Das Pfund ist Op­fer des Wahl­aus­gangs

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So war das nicht ge­plant: Die Par­la­ments­wah­len im Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reich hät­ten der Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May zu ei­nem deut­li­chen Sieg und da­mit zu ei­nem kla­ren Man­dat für die be­vor­ste­hen­den Aus­tritts­ver­hand­lun­gen mit der Eu­ro­päi­schen Uni­on ver­hel­fen sol­len. Das über­ra­schend schwa­che Ab­schnei­den der To­ries schwächt nun al­ler­dings die Po­si­ti­on des Ver­ei­nig­ten Kö­nig­reichs und sorgt für an­hal­ten­de po­li­ti­sche Un­si­cher­heit.

Wäh­rend sich die glo­ba­len Märk­te von der Nach­richt nicht aus der Ru­he brin­gen lies­sen, muss­te die bri­ti­sche Wäh­rung Fe­dern las­sen. Ge­gen­über dem Dol­lar fiel das Pfund um 1,7% auf 1.274 und gab da­mit so stark nach wie letzt­mals im Ok­to­ber. Zum Fran­ken rutsch­te es auf 1.236 (–1,4%), ge­gen­über dem Eu­ro auf 1.139 (–1.4%). Und der Ab­wärts­druck könn­te laut Tho­mas Här­ter, CIO von Aqui­la, durch­aus noch an­hal­ten: «Es ist nicht aus­zu­schlies­sen, dass sich die Pfund­schwä­che noch ak­zen­tu­iert, wenn das po­li­ti­sche Cha­os of­fen­sicht­lich wird.»

Al­ler­dings sei die bri­ti­sche Wäh­rung mitt­ler­wei­le be­reits die am stärks­ten un­ter­be­wer­te­te Haupt­wäh­rung, so Här­ter. Das zu­min­dest si­gna­li­siert sein Be­wer­tungs­mo­dell, das auf der Kauf­kraft zwi­schen den USA und Gross­bri­tan­ni­en ba­siert. Die­sem zu­fol­ge han­delt das Pfund rund 20% un­ter sei­nem fai­ren Wert (vgl. Grafik). Mo­ni­ca De­fend von Pioneer In­vest­ments ist eben­falls der An­sicht, es be­ste­he kurz­fris­tig wei­te­res Kor­rek­tur­po­ten­zi­al. Doch an­ders als Här­ter stuft sie das Pfund mit Blick auf die Zins­dif­fe­ren­zen zwi­schen dem Kö­nig­reich und den USA noch nicht als at­trak­tiv ein.

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