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Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - DA­MI­EN VERMONET,

Die Aus­sich­ten für die Zu­kunft der Eu­ro­zo­ne sind op­ti­mis­tisch. Po­li­tisch wird die­ser po­si­ti­ve Elan durch die Er­geb­nis­se der Wah­len un­ter­stützt. Dem eu­ro­päi­schen In­te­gra­ti­ons­pro­zess möch­ten vor al­lem Frank­reich und Deutsch­land wie­der neu­en Schwung ver­lei­hen.

Kon­junk­tu­rell hat sich die Si­tua­ti­on in der Eu­ro­zo­ne sta­bi­li­siert. Mit 56,8 liegt der PMI Com­po­si­te der­zeit auf dem höchs­ten Ex­pan­si­ons­ni­veau seit 2011. Es herr­schen in der Eu­ro­zo­ne al­so nach wie vor güns­ti­ge Rah­men­be­din­gun­gen für An­la­gen. Zu­rück­zu­füh­ren ist dies vor al­lem dar­auf, dass die Kon­junk­tur wei­ter an­zieht, dass die po­li­ti­schen Ri­si­ken spür­bar ab­ge­nom­men ha­ben und auf die star­ke geld­po­li­ti­sche Un­ter­stüt­zung der EZB.

Vor die­sem Hin­ter­grund ha­ben Ak­ti­en seit Jah­res­an­fang 9,82% zu­ge­legt (Sto­xx Eu­ro­pe 600), und Wandelanleihen kom­men auf ein Plus von 3,49% (ECI Eu­ro­pe). Eu­ro­päi­sche Wandelanleihen sind der­zeit bil­lig. Ih­re im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät – die Kos­ten für den Call der Wan­del­an­lei­he – ist auf ei­nem tie­fen Stand, der in sechs Jah­ren erst zwei Mal re­gis­triert wur­de. Je nied­ri­ger die im­pli­zi­te Vo­la­ti­li­tät, des­to bes­ser für den An­le­ger. In den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren gab es ex­trem vie­le Emis­sio­nen in An­la­ge­qua­li­tät. Die Bond Floors sind ziem­lich hoch und die Be­wer­tun­gen von da­her nied­rig. Ho­he Bond Floors und so­li­de Ra­tings ver­stär­ken die Kon­ve­xi­tät, den we­sent­li­chen Vor­zug von Wandelanleihen.

Nach un­se­rer Ein­schät­zung sind eu­ro­päi­sche Wandelanleihen op­ti­mal auf die der­zei­ti­gen Markt­be­din­gun­gen ab­ge­stimmt: nied­ri­ge Zin­sen, viel­ver­spre­chen­de Ak­ti­en­märk­te und im­mer noch be­ste­hen­de Ri­si­ken. Denn auch wenn die po­li­ti­schen Ri­si­ken in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ab­ge­nom­men ha­ben, sind sie kei­nes­wegs ver­schwun­den. Dies gilt vor al­lem für die Eu­ro­zo­ne, die USA und Grossbritannien.

Län­ger­fris­tig wer­den wir die Zins­po­li­tik der US-No­ten­bank und die Ab­schwä­chung der quan­ti­ta­ti­ven Lo­cke­rung in Eu­ro­pa im Au­ge be­hal­ten. Vor­aus­ge­setzt, die Früh­in­di­ka­to­ren ste­hen wei­ter auf Grün, dürf­ten in der Eu­ro­zo­ne Zin­sen und Ak­ti­en­kur­se mo­de­rat stei­gen. Dann wird es wohl ein Come­back eu­ro­päi­scher Wandelanleihen ge­ben.

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