Die Wo­che der Wah­len

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - THO­MAS HÄR­TER,

Das glo­ba­le Wachs­tum scheint fun­da­men­tal so­li­de ab­ge­si­chert.

Zu­nächst zum Da­ten­sa­lat: Der Ein­kaufs­ma­na­ger­index für das ver­ar­bei­ten­de Ge­wer­be in der Eu­ro­zo­ne hat sich auf dem ho­hen Ni­veau von 57 ge­hal­ten, der In­dex für die Di­enst­leis­tungs­in­dus­trie er­reich­te 56,3. In Grossbritannien si­gna­li­siert der Ein­kaufs­ma­na­ger­index für das ver­ar­bei­ten­de Ge­wer­be mit 56,7 statt der er­war­te­ten 56,5 eben­falls kräf­ti­ges Wachs­tum. Der In­dex für die Di­enst­leis­tungs­in­dus­trie ent­täusch­te: Statt der er­war­te­ten 55 kam er nur auf 53,8.

In den USA eta­blier­te sich der In­dex bei 52,7 leicht über dem Kon­sen­sus von 52,5. Der Auf­trags­ein­gang er­reich­te den sehr ho­hen In­dex­wert von 59,5. Da­für ent­täusch­te die Di­enst­leis­tungs­in­dus­trie mit nur 53,6. Der Nik­kei PMI für Ja­pan stieg von 52 auf 53,1, der rus­si­sche Ver­gleichs­wert klet­ter­te von 50,8 auf 52,4. Der Ge­samt­in­dex für Russ­land stieg auf 56. Ita­li­ens Brut­to­in­land­pro­dukt wuchs im ers­ten Quar­tal mit 0,4% stär­ker als er­war­tet (0,2%).

Die In­di­ka­to­ren zei­gen so­mit wei­ter­hin ein ro­bus­tes Wachs­tum der Welt­wirt­schaft. Wäh­rend die In­di­zes für Eu­ro­pa ten­den­zi­ell die ho­hen Er­war­tun­gen er­fül­len oder gar über­tref­fen, fal­len die US-In­di­ka­to­ren eher schwä­cher aus als er­war­tet. Dies gilt vor al­lem für den Stel­len­zu­wachs aus­ser­halb der Land­wirt­schaft (Non­farm Pay­rolls). Statt der er­war­te­ten 182 000 wur­den im Mai nur 138 000 neue Jobs ge­schaf­fen.

Mehr­heit für Ma­cron?

Grossbritannien wählt am 8. Ju­ni sein Par­la­ment. Der Vor­sprung der Kon­ser­va­ti­ven ge­gen­über La­bour be­trägt ge­mäss YouGov der­zeit rund vier Pro­zent­punk­te. Es bleibt ab­zu­war­ten, ob Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May von den jüngs­ten Ter­ror­an­schlä­gen in Mit­lei­den­schaft ge­zo­gen wird. Die Op­po­si­ti­on wirft ihr vor, die von ihr als frü­he­re In­nen­mi­nis­te­rin durch­ge­setz­ten Spar­mass­nah­men hät­ten die Si­cher­heits­or­ga­ne mass­geb­lich ge­schwächt und den At­ten­tä­tern in Man­ches­ter und Lon­don in die Hän­de ge­spielt.

In zwei Etap­pen – am 11. und am 18. Ju­ni – wählt Frank­reich die neue Na­tio­nal­ver­samm­lung. Um­fra­gen zu­fol­ge dürf­te Prä­si­dent Em­ma­nu­el Ma­cron ei­ne kla­re Mehr­heit er­rin­gen. Die Ip­sos-Um­fra­ge sagt vor­aus, dass Ma­crons Be­we­gung «En Mar­che» zwi­schen 395 und 425 der 577 Sit­ze ge­win­nen wird. Wür­de sich die­ses Sze­na­rio rea­li­sie­ren, könn­ten end­lich über­fäl­li­ge Ar­beits­markt­re­for­men, Sen­kun­gen der Staats­aus­ga­ben und Er­leich­te­run­gen des Steu­er­sys­tems be­schlos­sen und durch- ge­setzt wer­den. Bis­her über­zeugt Ma­crons hu­mo­ris­ti­scher, wort­kar­ger Stil sei­ne Lands­leu­te.

Der von US-Prä­si­dent Trump ent­las­se­ne FBI-Chef Ja­mes Co­mey wird am Don­ners­tag vor dem USSe­nat aus­sa­gen. Trumps Russ­land­af­fä­re dürf­te die Märk­te noch ei­ni­ge Zeit be­schäf­ti­gen. Der Dol­lar er­reich­te den tiefs­ten Stand seit acht Mo­na­ten, der Yen den höchs­ten seit 25. April. Die Märk­te re­agie­ren ent­täuscht auf die Schwie­rig­kei­ten der Re­gie­rung Trump die Steu­er­re­form– und De­re­gu­lie­rungs­agen­da durch­zu­set­zen.

Ein neu­er Kri­sen­herd?

Sau­di Ara­bi­en, Ägyp­ten, die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­ra­te und Bah­rain ha­ben die di­plo­ma­ti­schen Be­zie­hun­gen zu Ka­tar ab­ge­bro­chen und die Gren­zen ge­schlos­sen. Ka­ta­ri­sche Staats­an­ge­hö­ri­ge müs­sen die an­de­ren Län­der in­ner­halb von 14 Ta­gen ver­las­sen. Der Schiffs- und Flugverkehr wird ein­ge­stellt, das di­plo­ma­ti­sche Per­so­nal ab­ge­zo­gen. Der Ak­ti­en­markt in Doha brach um mehr als 7% ein. Der Kon­flikt der ara­bi­schen Welt mit dem klei­nen Emi­rat von nur zwei Mil­lio­nen Ein­woh­nern ist nicht neu. Spä­tes­tens seit Grün­dung des Nach­rich­ten­sen­ders Al Ja­ze­e­ra, der den «ara­bi­schen Früh­ling» un­ter­stütz­te, be­ste­hen Span­nun­gen. Auch die gu­ten Be­zie­hun­gen der Ka­ta­ris zum Iran und zur schii­ti­schen Welt sind den Sau­dis ein Dorn im Au­ge.

Ka­tar, mit knapp 18% gröss­ter Ein­zel­ak­tio­när der CS, wirk­te auch auf den Schwei­zer Ak­ti­en­markt, der nach der Pfingst­pau­se schwach ten­dier­te. Hin­zu kam, dass kli­ni­sche Stu­di­en zum Krebs­mit­tel Per­je­ta ent­täusch­ten, beim Her­stel­ler Ro­che für Ab­ga­be­druck sorg­ten und den ge­sam­ten SMI in Mit­lei­den­schaft zo­gen. Ro­che «wie­gen» im SMI rund 20%.

Newspapers in German

Newspapers from Switzerland

© PressReader. All rights reserved.