Markt­füh­rer

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ -

Die spa­ni­sche Gross­bank Santan­der kauft die an­ge­schla­ge­ne Ban­co Po­pu­lar für 1€. Der Kauf­preis ist sym­bo­lisch und ir­re­füh­rend. «Santan­der zahlt zwar 1 €, in­ves­tiert aber 7,9 Mrd. € in den Auf­bau der Re­ser­ven», sagt Pe­ter Reb­sa­men, Ban­ken­ana­lyst bei der BZ Bank. Da­mit wird die Bi­lanz von Po­pu­lar ge­stärkt.

Seit der Fi­nanz­kri­se lei­det das Kre­dit­in­sti­tut Po­pu­lar un­ter fau­len Im­mo­bi­li­en­kre­di­ten– ak­tu­ell sind 19 Mrd. € not­lei­dend. In­ner­halb von drei Jah­ren will sie die­se not­lei­den­den Kre­di­te auf ein nicht mehr be­droh­li­ches Ni­veau sen­ken. Da­zu ge­hö­ren auch Wert­be­rich­ti­gun­gen auf dem ei­ge­nen Be­stand von Im­mo­bi­li­en.

Da Santan­der mit ei­ner Kern­ka­pi­tal­quo­te von 10,7% selbst zu den schwä­cher ka­pi­ta­li­sier­ten Ban­ken in Eu­ro­pa ge­hört, führt sie für die Sa­nie­rung von Po­pu­lar ei­ne Ka­pi­tal­er­hö­hung von 7 Mrd. € durch. Santan­der baut durch die Trans­ak­ti­on ih­ren Markt­an­teil auf ge­gen 20% aus, bei Klein­und Mit­tel­be­trie­ben be­trägt er gar 25% (vgl. Grafik 2). Das ak­zen­tu­iert die Too-big­to-fail-De­bat­te in Spa­ni­en.

Für 2020 er­war­tet Santan­der ei­nen Ge­winn­bei­trag von 950 Mio. €. «Das ist kon­ser­va­tiv», sagt Reb­sa­men. «Das ent­spricht dem Ge­winn, den Po­pu­lar vor der Fi­nanz­kri­se je­des Jahr mach­te.» Nied­ri­ge­re Kos­ten sol­len das Er­geb­nis stüt­zen. Santan­der will ab 2020 jähr­lich 500 Mio. € spa­ren. Auch das Um­feld dürf­te hel­fen: Die Ar­beits­lo­sig­keit in Spa­ni­en sinkt, der pri­va­te Kon­sum steigt (vgl. Grafik 3).

An­le­ger sind op­ti­mis­tisch: Die Santan­der-Ak­ti­en ha­ben seit Be­kannt­ga­be 4% zu­ge­legt (vgl. Grafik 4). Das Po­ten­zi­al, die Er­war­tun­gen zu über­tref­fen, ist vor­han­den. Un­ge­wiss bleibt der Ab­schrei­bungs­be­darf auf dem Kre­dit- und Im­mo­bi­li­en­port­fo­lio.

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