Die Zeit der Kind­heit ist vor­bei

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - STE­VE DR­EW,

Un­ter­neh­mens­an­lei­hen aus Schwel­len­län­dern (Em­Ma Cor­po­ra­tes) ha­ben sich seit An­fang 2016 sehr gu­te ent­wi­ckelt. Ein­zig US-Hoch­zins­an­lei­hen schnit­ten bes­ser ab. Haupt­grund wa­ren ho­he Mit­tel­zu­flüs­se, wohl meist von An­le­gern aus dem Dol­lar­raum auf der Su­che nach hö­he­rer Ren­di­te.

Em­Ma Cor­po­ra­tes sind heu­te ei­ne nicht mehr zu über­se­hen­de Grösse, in den ver­gan­ge­nen zehn Jah­ren sind sie im Schnitt 17% p. a. ge­wach­sen. Mit rund 1,8 Bio. $ ist das Seg­ment fast schon so gross wie das der US-Hoch­zins­an­lei­hen. Die Bo­ni­tät der Emit­ten­ten ist hoch: Zwei Drit­tel ha­ben An­la­ge­qua­li­tät (In­vest­ment Gra­de, IG), meist im BBB-Be­reich – sechs Stu­fen über dem Ni­veau von US-Hoch­zins­an­lei­hen. Zu­dem ha­ben we­ni­ger als 1,5% der Emit­ten­ten von Em­Ma Cor­po­ra­tes ein CCC-Ra­ting, im Seg­ment der US-Hoch­zins­an­lei­hen sind es fast 15%.

Po­si­tiv ist auch, dass der gut di­ver­si­fi­zier­te Markt reich­lich Mög­lich­kei­ten bie­tet, Al­pha zu ge­ne­rie­ren. Der JP Mor­gan CEMBI Broad Di­ver­si­fied In­dex um­fasst rund 1200 Pa­pie­re von 552 Emit­ten­ten aus 13 Sek­to­ren und 66 Län­dern. Vie­le An­le­ger sind im­mer noch der Mei- nung, dass die Roh­stoff­prei­se mass­geb­li­chen Ein­fluss auf die An­la­ge­klas­se ha­ben. Da­bei sind Fi­nanz­dienst­leis­ter im In­dex in­zwi­schen mit über 30% ge­wich­tet, Öl- und Gas­un­ter­neh­men mit nur 16%.

Das Em­Ma-Seg­ment ist auch ins­ge­samt at­trak­ti­ver als US-IG- und -Hoch­zins­an­lei­hen. So wei­sen Un­ter­neh­mens­an­lei­hen aus Schwel­len­län­dern ge­gen­über dem US-IG-Seg­ment ei­nen nied­ri­ge­ren Fremd­fi­nan­zie­rungs­grad (Net­to­schul­den/Ebit­da) auf, bie­ten ei­nen Ren­di­te­vor­teil von über 100 Ba­sis­punk­ten, und ih­re Du­ra­ti­on ist um drei Jah­re kür­zer. Zwei­fel­los wer­den Un­ter­neh­men aus Schwel­len­län­dern vom Markt im­mer noch für ih­re «fal­sche Post­leit­zahl» be­straft.

Neh­men wir et­wa Shell, Exxon und Gaz­prom. Von ih­nen hat Gaz­prom mit 24% die höchs­te Ebit­da-Mar­ge, wäh­rend ih­re Net­to­schul­den im Ver­hält­nis zum Ebit­da am nied­rigs­ten sind. Auch ist die Reich­wei­te der nach­ge­wie­se­nen Re­ser­ven von Gaz­prom mit 48 Jah­ren we­sent­lich hö­her als die der Kon­kur­renz. Den­noch ren­tiert die An­lei­he der Rus­sen130 Bp hö­her als die Pa­pie­re von Shell und Exxon.

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