Eon, RWE und EnBW er­hal­ten Mul­ti-Mil­li­ar­den-Rück­zah­lung

Finanz und Wirtschaft - - ENERGIE -

Die deut­sche Re­gie­rung muss im Streit mit den AKW-Be­trei­bern ei­ne emp­find­li­che Nie­der­la­ge ein­ste­cken. Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt er­klär­te am Mitt­woch die zwi­schen 2011 und 2016 er­ho­be­ne Kern­brenn­stoff­s­teu­er für ver­fas­sungs­wid­rig und nich­tig. Eon, RWE und EnBW rech­nen nun mit Rück­zah­lun­gen von ins­ge­samt über 6 Mrd. €. Das Ziel ei­nes aus­ge­gli­che­nen Bun­des­haus­halts ist nach den Wor­ten von Bun­des­kanz­le­rin An­ge­la Mer­kel aber nicht be­droht. Mit­ten im Wahl­kampf läuft nun ein Streit dar­über, wer für die Schlap­pe die Schuld trägt.

«Der Bun­des­fi­nanz­mi­nis­ter wird jetzt das Ur­teil aus­wer­ten, und na­tür­lich wer­den wir es dann auch um­set­zen», kün­dig­te Mer­kel an. Fi­nanz­mi­nis­ter Wolfgang Schäu­b­le wer­de da­nach «ge­eig­ne­te Vor­schlä­ge» ma­chen. Ein Spre­cher des Fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums sag­te, für den Zei­t­raum von 2011 bis 2016 wür­den rund 6,3 Mrd. € zu­rück­ge­zahlt so­wie Zin­sen. Die Zin­sen wür­den 6% pro Jahr aus­ma­chen. Es sei we­der ei­ne neue Steu­er als Er­satz not­wen­dig noch ein Nach­trags­haus­halt. In Re­gie­rungs­krei­sen un­wi­der­spro­chen blieb die Schät­zung, dass der End­be­trag, den die Re­gie­rung in­klu­si­ve der Zin­sen an die Kon­zer­ne über­wei­sen muss, ober­halb von 7 Mrd. € Eu­ro lie­gen dürf­te.

Die Bör­se hat­te man mit ei­nem so ein­deu­ti­gen Ur­teil nicht ge­rech­net. Die Ak­ti­en von RWE schos­sen am Mitt­woch zeit- wei­se 6,3% in die Hö­he. Da­mit no­tier­ten sie so hoch wie seit knapp zwei Jah­ren nicht mehr. Eon leg­ten 5,6 % zu. Bei­de Ti­tel ge­wan­nen im Wo­chen­ver­lauf wei­ter.

Al­lein Eon hat­te rund 2,85 Mrd. € an Atom­steu­ern ge­zahlt. Der Kon­zern rech­net zu­sätz­lich mit Zin­sen von 450 Mio. €. Mit dem Geld will Eon die Bi­lanz stär­ken. Über ein­zel­ne Mass­nah­men wer­de spä­ter ent­schie­den. Über ei­ne et­wai­ge Mit­tel­ver­wen­dung ge­be es der­zeit kei­nen Be­schluss, sag­te auch RWE. Der Kon­zern hat nach ei­ge­nen An­ga­ben 1,7 Mrd. € Kern­brenn­stoff­s­teu­er ge­zahlt und er­war­tet Zins­zah­lun­gen von rund 200 Mio. €.

Die von der Ener­gie­wen­de ge­beu­tel­ten Ver­sor­ger kön­nen das Geld gut ge­brau­chen. Sie ha­ben in den Vor­jah­ren Mil­li­ar­den­ver­lus­te ein­ge­fah­ren. Zu­dem müs­sen sie im Som­mer für die Ei­ni­gung bei der Atom­müll­la­ge­rung Mil­li­ar­den­sum­men in ei­nen Fonds ein­zah­len. (Reuters)

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