Wahl­ge­win­ner

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - EDI AUMILLER,

In ei­ner er­eig­nis­rei­chen Wo­che ver­zeich­ne­ten eu­ro­päi­sche Staats­an­lei­hen und Schwel­len­län­der­an­lei­hen die höchs­ten Ge­win­ne. Der Sieg Ema­nu­el Ma­crons bei den fran­zö­si­schen Par­la­ments­wah­len stärk­te so­wohl sei­ne Po­si­ti­on als neu­er Staats­prä­si­dent als auch Frank­reichs Füh­rungs­rol­le in Eu­ro­pa, ne­ben Deutsch­land. In Ver­bin­dung mit dem schwe­ren Rück­schlag, den die po­pu­lis­ti­sche Fünf-Ster­ne-Be­we­gung bei den jüngs­ten Kom­mu­nal­wah­len in Ita­li­en hin­zu­neh­men hat­te, führ­te dies zu ei­ner Ent­span­nung der po­li­ti­schen Ri­si­ken in Eu­ro­pa.

Da­von pro­fi­tier­ten die Staats­an­lei­hen. Die eu­ro­päi­schen An­lei­hen wur­den zu­dem durch die Eu­ro­päi­sche Zen­tral­bank ge­stützt, wel­che An­fang Ju­ni ih­re ge­mäs­sig­te Hal­tung be­kräf­tig­te. Bei US-Tre­a­su­ries hin­ge­gen stie­gen die Ren­di­ten. Ei­ner­seits ist das auf die Er­war­tun­gen zu­rück­zu­füh­ren, dass die US-No­ten­bank die Zin­sen am heu­ti­gen Mitt­woch an­he­ben dürf­te. An­de­rer­seits ist dies auch ei­ne Fol­ge der Nor­ma­li­sie­rung.

An­lei­hen und Wäh­run­gen aus Schwel­len­län­dern ent­wi­ckel­ten sich gut, vor al­lem der me­xi­ka­ni­sche Pe­so. Der pro­fi­tier­te von der Aus­sicht auf me­xi­ka­ni­sche Zu­cker­lie­fe­run­gen in die USA. Of­fi­zi­el­len An­ga­ben zu­fol­ge könn­te in den kom­men­den Ta­gen ei­ne Ver­ein­ba­rung über den Ex­port von me­xi­ka­ni­schem Roh­zu­cker und Raf­fina­de zu­stan­de kom­men, was auf ver­bes­ser­te bi­la­te­ra­le Be­zie­hun­gen schlies­sen lässt. Mit 18,2 Pe­so/$ er­reich­te die me­xi­ka­ni­sche Wäh­rung den höchs­ten Stand seit Au­gust 2016. Die Kurs­ver­lus­te des Pe­sos im Ge­fol­ge der US-Prä­si­dent­schafts­wahl und Trumps An­dro­hung von Han­dels­schran­ken sind da­mit neu­tra­li­siert.

Das bri­ti­sche Pfund fiel auf 1.26 $/£, nach­dem Pre­mier­mi­nis­te­rin The­re­sa May bei der Par­la­ments­wahl ih­re bis­he­ri­ge Mehr­heit für die kon­ser­va­ti­ve Par­tei ver­lor und nun bei der Re­gie­rungs­bil­dung Bünd­nis­se ein­ge­hen muss. Das Er­geb­nis dürf­te ih­re Po­si­ti­on un­mit­tel­bar vor Be­ginn der Br­ex­it-Ver­hand­lun­gen schwä­chen. Schon wer­den die wirt­schaft­li­chen Fol­gen der Ent­schei­dung der Eu­ro­päi­schen Uni­on in Grossbritannien spür­bar: Die bri­ti­sche In­fla­ti­ons­ra­te stieg im Mai auf 2,9%, den höchs­ten Wert seit vier Jah­ren, nicht zu­letzt in­fol­ge des schwä­che­ren Pfunds.

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