Wall­s­treet setzt nach Re­kord auf Ab­war­ten

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - HF

Golf­kri­se und be­vor­ste­hen­des Hea­ring des Ex-FBI-Chefs lie­fern Ge­sprächs­stoff. Die Bör­se bleibt ru­hig.

ho­len, wol­len sie die Si­cher­heit am Berg nicht ver­lie­ren. Die Stan­dard­in­di­zes no­tier­ten am Di­ens­tag im Er­öff­nungs­han­del 0,2% un­ter dem Wert des Vor­tags, beim Nas­daq wa­ren es 0,1%. Die Stim­mung im Di­enst­leis­tungs­ge­wer­be hat­te sich im Mai über­ra­schend ein­ge­trübt. Um­ge­kehrt ging die Wirt­schafts­pro­duk­ti­vi­tät im ers­ten Quar­tal nicht wie er­war­tet zu­rück, son­dern sta­gnier­te.

Die Zu­spit­zung am Golf und das auf Don­ners­tag an­ge­setz­te Hea­ring des von Do­nald Trump ge­schass­ten FBI-Di­rek­tors Ja­mes Co­mey im Se­nat präg­ten die Schlag­zei­len. Spä­ter im Ju­ni tagt der Of­fen­markt­aus­schuss des Fed. Ein wei­te­rer Zins­schritt er­scheint so gut wie be­schlos­sen, denn die Kon­junk­tur hält sich gut.

Un­ter­neh­mens­mel­dun­gen wa­ren rar. App­le (154.14 $, –0,8%) ga­ben nach, ob­wohl der iPho­nePro­du­zent neu­ar­ti­ge ver­netz­te Laut­spre­cher vor­stell­te: 8 cm ho­he, zy­lin­der­för­mi­ge Bo­xen, die ge­mäss CEO Tim Cook das Mu­sik­hö­ren zu Hau­se «re­vo­lu­tio­nie­ren». Der Ho­mepod, so heisst das Klang­sys­tem, kann auch Be­feh­le ver­ste­hen und setzt auf ho­he Qua­li­tät.

Die Kon­kur­renz für smar­te Laut­spre­cher ist je­doch gross. Goog­le und Ama­zon ha­ben ähn­li- che Ge­rä­te be­reits im Markt, und nicht zu ver­ges­sen der Schwei­zer An­bie­ter Lo­gi­tech, des­sen Laut­spre­cher­ge­ne­ra­ti­on reis­sen­den Ab­satz fin­det (+61% im jüngs­ten Quar­tal). Die Kon­kur­renz­pro­duk­te sind güns­ti­ger als der Ho­mepod, der 349 $ kos­tet und in den USA im De­zem­ber in den Ver­kauf kom­men soll.

An­le­ger war­ten da­her ab. Die stol­ze Ak­ti­en­be­wer­tung von App­le im­pli­ziert schon, dass der Kon­zern in­no­va­tiv blei­ben und den Ver­kaufs­er­folg hoch­hal­ten muss. In die­sem Sinn ist der Ho­mepod le­dig­lich ei­ne Be­stä­ti­gung und noch kei­ne neue Kurs­ra­ke­te.

In Ja­pan kam am Di­ens­tag die Spe­ku­la­ti­on auf, App­le und Ama­zon (1015.50 $, +0,9%) sei­en an der Chip­spar­te der an­ge­schla­ge­nen To­shi­ba-Grup­pe in­ter­es­siert. Nä­he­res wur­de nicht be­kannt. Von sich re­den mach­ten auch Al­pha­bet. Die Ti­tel des Goog­le-Mut­ter­hau­ses spran­gen am Mon­tag erst­mals über 1000 $ (1003.88 $, +0,8%). Das ist ei­ne Zahl, die im­po­niert. Ei­nen ein­deu­ti­gen An­lass für den Kurs­sprung gab es nicht.

Grund für Dis­kus­sio­nen be­stand dem­ge­gen­über im Ener­gie­sek­tor: Sau­di-Ara­bi­en und ei­ni­ge an­de­re ara­bi­sche Län­der ha­ben über das roh­stoff­rei­che Ka­tar Wirt­schafts­sank­tio­nen ver­hängt. Ka­tar un­ter­stüt­ze ter­ro­ris­ti­sche Grup­pen, re­kla­mie­ren (aus­ge­rech­net) die Sau­dis. St­ein des An­stos­ses dürf­ten je­doch die Kon­tak­te des Golf­staats zum Iran sein, dem Erz­feind von Sau­di-Ara­bi­en.

Ka­tar ist mit sei­nem 330 Mrd. $ schwe­ren Staats­fonds nicht nur ein wich­ti­ger in­ter­na­tio­na­ler In­ves­tor, son­dern auch be­deu­ten­der Lie­fe­rant von Erd­gas. Die Sank­tio­nen be­schrän­ken die Ener­gie­aus­fuh­ren al­ler­dings nur mar­gi­nal. Ener­gie­ak­ti­en re­agier­ten denn auch kaum. An­le­ger wäh­nen die Ener­gie­zu­fuhr aus dem Per­si­schen Golf nicht in Ge­fahr. Der Öl­preis der te­xa­ni­schen Sor­te WTI gab auf 47.21 $ wei­ter nach. Gold ver­teu­er­te sich um gut 1% auf 1294 $ pro Un­ze.

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