se. Ge­mäss der jüngs­ten Of­fen­le­gung hat er die di­rek­te Be­tei­li­gung an der Bank wie­der auf über 5% er­höht. Ins­ge­samt hält das von der Herr­scher­fa­mi­lie Al Tha­ni kon­trol­lier­te Ve­hi­kel ei­nen An­teil von 17,98% der Stimm­rech­te. 5,01% sind Ak­ti­en, der Rest sind Er­werbs­rech­te im Zu­sam­men­hang mit Pflicht­wan­del­an­lei­hen. Die­se Rech­te brin­gen den Ka­ta­rern jähr­lich rund 400 Mio. Fr. Zins ein, die Ak­ti­en­di­vi­den­de wei­te­re 70 Mio. Fr. im Jahr. Jas­sim Bin Ha­mad J.J. Al Tha­ni, als QIA-Ver­tre­ter, ist an der letz­ten Ge­ne­ral­ver­samm­lung aus dem Ver­wal­tungs­rat der CS aus­ge­schie­den.

Auf ei­nen di­rek­ten Ak­ti­en­an­teil von eben­falls rund 5% kom­men die USFonds­ge­sell­schaft Har­ris As­so­cia­tes, der nor­we­gi­sche Staats­fonds und die sau­di­sche Ola­y­an-Grup­pe.

Ge­mäss Ban­ken­ge­setz gilt als qua­li­fi­zier­ter In­ves­tor, wer di­rekt oder in­di­rekt mit min­des­tens 10% des Ka­pi­tals oder der Stim­men an ei­ner Schwei­zer Bank be­tei­ligt ist oder ih­re Ge­schäfts­tä­tig­keit an­ders mass­ge­bend be­ein­flus­sen kann. Qua­li­fi­ziert Be­tei­lig­te müs­sen Ge­währ für ei­ne ein­wand­freie Ge­schäfts­tä­tig­keit bie­ten. Der Ein­fluss des Ak­tio­närs darf sich nicht zum Scha­den ei­ner um­sich­ti­gen und so­li­den Ge­schäfts­tä­tig­keit aus­wir­ken. Die Fi­nanz­markt­auf­sicht (Fin­ma) prüft Mel­dun­gen zu qua­li­fi­zier­ten In­ves­to­ren und in­ter­ve­niert bei Be­darf. Zu Ka­tar woll­te sich die Be­hör­de auf An­fra­ge nicht äus­sern.

Von Bür­gen­stock bis VW

Die QIA wur­de 2005 mit dem Ziel ge­grün­det, die Über­schüs­se aus dem Ölund Gas­ge­schäft auf lan­ge Sicht zu in­ves­tie­ren. Dass das Land nun auf ei­ne in­ter­na­tio­nal ver­bind­li­che Schur­kenLis­te ge­setzt wird, ist zu­min­dest frag­lich an­ge­sichts der gros­sen in­ter­na­tio­na­len Ver­flech­tung. Das Ho­tel auf dem Bür­gen­stock, Har­rods in Lon­don und das Em­pi­re Sta­te Buil­ding in New York müss­ten neue Geld­ge­ber fin­den.

Zu den gröss­ten eu­ro­päi­schen Be­tei­li­gun­gen der QIA ge­hö­ren ne­ben CS der Au­to­kon­zern Volks­wa­gen, der Erd­öl­kon­zern Ros­neft und der Roh­stoff­händ­ler Glen­co­re. Al­lein die zehn gröss­ten eu­ro­päi­schen In­vest­ments sum­mie­ren sich auf gut 44 Mrd. $ (vgl. Ta­bel­le).

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