Gold­bach Group hat die Kur­ve ge­kriegt

Finanz und Wirtschaft - - KONSUM -

In der Er­folgs­rech­nung des Wer­be­ver­mark­ters Gold­bach Group zeigt sich je­weils ei­ne Be­son­der­heit: Aus dem Er­geb­nis sind im­mer ho­he Min­der­heits­an­tei­le her­aus­zu­rech­nen. Vom Grup­pen­ge­winn 2016 von 22,9 Mio. Fr. be­an­spruch­ten die Min­der­hei­ten ei­nen An­teil von 14,1 Mio. Fr. Auf die Gold­bach-Ak­tio­nä­re ent­fie­len nur 8,8 Mio. Fr.

Die Haupt­ein­nah­me­quel­le ist die Ver­mitt­lung von TVWer­bung im Haupt­markt Schweiz, was um die 70% des Jah­res­um­sat­zes ein­bringt. Gold­bach ist der ein­zi­ge Ver­mark­ter von Schwei­zer Wer­be­fens­tern der pri­va­ten deut­schen TVSen­der wie RTL, Sat1 oder ProSie­ben. Zu­stän­dig für die­ses Ge­schäft ist die Grup­pen­to­cher Gold­bach Me­dia (Swit­z­er­land), an der Gold­bach selbst aber nur 50% der Stimm­rech­te und 54% des Ka­pi­tals hält. Der Rest ge­hört den Part­nern RTL Group und ProSie­benSat.1. Da­mit er­klärt sich der gros­se An­teil der Min­der­hei­ten am Grup­pen­er­geb­nis von Gold­bach.

Das Kern­ge­schäft mit der Ver­mark­tung und Ver­mitt­lung von TV- und auch Ra­dio­wer­bung hat stets at­trak­ti­ve Cash­flows ge­ne­riert. Die zu­ge­flos­se­nen Mit­tel setz­te Gold­bach für ei­nen Ex­pan­si­ons­kurs ein. So wur­de 2008 der in Deutsch­land ko­tier­te und in Län­dern wie Po­len, Tsche­chi­en oder Ru­mä­ni­en tä­ti­ge On­li­ne­wer­be­ver­mark­ter ARBO­me­dia über­nom­men. Der Zu­kauf stell­te sich als teu­rer Fehl­schlag her­aus.

An­fang 2014 über­nahm Mi­chi Frank das Zep­ter als CEO der Gold­bach Group, kurz da­vor war Lu­kas Leu­en­ber­ger als Fi­nanz­chef an­ge­tre­ten. Un­ter Ver­wal­tungs­rats­prä­si­dent Jens Al­der be­en­de­te die neue Füh­rung die Aus­land­aben­teu­er. Heu­te kon­zen­triert sich Gold­bach auf die Re­gi­on DACH, al­so auf Deutsch­land, Ös­ter­reich so­wie die Schweiz, wo der Gross­teil des Um­sat­zes an­fällt. Das Un­ter­neh­men aus Küs­nacht sieht sich da­bei als neu­tra­ler Ag­gre­ga­tor und Ver­käu­fer von di­gi­ta­lem Wer­bein­ven­tar. Das Ge­schäfts­mo­dell hat den Vor­teil, dass es nicht ka­pi­tal­in­ten­siv ist. 68% der Kos­ten ent­fie­len zu­letzt auf den Per­so­nal­auf­wand (vgl. Gra­fik 1).

Un­ge­ach­tet man­cher Un­ken­ru­fe läuft das Ge­schäft gut, ge­ra­de mit TV-Wer­bung. Das zei­gen die Zah­len der Stif­tung Wer­be­sta­tis­tik Schweiz: 2016 stieg der Net­to­wer­be­um­satz beim Fern­se­hen (in­klu­si­ve Spon­so­ring) um 2,4%. Pri­va­te Schwei­zer Sen­der und aus­län­di­sche Wer­be­fens­ter ver­zeich­ne­ten ein Plus, wäh­rend die öf­fent­li­chen Sen­der et­was ver­lo­ren. Das heisst auch, die von Gold­bach ver­mark­te­ten Sen­dern ha­ben ins­ge­samt ge­gen­über SRG An­tei­le am Wer­be­ku­chen da­zu­ge­won­nen. Die­ser Trend dürf­te sich fort­set­zen.

Für 2017 hat Gold­bach pro­gnos­ti­ziert, dass der Ge­winn der Ak­tio­nä­re auf 9 bis 11 Mio. Fr. stei­gen wird. So soll­te auch die Di­vi­den­de zu­neh­men (vgl. Gra­fik 2). Mit ei­ner ge­schätz­ten Di­vi­den­den­ren­di­te von über 4% und ei­nem Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis 2017 von un­ter 19 sind die Ak­ti­en nicht aus­ge­reizt.

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