Ers­te Ge­winn­mit­nah­men

Finanz und Wirtschaft - - MONITOR - ALEX­AN­DER KRÄ­MER,

Ak­ti­en­märk­te sta­bi­li­sie­ren sich nach Tech-Aus­ver­kauf; Fed im Fo­kus.

GDie eu­ro­päi­schen Ak­ti­en­märk­te sind mit Kurs­ver­lus­ten in die Han­dels­wo­che ge­star­tet – nach schwa­chen Vor­ga­ben aus den USA. Dort hat­ten am Frei­tag nach Bör­sen­schluss in Eu­ro­pa Tech­no­lo­gie-Ak­ti­en mas­siv ver­lo­ren. In der Spit­ze lag der Ver­lust des Nas­daq Com­po­si­te am Frei­tag bei 3,2%; Schwer­ge­wich­te wie App­le, Ama­zon, Face­book und Al­pha­bet ver­lo­ren zwi­schen 3% und 4%. Trotz der deut­li­chen Ver­lus­te fehl­te ein fun­da­men­ta­ler Trei­ber. Was bleibt, ist die Ver­mu­tung, dass nach Kurs­ge­win­nen von mehr als 30% seit Jah­res­an­fang An­le­ger Ge­win­ne mit­ge­nom­men ha­ben.

Trotz ei­ner mo­de­ra­ten Er­ho­lung am Di­ens­tag stand im eu­ro­päi­schen Nach­mit­tags­han­del beim Eu­ro Sto­xx 50 noch ein Kurs­ver­lust von 0,8% zu Bu­che. Der SMI, in dem Tech­no­lo­gie­wer­te ei­ne un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le spie­len, konn­te so­gar 0,2% im bis­he­ri­gen Wo­chen­ver­lauf zu­le­gen. Doch auch hier ist nicht ei­tel Son­nen­schein – schon in der ver­gan­ge­nen Wo­che hat­te der SMI stark nach­ge­ge­ben, wäh­rend der Eu­ro Sto­xx 50 un­ver­än­dert no­tier­te.

Gut für si­che­re Hä­fen

Von den Kurs­ver­lus­ten am Ak­ti­en­markt pro­fi­tier­ten zu­nächst si­che­re Hä­fen wie deut­sche Bun­des­an­lei­hen oder US-Tre­a­su­ries. So sank die Ren­di­te zehn­jäh­ri­ger Bun­des­an­lei­hen am Mon­tag zwi­schen­zeit­lich auf 0,244%, der tiefs­te Stand seit April. Mit der Er­ho­lung am Ak­ti­en­markt am Di­ens­tag stie­gen auch wie­der die Ren­di­ten; US-Tre­a­su­ries setz­ten den seit et­wa ei­ner Wo­che be­ste­hen­den Trend zu hö­he­ren Zins­ni­veaus fort und ren­tier­ten im frü­hen US-Han­del am Di­ens­tag bei 2,22%.

Für den US-An­lei­hen­markt dürf­te der Fo­kus so­wie­so auf der Fed-Sit­zung am heu­ti­gen Mitt­woch lie­gen. Nach­dem der sta­bi­le Auf­wärts­trend bei den US-Ver­brau­cher­prei­sen in den letz­ten bei­den Mo­na­ten ab­rupt ge­stoppt wur­de und auch die Kern­teu­e­rung erst­mals seit Ok­to­ber 2015 wie­der un­ter 2% im Vor­jah­res­ver­gleich liegt, hat­te sich das ei­ne oder an­de­re Mit­glied des Of­fen­markt­aus­schus­ses be­sorgt ge­äus­sert und an­ge­deu­tet, dass für den nächs­ten Zins­schritt ei­ne Sta­bi­li­sie­rung bzw. ein An­stieg der In­fla­ti­on von­nö­ten sei. Da­her wer­den die USIn­fla­ti­ons­da­ten, die be­reits heu­te Nach­mit­tag ver­öf­fent­licht wer­den, mit Span­nung er­war­tet.

Von dem Aus­ver­kauf bei Tech­no­lo­gie­ak­ti­en kaum be­trof­fen wa­ren Schwel­len­län­der­ak­ti­en. Der Shang­hai Com­po­si­te und auch der MexBol no­tier­ten na­he­zu un­ver­än­dert im Ver­gleich zum Wo­chen­be­ginn. Un­ter­stüt­zend ge­wirkt ha­ben wohl hier die seit meh­re­ren Wo­chen an­hal­ten­den Zuflüs­se in Schwel­len­län­der-Ak­ti­en­fonds. Dies dürf­te mit der über den Som­mer wohl wie­der stär­ker in den Vor­der­grund tre­ten­den Jagd nach Ren­di­te zu­sam­men­hän­gen. Auch bei Un­ter­neh­mens­an­lei­hen ist dies sicht­bar: Die Prei­se für Aus­fall­ver­si­che­run­gen (CDS) sind seit Wo­chen­an­fang wie­der ge­sun­ken.

Gold fällt wei­ter

Trotz der jüngs­ten Un­si­cher­heit nach den Wah­len in Grossbritannien und dem Ab­ver­kauf von Ak­ti­en fällt der Gold­preis wei­ter. Das über­rascht. Nur ei­ne Wo­che nach­dem es fast wie­der bei 1300 $/ Fein­un­ze no­tier­te, han­delt das Edel­me­tall bei 1260 $ – und das trotz wei­ter­hin ho­her Gold­be­stän­de in ETF. Ge­ne­rell scheint es nicht die Wo­che der Roh­stof­fe zu wer­den. Kup­fer hat fast al­le Ge­win­ne der letz­ten Wo­che wie­der ver­lo­ren, und Öl hat sich von dem Kurs­rutsch am ver­gan­ge­nen Mitt­woch noch nicht er­holt; es ver­harrt bei rund 48 $/Fass (Brent).

Un­ter den Wäh­run­gen steht das bri­ti­sche Pfund im Fo­kus: Nach fast ei­ner Wo­che ver­ar­bei­tet es wei­ter­hin den Wahl­aus­gang – auch wenn sich beim Kabel (£/$) die Mar­ke von 1,2630 als Un­ter­stüt­zung her­aus­zu­bil­den scheint.

Dass The­re­sa May nach der Wahl­schlap­pe nun auf ei­nen «wei­che­ren» Br­ex­it hin­ar­bei­ten dürf­te, ist für das Pfund po­si­tiv. Aber die Un­si­cher­heit bleibt, ob es über­haupt zu ei­ner sta­bi­len Re­gie­rung kommt. Und das ver­hin­dert bis­lang nicht nur ei­ne Er­ho­lung des Pfun­des, son­dern birgt auch das Ri­si­ko ei­ner wei­te­ren Ab­wer­tung.

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