Neue Kurs­fan­ta­sie treibt CS

Finanz und Wirtschaft - - FINANZ - RK

Seit An­fang die­ser Wo­che be­fin­den sich die Ti­tel der Schwei­zer Gross­bank im Auf­wind. Al­lein am Mon­tag ha­ben die CS-Ak­ti­en ei­nen Sprung von 4% ge­macht.

Aus­lö­ser war ei­ne Fül­le von po­si­ti­ven Ana­lys­ten­be­rich­ten, die al­le am Mon­tag ver­öf­fent­licht wur­den. Dies, nach­dem die Schwei­ge­pflicht für Ana­lys­ten ab­ge­lau­fen war, de­ren Häu­ser in die Ka­pi­tal­er­hö­hung der Cre­dit Suis­se um 4 Mrd. Fr. in­vol­viert wa­ren, dar­un­ter Ci­ti, Mor­gan St­an­ley, die Deut­sche Bank, Von­to­bel so­wie die Zürcher Kan­to­nal­bank.

Die neu­en Be­rich­te zeu­gen teil­wei­se von er­staun­li­chem Op­ti­mis­mus: Ei­ner­seits rech­nen die Ana­lys­ten durch das Be­hal­ten des Schwei­zer Ge­schäfts zwar künf­tig mit ei­nem hö­he­ren Grup­pen­er­geb­nis der CS. Auf Stu­fe Ak­tie er­war­ten sie we­gen der Ver­wäs­se­rung aber den­noch ei­nen tie­fe­ren Ge­winn als noch vor der Ka­pi­tal­er­hö­hung. Trotz­dem: Gleich fünf Ana­lys­ten ha­ben die Be­richt­er­stat­tung mit ei­ner Kauf­emp­feh­lung wie­der auf­ge­nom­men. Ein­zig Von­to­bel bleibt mit «Hold» und ei­nem Kurs­ziel von 13.50 Fr. zu­rück­hal­tend.

Mit ei­nem Kurs­ziel von 19 Fr. je Ak­tie sind die Ana­lys­ten von Ci­ti am po­si­tivs­ten ein­ge­stellt. Für sie ist CS die «be­vor­zug­te Schwei­zer Bank­ak­tie». Die Ka­pi­tal­er­hö­hung ha­be ei­ne Haupt­sor­ge der In­ves­to­ren be­sei­tigt, ar­gu­men­tie­ren sie. Aus­ser­dem rech­nen sie da­mit, dass das Ma­nage­ment den Um­bau wie ge­wünscht vor­an­brin­gen – und teil­wei­se noch po­si­tiv über­ra­schen wird. Sie sind da­mit deut­lich zu­ver­sicht­li­cher als die Er­war­tun­gen, die der CS-Kurs ge­gen­wär­tig spie­gelt. Cre­dit Suis­se sei «die bes­te Re­struk­tu­rie­rungs­ge­schich­te Eu­ro­pas», fin­den auch die Ana­lys­ten von Mor­gan St­an­ley und se­hen ein Kur­s­po­ten­zi­al von 20%. Ein­zig der Von­to­bel-Ana­lyst bleibt skep­tisch, dass CS «in vor­her­seh­ba­rer Zeit» ei­ne ge­nü­gen­de Ren­ta­bi­li­tät wird er­rei­chen kön­nen. Ein Ab­schlag auf dem Buch­wert sei da­mit ge­recht­fer­tigt.

Ein Kon­sens zeich­net sich neu ein­zig dar­in ab, wie die vom Ma­nage­ment kryp­tisch for­mu­lier­te Di­vi­den­den­pro­gno­se zu in­ter­pre­tie­ren ist: Cre­dit Suis­se will künf­tig kei­ne Di­vi­den­den in Form neu­er Ak­ti­en mehr an­bie­ten, son­dern rei­ne Bar­di­vi­den­den aus­schüt­ten. Der Mit­tel­ab­fluss je Ak­tie soll aber nicht stei­gen. Da­mit zeich­net sich ei­ne dras­ti­sche Di­vi­den­den­kür­zung ab: Statt mit bis­lang 70 Rp. pro Ak­tie rech­nen die Ana­lys­ten für das lau­fen­de Ge­schäfts­jahr neu mit we­ni­ger als der Hälf­te.

Be­reits für das fol­gen­de Jahr ge­hen die Di­vi­den­den­schät­zun­gen je­doch wie­der deut­lich aus­ein­an­der: Von­to­bel rech­net mit 40 Rp. je Ak­tie. Die Ana­lys­ten von Ci­ti se­hen das frü­he­re Ni­veau von 70 Rp. be­reits wie­der in Reich­wei­te. Grund für die Dif­fe­renz sind di­ver­gie­ren­de An­nah­men be­züg­lich des künf­ti­gen Ge­winn­po­ten­zi­als der Bank. Al­le Fi­nanz­da­ten zu Cre­dit Suis­se im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/CSGN

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