Kurs­rutsch der IT-Ak­ti­en ge­stoppt

Finanz und Wirtschaft - - AKTIEN AUSLAND - HF

Kein Grund zur Auf­re­gung, die Ge­schäfts­mo­del­le von App­le & Co. sind in­takt. Dow Jo­nes auf Re­kord.

Nor­ma­ler­wei­se gibt Ame­ri­ka den Takt an den Welt­bör­sen an. Die­ses Mal war es um­ge­kehrt. Tech­no­lo­gie­ak­ti­en in Eu­ro­pa ga­ben mit dem stärks­ten Ta­ges­ge­winn seit sechs Wo­chen die Rich­tung vor. Dar­aus schöpf­ten auch die In­ves­to­ren an Wall­s­treet Mut und grif­fen wie­der zu, nach­dem sie den Sek­tor schon auf der Kip­pe ge­se­hen hat­ten. Mäch­tig an den Ner­ven zerr­ten ne­ga­ti­ve Stim­men ver­schie­de­ner Bro­ker­häu­ser (so von Gold­man Sachs), vor al­lem die grossen IT-Wer­te wie App­le (per sal­do in zwei Ta­gen –5,2% auf 146.99 $), Al­pha­bet (–4% auf 964.53 $), Ama­zon (–3,8% auf 972 $) und Face­book (–3,2% auf 149.80 $) sei­en über­be­wer­tet. Es folg­ten Me­dien­be­rich­te, die – im Sin­ne von «wir ha­ben es ja im­mer ge­sagt» – App­le & Co. be­reits in den Kel­ler stür­zen sa­hen.

Da­zu ist zu sa­gen: Die Fi­nanz­in­sti­tu­te le­ben vom Han­del, und ihn an­zu­feu­ern liegt in der Na­tur der Sa­che. Und die Me­di­en in­ter­es­sie­ren sich fürs Bör­sen­the­ma weit mehr, wenn die Kur­se fal­len, als wenn sie stei­gen. Für um­sich­ti­ge An­le­ger bleibt die Kir­che im Dorf. Denn nicht zu ver­ges­sen: Die ge­nann­ten Ti­tel avan­cier­ten seit Jah­res­be­ginn 25 bis über 30%, und setz­ten da­mit wie­der­um fort, was schon Jah­re da­vor be­gon­nen hat­te. Rück­set­zer dür­fen bei die­sem Hö­hen­flug nicht über­ra­schen, und was wich­tig ist: Nicht nur die Kur­se, auch die Ge­win­ne vie­ler Tech-Un­ter­neh­men ha­ben ex­plo­si­ons­ar­tig zu­ge­nom­men. Das re­sul­tiert in Be­wer­tun­gen, die bei App­le mit ei­nem KGV 2017 von 17 so­gar leicht nied­ri­ger liegt, als beim US-Ge­samt­markt. Die Aus­sich­ten sind dank der syn­chron wach­sen­den Welt­wirt­schaft, dem In­ter­net der Din­ge und der di­gi­ta­len Re­vo­lu­ti­on in ro­si­gem Licht. Ge­schäfts­mo­dell, Bi­lanz, In­no­va­ti­ons­kraft und Markt­po­si­ti­on der Tech-Schwer­ge­wich­te sind un­be­strit­ten. Das schliesst Kurs­kor­rek­tu­ren nicht aus, deu­tet aber eher auf ei­ne Fort­set­zung als ein En­de der Auf­wärts­be­we­gung hin.

Im Schat­ten der Tech­no­lo­gie­wer­te stand das Zins­the­ma, wo­bei die­ses zu Recht auf klei­ner Flam­me kocht. Al­les an­de­re als ei­ne wei­te­re Leit­zins­er­hö­hung des Fed am Mitt­woch – es wä­re die vier­te seit En­de der Fi­nanz­kri­se – wür­de den Markt über­ra­schen. Die Band­brei­te für Ta­ges­geld wür­de dann 1 bis 1,25% be­tra­gen. Für ein wei­te­res sach­tes An­zie­hen der Zins­schrau­be spricht eben­falls die bes­se­re Kon­junk­tur. Ge­spannt ist man, ob sich Fed-Che­fin Ja­net Yel­len al­len­falls da­zu äus­sert, wie die No­ten­bank ih­re re­kord­ho­he Bi­lanz von 4,5 Bio. $ zu­rück­zu­fah­ren ge­denkt.

Ein leicht hö­he­rer Öl­preis von 46 $ pro Fass der US-Sor­te WTI ver­lieh den Ener­gie­ak­ti­en Schwung. Exxon Mo­bil und Chev­ron no­tier­ten 0,8 bzw. 1,4% hö­her als am Frei­tag. Für ei­nen wei­te­ren Im­puls könn­te der Öl­be­richt der US-Ener­gie­be­hör­de am Mitt­woch sor­gen. Er­war­tet wird ein Rück­gang des Roh­öl­be­stands.

Nach fast sech­zehn Jah­ren als CEO tritt der 61-jäh­ri­ge Jeff Im­melt von der Kon­zern­spit­ze von Ge­ne­ral Electric zu­rück. Die Ma­na­ge­ri­ko­ne über­reicht den Stab an den lang­jäh­ri­gen Lei­ter der Me­di­zin­tech­nik­spar­te, John Fl­an­ne­ry. GE stie­gen per sal­do 2,1%.

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