Das Wich­tigs­te

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE -

oben­aus. Der Boom führt zu stei­gen­den Löh­nen und ei­ner ver­bes­ser­ten Kon­su­men­ten­stim­mung, was den Fir­men Um­satz­ge­win­ne be­schert. Da der Kon­sum an­zieht, ge­hö­ren aber auch zu­se­hends Roh­stof­fe und Im­mo­bi­li­en zu den Ge­win­nern. Die stei­gen­den Zin­sen sind hin­ge­gen Gift für An­lei­hen.

Ih­re St­un­de schlägt in der Ab­küh­lung, wenn das Wachs­tum den Ze­nit über­schrit­ten hat und der Zin­szy­klus zu dre­hen be­ginnt. Fal­len­de Zin­sen und ri­si­ko­scheue­re An­le­ger sor­gen da­für, dass Ob­li­ga­tio­nen die stärks­te An­la­ge­klas­se sind. Roh­stof­fe so­wie Im­mo­bi­li­en über­zeu­gen in die­ser Pha­se eben­falls häu­fig mit an­sehn­li­chen Er­trä­gen, wäh­rend Ak­ti­en die sich ab­zeich­nen­de flaue­re Ge­winn­dy­na­mik vor­weg­neh­men und zu­rück­blei­ben. Die ver­schie­de­nen An­la­ge­klas­sen ent­wi­ckeln sich je nach Pha­se im Kon­junk­tur­zy­klus un­ter­schied­lich. Die Zei­chen ste­hen welt­weit im­mer noch auf Wachs­tum, al­ler­dings scheint der Schwung nach­zu­las­sen. In der Ab­küh­lungs­pha­se blei­ben Ak­ti­en im Ver­gleich zu Cash, An­lei­hen, Roh­stof­fen und Im­mo­bi­li­en oft zu­rück.

Die USA küh­len sich ab

Schwächt sich die Wirt­schaft wei­ter ab, folgt der Ab­schwung, in dem die Un­ter­neh­men zu­se­hends un­ter Druck ge­ra­ten. We­gen schrump­fen­der Ge­win­ne müs­sen die Ge­sell­schaf­ten An­ge­stell­te ent­las­sen, die Ar­beits­lo­sig­keit nimmt zu. Die Bör­sen re­agie­ren mit Kurs­ver­lus­ten. Die Zin­sen fal­len noch wei­ter, was den An­lei­hen wei- ter Auf­trieb ver­leiht. Die üb­ri­gen An­la­ge­klas­sen be­we­gen sich im Mit­tel­feld. Hat sich die Wirt­schaft an­ge­passt, setzt die nächs­te Er­ho­lung ein und Ak­ti­en über­neh­men wie­der die Füh­rung.

Wie sieht es ak­tu­ell aus? Di­ver­se In­di­zi­en spre­chen da­für, dass die USA be­reits an der Schwel­le zur Ab­küh­lung ste­hen, wäh­rend sich Eu­ro­pa noch in der Ex­pan­si­on be­fin­det. Das zeigt ein Blick auf die PMI: Wäh­rend der US-In­dex jüngst stark zu­rück­ge­kom­men ist, hat er in Eu­ro­pa En­de Mai ein Mehr­jah­res­höchst er­klom­men (vgl. Gra­fik 2). «Der US-Ein­kaufs­ma­na­ger­index hat den Ze­nit wohl über­schrit­ten und der US-Ar­beits­markt hat sich wei­ter auf­ge­hellt. Es scheint, dass sich die USA in der Ab­küh­lungs­pha­se be­fin­den», meint Ian Wright von Gold­man Sachs.

Zu­dem hat die Er­ho­lung in den USA vor rund acht Jah­ren ein­ge­setzt, was sie laut Mar­tin Bar­nes von BCA Re­se­arch zur dritt­längs­ten der Ge­schich­te macht. Mit zu­neh­men­der Dau­er ei­nes Auf­schwungs nimmt aber die Ge­fahr der Über­hit­zung zu, auf wel­che die No­ten­bank re­agie­ren muss. Dar­auf deu­tet der en­ge Ar­beits­markt hin. Auch die wie­der fla­che­re Zins­kur­ve (vgl. Gra­fik 3) si­gna­li­siert ge­mäch­li­che­res Wachs­tum. Da­mit aber könn­te es sich loh­nen, lang­sam von Ak­ti­en in An­lei­hen oder Cash um­zu­schich­ten.

In Eu­ro­pa macht sich der­weil der brei­te Auf­schwung erst rich­tig be­merk­bar. Die Er­ho­lung auf dem Al­ten Kon­ti­nent wur­de durch die Eu­ro­kri­se lan­ge ver­zö­gert, was das Zu­rück­blei­ben im Zy­klus er­klärt. Die Am­peln für Ak­ti­en ste­hen wei­ter auf Grün.

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