SNB will Gross­ban­ken rüs­ten

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Die bei­den Gross­ban­ken Cre­dit Suis­se und UBS müs­sen sich für den Not­fall be­reit­hal­ten. Ge­ra­ten sie in ar­ge Schief­la­ge, muss es mög­lich sein, sie zu sa­nie­ren oder in den Kon­kurs zu schi­cken, oh­ne dass der Steu­er­zah­ler ein­springt. Das schreibt die Schwei­ze­ri­sche Na­tio­nal­bank (SNB) im dies­jäh­ri­gen Fi­nanz­sta­bi­li­täts­be­richt, der am Don­ners­tag ver­öf­fent­licht wur­de.

Bei­de Gross­ban­ken hät­ten ih­re Ka­pa­zi­tät ver­bes­sert, Ver­lus­te zu tra­gen ( To­tal Loss-Ab­sor­bing Ca­pa­ci­ty TLAC). Die­se Ver­lust­ab­sorp­ti­ons­fä­hig­keit wer­de wei­ter zu­neh­men, wenn die Gross­ban­ken al­le Re­geln voll­stän­dig er­füll­ten, er­klärt die SNB. «Das ist nö­tig, weil das Ver­lust­po­ten­zi­al im Ver­hält­nis zum Ka­pi­tal nach wie vor sub­stan­zi­ell ist.»

Mehr Ei­gen­ka­pi­tal

Die An­for­de­run­gen an das Ei­gen­ka­pi­tal sind kom­plex. Bei den ri­si­ko­ge­wich­te­ten Ka­pi­tal­quo­ten, de­ren Kal­ku­la­ti­on im­mer wie­der hef­tig de­bat­tiert wird, er­fül­len die bei­den Gross­ban­ken die Vor­schrif­ten be­reits heu­te. Bei der un­ge­wich­te­ten Ka­pi­tal­quo­te (Le­ver­a­ge Ra­tio) und da­mit beim Ver­hält­nis von Ei­gen­ka­pi­tal zu Bi­lanz­sum­me müss­ten sich die bei­den In­sti­tu­te ver­bes­sern, for­dert die SNB.

Um die Ver­lust­ge­fahr zu eru­ie­ren, hat die SNB ei­nen Stress­test durch­ge­führt. Grund­la­ge wa­ren die Er­fah­run­gen aus der Fi­nanz­kri­se und vier ne­ga­ti­ve Sze­na­ri­en: ei­ne Ban­ken­kri­se mit Re­zes­si­on im Eu­ro­land und län­ger­fris­ti­gem Ne­ga­tiv­zins in der Schweiz, ei­ne Schwel­len­län­der­kri­se wie En­de der Neun­zi­ger­jah­re, drit­tens ei­ne US-Re­zes­si­on mit welt­wei­ter Aus­brei­tung und vier­tens schnell stei­gen­de Zin­sen – ein Zins­schock.

Falls ei­ne sys­tem­re­le­van­te Bank in Be­dräng­nis kommt, stel­len Vor­schrif­ten ei­nen Rah­men, um sie zu sa­nie­ren oder ab­zu­wi­ckeln. Da­zu ha­ben die zwei Gross­ban­ken ge­mäss Na­tio­nal­bank be­reits zen­tra­le Mass­nah­men ein­ge­führt, et­wa mit Schwei­zer Toch­ter­ge­sell­schaf­ten.

Die SNB for­dert: «Wei­te­re Fort­schrit­te müs­sen ge­macht wer­den, in­dem ro­bus­te Plä­ne für ei­ne Ab­wick­lung an­ge­fer­tigt wer­den.» Bis En­de 2019 müss­ten CS und UBS zei­gen, dass sie die sys­tem­re­le­van­ten Funk­tio­nen in der Schweiz auch im Kon­kurs­fall auf­recht­er­hal­ten könn­ten.

Ris­kan­te Hy­po­the­ken

Auf den Märk­ten für Wohn­im­mo­bi­li­en und Hy­po­the­ken hät­ten sich die Un­gleich­ge­wich­te «leicht ver­rin­gert», sei­en aber im­mer noch so gross wie 2014, hält die SNB fest. Die in­lan­d­ori­en­tier­ten Ban­ken sei­en dort im Ver­gleich zum Vor­jahr ein­mal mehr stär­ker ex­po­niert. Das Vo­lu­men der Hy­po­the­ken sei ge­wach­sen. Zu­dem ha­be der An­teil neu­er Kre­di­te für Haus­be­sit­zer mit ver­hält­nis­mäs­sig ge­rin­gem Ein­kom­men er­neut zu­ge­nom­men.

Ex­po­niert sei­en die In­land­ban­ken ge­gen­über ei­nem Zins­schock – dem vier­ten ne­ga­ti­ven Sze­na­rio im Stress­test. Er zei­ge, dass es wich­tig sei, den be­ste­hen­den, über die Vor­schrif­ten hin­aus­ge­hen­den Ka­pi­tal­puf­fer zu er­hal­ten. Die Na­tio­nal­bank re­sü­miert, sie wer­de den Im­mo­bi­li­en­markt eng über­wa­chen.

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