Schwei­zer Bio­tech lockt Al­pha­bet und No­var­tis

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Der In­no­va­ti­ons­be­darf in der Phar­ma­bran­che ist gross. Nur so kön­nen Kon­zer­ne wie No­var­tis ho­he Prei­se für Me­di­ka­men­te recht­fer­ti­gen, wäh­rend im­mer mehr Ori­gi­nal­prä­pa­ra­te ih­ren Pa­tent­schutz ver­lie­ren. In ei­ner am Di­ens­tag vor­ge­stell­ten Stu­die iden­ti­fi­zier­te das Be­ra­tungs­un­ter­neh­men EY ei­ne hö­he­re Er­folgs­ra­te bei Wirk­stof­fEnt­wick­lun­gen als ei­ner von fünf kri­ti­schen Er­folgs­fak­to­ren. Das be­deu­tet: No­var­tis & Co. müs­sen bei der Aus­wahl ih­rer Pro­jek­te noch bes­ser se­lek­tio­nie­ren als bis­her.

Die Bas­ler in­ves­tie­ren in ei­nen neu­en Fonds der Li­fe-Sci­ence-In­vest­ment­ge­sell­schaft Me­dicxi aus Gross­bri­tan­ni­en. Ein wei­te­rer An­ker­ak­tio­när ist Ve­ri­ly, der Li­feSci­ence-Arm der Goog­le-Mut­ter Al­pha­bet (frü­her Goog­le Li­fe Sci­en­ces).

«Wir si­chern uns so in­di­rekt den Zu­gang zu Er­kennt­nis­sen zu Arz­nei­mit­teln in der spä­te­ren Pha­se», er­klärt No­var­tis zu dem Vor­ha­ben. Prio­ri­täts­rech­te ha­be man aber kei­ne. Der 300-Mio.-$-Fonds mit dem Na­men MG1 legt in Bio­tech-Un­ter­neh­men aus Eu­ro­pa an, die min­des­tens ein Prä­pa­rat in der Pha­se II ha­ben. Wäh­rend die­sen Tests an Pa­ti­en­ten geht es zum ers­ten Mal um die Wirk­sam­keit ei­nes Me­di­ka­ments. In wel­che Un­ter­neh­men No­var­tis und Al­pha­bet Ein­blick ge­win­nen wird, ist nicht be­kannt. In der Schweiz kä­men prak­tisch al­le ko­tier­ten Ge­sell­schaf­ten in Fra­ge. Von der Ac­te­li­on-Nach­fol­ger­ge­sell­schaft Idor­sia bis hin zu Ku­ros ver­fü­gen al­le über Pha­se-II-Wirk­stof­fe.

Be­kannt ist, dass Me­dicxi durch an­de­re Ve­hi­kel be­reits in Mole­cu­lar Part­ners und in Ob­se­va in­ves­tiert ist. Mole­cu­lar kon­zen­triert sich auf Oph­tal­mo­lo­gie und On­ko­lo­gie. Ko­tiert ist sie in der Schweiz. Ob­se­va ist auf Wirk­stof­fe im Be­reich Ge­burts­hil­fe spe­zia­li­siert. Die Ge­sell­schaft hat im Ja­nu­ar er­folg­reich den Schritt an die USTech­no­lo­gie­bör­se Nas­daq ge­wagt.

Auch bei Ad­dex sind Me­dicxi gut be­kannt. Die Bri­ten wa­ren beim Gen­fer Bio­tech-Un­ter­neh­men bis An­fang des Jah­res 2010 in­ves­tiert. Nach ent­täu­schen­den Tests zu ei­nem Prä­pa­rat ge­gen die Re­flux­krank­heit ha­ben sie ihr En­ga­ge­ment von über 10% je­doch kom­plett ab­ge­baut.

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