Fed-Plä­ne drü­cken Tre­a­su­ry-Kur­se

Finanz und Wirtschaft - - OBLIGATIONEN - STE­PHAN KUHNKE,

Die US-No­ten­bank Fed setz­te am Mitt­woch ih­ren mo­de­ra­ten Zins­er­hö­hungs­pfad fort und er­höh­te die Span­ne für den Leit­zins zum vier­ten Mal in­ner­halb von acht­zehn Mo­na­ten um 0,25 Pro­zent­punk­te auf 1 bis 1,25%. Wäh­rend die­ser Schritt er­war­tet wor­den war, lies­sen die be­reits sehr kon­kre­ten Plä­ne zum Ab­schmel­zen der US-No­ten­bank­bi­lanz auf­hor­chen. Die­se «haw­kis­he» No­te des Fed ver­setz­te US-Tre­a­su­ries ei­nen Kurs­rück­schlag. Zu­vor hat­ten schwa­che In­fla­ti­ons­zah­len noch zu fal­len­den Ren­di­ten in den USA ge­führt.

Der seit ei­ni­gen Wo­chen schwä­cheln­de Öl­preis und der zur Stär­ke nei­gen­de Eu­ro sorg­ten auch in der Eu­ro­zo­ne für Re­vi­sio­nen in den In­fla­ti­ons­er­war­tun­gen, was in­fla­ti­ons­in­de­xier­te An­lei­hen un­ter Druck setz­te und bis zur Wo­chen­mit­te zu rück­läu­fi­gen Zin­sen bei no­mi­nel­len Staats­an­lei­hen führ­te.

Im Sog der US-Tre­a­su­ries kam es je­doch dann auch bei eu­ro­päi­schen Staats­ob­li­ga­tio­nen zum Wo­chen­schluss zu leicht stei­gen­den Zin­sen. Deut­lich über­durch­schnitt­lich ent­wi­ckel­ten sich Staats­ob­li­ga­tio­nen aus den Pe­ri­phe­rie­län­dern in der ab­ge­lau­fe­nen Han­dels- wo­che. Aus­lö­ser war hier, dass in Ita­li­en die Wahl­rechts­re­form zu­nächst ein­mal nicht zu­stan­de kommt, weil sich im Par­la­ment kei­ne Mehr­heit fand. Da­mit wer­den vor­ge­zo­ge­ne Neu­wah­len im Herbst un­wahr­schein­lich, so­dass zu­min­dest für die nächs­ten Mo­na­te die po­li­ti­sche Front et­was zur Ru­he kom­men dürf­te. Der Ren­di­te­auf­schlag zehn­jäh­ri­ger ita­lie­ni­scher Staats­an­lei­hen zu deut­schen sank ent­spre­chend von 200 auf 170 Bp. In die­sem Um­feld wur­den auch die am Don­ners­tag lan­cier­ten fünf­bis zwan­zig­jäh­ri­gen spa­ni­schen Staats­an­lei­hen im Vo­lu­men von 4,2 Mrd. € gut auf­ge­nom­men.

Auch das fran­zö­si­sche Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um hat­te trotz un­ver­än­dert ex­trem tie­fer Ren­di­ten kei­ne Pro­ble­me, das An­ge­bot von 9,4 Mrd. € mit drei- bis dreis­sig­jäh­ri­gen Emis­sio­nen un­ter­zu­brin­gen. Er­heb­li­chem Druck aus­ge­setzt wa­ren in­des bri­ti­sche Staats­an­lei­hen, die un­ter der mit 2,9% über­ra­schend hoch aus­ge­fal­le­nen In­fla­ti­ons­ra­te lit­ten, was sich zwar pri­mär mit der Schwä­che des Pfun­des er­klärt, aber die Bank von En­g­land un­ter Hand­lungs­druck setzt, den ul­tra­ex­pan­si­ven geld­po­li­ti­schen Kurs zu­rück­zu­fah­ren.

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