Ar­gen­ti­ni­en vor dem Wie­der­auf­stieg

Finanz und Wirtschaft - - MÄRKTE - PR

Nicht nur für die chi­ne­si­schen Bör­sen, auch für Ar­gen­ti­ni­en und Ni­ge­ria könn­te der 20. Ju­ni ein his­to­ri­scher Tag wer­den. Denn dann ver­öf­fent­licht der US-Fi­nanz­dienst­leis­ter MSCI die Er­geb­nis­se der In­dex­über­ar­bei­tung (vgl. Text links). Im Fal­le von Ar­gen­ti­ni­en wird der In­dex­an­bie­ter ent­schei­den, ob das Land in den Schwel­len­län­der­index MSCI Emer­ging Mar­kets auf­ge­nom­men wird.

Die Klas­si­fi­zie­rung von Ni­ge­ria steht we­gen der De­vi­sen­re­strik­tio­nen zur Dis­kus­si­on. Das be­völ­ke­rungs­reichs­te Land Afri­kas droht des­we­gen aus dem Fron­tier Mar­kets In­dex von MSCI zu fal­len. Fron­tier Mar­kets, zu Deutsch Grenz­märk­te, sind die zwei­te Li­ga der auf­stre­ben­den Märk­te, die we­gen un­ge­nü­gen­der Grös­se und Li­qui­di­tät oder ein­ge­schränk­tem Zu­gang nicht zu den Schwel­len­län­dern zäh­len.

Schub für die Bör­se

Für Ar­gen­ti­ni­en wä­re die Klas­si­fi­zie­rung als Schwel­len­land kein No­vum. Nach der Lan­cie­rung des MSCI Emer­ging Mar­kets 1988 war das Land zwan­zig Jah­re lang im In­dex ver­tre­ten. Erst 2009 wur­de die Bör­se Bu­e­nos Ai­res we­gen der Ka­pi­tal­ver­kehrs­kon­trol­len zum Fron­tier Mar­ket de­gra­diert. Un­ter dem 2015 ge­wähl­ten Prä­si­den­ten Mau­ricio Ma­cri sind die nö­ti­gen Schrit­te ein­ge­lei­tet wor­den, um die Be­din­gun­gen für die Wie­der­auf­nah­me in den Schwel­len­län­der­index zu er­fül­len. Die De­vi­sen­kon­trol­len sind auf­ge­ho­ben wor­den, 2016 kehr­te das Land an die in­ter­na­tio­na­len Kapitalmärkte zu­rück.

Die Chan­cen für Ar­gen­ti­ni­ens In­dex­auf­stieg sind gut. Oli­ver Bell, Port­fo­lio­ma­na­ger bei T. Ro­we Pri­ce, er­war­tet, dass MSCI das Up­grade am Di­ens­tag kom­mu­ni­ziert und Ar­gen­ti­ni­en nächs­tes Jahr in den In­dex auf­ge­nom­men wird. Die Bör­se könn­te des­halb wei­te­ren Schub er­hal­ten. «Zwi­schen der An­kün­di­gung und der ef­fek­ti­ven Auf­nah­me in den In­dex zie­hen die Kur­se in der Re­gel be­son­ders stark an», sagt Bell. Pa­kis­tan et­wa wur­de per En­de Mai zu den Schwel­len­län­dern hoch­ge­stuft. Seit An­kün­di­gung der Re­klas­si­fi­zie­rung vor ei­nem Jahr hat Pa­kis­tans Bör­se in Dol­lar 30% ge­won­nen und zähl­te 2016 zu den bes­ten Ak­ti­en­märk­ten welt­weit. Noch ein­drück­li­cher war die Per­for­mance der Golf­staa­ten nach Be­kannt­ga­be der Hoch­stu­fung 2012 (vgl. Gra­fik).

Zit­tern in La­gos

Ni­ge­ri­as Chan­cen auf den Ver­bleib im Fron­tier Mar­ket In­dex ha­ben sich in den ver­gan­ge­nen Mo­na­ten ver­bes­sert. Seit dem Kol­laps des Erd­öl­prei­ses 2015 herrscht dort aku­te Dol­lar­knapp­heit. Um die Ab­wer­tung der Lan­des­wäh­rung Nai­ra zu ver­hin­dern, in­ter­ve­nier­te die Zen­tral­bank am Devisenmarkt und schränk­te den Nai­ra­han­del ein.

Die­se Re­strik­tio­nen wer­den nun schritt­wei­se auf­ge­ho­ben. Seit April kön­nen Port­fo­li­o­in­ves­to­ren wie­der zu ei­nem markt­ba­sier­ten Wech­sel­kurs Nai­ra in Dol­lar tau­schen. Auch die Re­strik­tio­nen für Im­por­teu­re sol­len auf­ge­ho­ben wer­den. Um lo­ka­le Pro­du­zen­ten zu schüt­zen, hat­te die Zen­tral­bank in der Kri­se vor ei­nem Jahr den Im­por­teu­ren von 41 Pro­duk­ten den Zu­gang zum Devisenmarkt ver­bo­ten.

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