So ent­ste­hen Bit­co­ins

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - LUZIUS MEISSER,

Es er­in­nert an die al­ten Gold­grä­ber­zei­ten, als die Nug­gets in müh­sa­mer Ar­beit ge­schürft wer­den muss­ten. Auch Bit­co­ins müs­sen erst er­ar­bei­tet wer­den, be­vor sie als Zah­lungs­mit­tel ein­ge­setzt wer­den kön­nen. Um Bit­co­in zu schür­fen, braucht es in ers­ter Li­nie Com­pu­ter mit ei­ner ho­hen Re­chen­leis­tung. Denn mit der di­gi­ta­len Wäh­rung wer­den nur die be­lohnt, die kom­ple­xe Re­chen­auf­ga­ben am schnells­ten er­le­di­gen. Der­zeit ver­teilt das Bit­co­in-Netz­werk je­den Tag 1800 Ein­hei­ten an sei­ne Schür­fer. Ak­tu­ell sind rund 16,3 Mio. Bit­co­ins im Um­lauf. Das sind rund drei Vier­tel der Men­ge, die ma­xi­mal ge­schaf­fen wird. Die­se Men­gen­be­gren­zung soll ei­nen wirk­sa­men Schutz ge­gen In­fla­ti­on bie­ten.

Im Ge­gen­satz zu den tra­di­tio­nel­len Wäh­run­gen wer­den Bit­co­ins von kei­ner zen­tra­len Stel­le ver­wal­tet, son­dern von ei­nem de­zen­tra­li­sier­ten Netz­werk. Das soll will­kür­li­che Ein­grif­fe weit­ge­hend aus­schlies­sen. Bit­co­in-Trans­ak­tio­nen ba­sie­ren auf ei­ner Block­chain-Tech­no­lo­gie. Das er­mög­licht, dass der Weg der ein­zel­nen Bit­co­ins lü­cken­los nach­voll­zieh­bar ist. Die Di­gi­tal­wäh­rung soll da­durch un­at­trak­tiv ge­macht wer­den als Mit­tel für Geld­wä­sche­rei und an­de­re krum­me Din­ge. Al­ler­dings sind die Markt­teil­neh­mer nicht mit dem rich­ti­gen Na­men, son­dern nur mit ei­nem Pseud­onym im Netz­werk ge­spei­chert.

Das Bit­co­in-Zah­lungs­sys­tem wur­de 2008 erst­mals in ei­nem Whi­te Pa­per be­schrie­ben. Als Grün­der gilt Sa­to­shi Na­ka­mo­to, wo­bei die­ser Na­me wohl ein Pseud­onym für ei­nen oder meh­re­re Per­so­nen ist. In­zwi­schen wer­den Bit­co­ins welt­weit auf zahl­rei­chen On­li­ne-Bör­sen ge­han­delt, wo­bei die Kur­se bis zu 20% von­ein­an­der ab­wei­chen kön­nen.

«Der jüngs­te Kurs­sprung von Bit­co­in ist vor al­lem psy­cho­lo­gisch ge­trie­ben.»

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