Dem Stru­del ent­ron­nen

Finanz und Wirtschaft - - UNTERNEHMEN - GA

Et­was mehr als ein Jahr ist es her, als Leer­ver­käu­fer zum An­griff auf die Ak­ti­en des gröss­ten deut­schen Pla­kat­wer­bers blie­sen. Erst we­ni­ge Mo­na­te zu­vor wa­ren die Ti­tel in den MDax auf­ge­nom­men wor­den, der die wich­tigs­ten deut­schen Mid Caps ent­hält. Der Auf­schwung von Strö­er (Frank­furt, SAX, Kurs 55.62 €, Markt­wert 3070 Mio. €) wur­de jäh ge­stoppt. Be­den­ken zum or­ga­ni­schen Wachs­tum, den aus­ge­wie­se­nen Ge­winn­zah­len so­wie Ma­nage­ment­prak­ti­ken hat­ten den Sturm aus­ge­löst.

Vier­zehn Mo­na­te spä­ter ha­ben sich die vom Ak­ti­vis­ten Mud­dy Wa­ters her­vor­ge­ru­fe­nen Wo­gen ge­legt. Der Ak­ti­en­kurs er­holt sich und das Un­ter­neh­men kann sich auf das Ge­schäft kon­zen­trie­ren. Im ers­ten Quar­tal stei­ger­te Strö­er den Um­satz or­ga­nisch fast 9%, in­klu­si­ve Ak­qui­si­tio­nen stieg das Ge­schäfts­vo­lu­men 24% auf 281 Mio. €. Für das gan­ze Jahr stellt Udo Mül­ler, Grün­der und CoCEO, 1,3 Mrd. € Um­satz in Aus­sicht.

Di­gi­tal im Fo­kus

Strö­er grup­piert das Ge­schäft mit Aus­sen­wer­bung in die zwei Seg­men­te Deutsch­land und In­ter­na­tio­nal. Da­zu kommt als drit­tes Stand­bein das Di­gi­tal­ge­schäft, in das gros­se Hoff­nun­gen ge­setzt wer­den. Die­ses Seg­ment bau­te im ers­ten Quar­tal den Um­satz über al­le Pro­dukt­grup­pen hin­weg aus. Mit 148 Mio. € (+59% dank Ak­qui­si­tio­nen) trägt es über die Hälf­te zum Grup­pen­um­satz bei. Zum Be­reich zählt t-on­li­ne.de, das nach ei­ge­nen An­ga­ben reich­wei­ten­stärks­te News­por­tal Deutsch­lands.

Im Seg­ment Out of Ho­me Deutsch­land (Aus­sen­wer­bung, Um­satz 114 Mio. €) ge­lang im ers­ten Quar­tal ei­ne Um­satz­stei­ge­rung um gut 5%. Ver­hal­ten ent­wi­ckel­te sich da­ge­gen das in­ter­na­tio­na­le Ge­schäft (–11% auf 26,6 Mio. €). Die po­li­tisch an­ge­spann­te La­ge in der Tür­kei so­wie der Wett­be­werb in Po­len drück­ten auf das Ge­schäft. Das Rie­sen­pos­ter­ge­schäft in We­st­eu­ro­pa (Blow-upG­rup­pe) ver­moch­te die­sen Rück­gang nur teil­wei­se zu kom­pen­sie­ren.

Nicht aus­ge­reizt

Auch in der Ver­bes­se­rung der Pro­fi­ta­bi­li­tät ist Strö­er mit Aus­nah­me des Be­reichs In­ter­na­tio­nal so­li­de un­ter­wegs. Der Ge­winn nahm 18% auf 25 Mio. € zu. Die Ebit­da-Mar­ge lag in den gros­sen Seg­men­ten um 23%, und we­gen ho­her In­ves­ti­tio­nen da­mit et­wa auf Vor­jah­res­hö­he. Für das gan­ze Jahr er­war­tet das Un­ter­neh­men 320 Mio. € Be­triebs­ge­winn (Ebit­da, Mar­ge 24,6%). Zum Ver­gleich: APG aus der Schweiz wies für 2016 ei­ne Ebit­da-Mar­ge von 24,8% aus.

Die MDax-Wer­te Strö­er ste­hen bei ei­ner Mehr­zahl der Ana­lys­ten auf der Emp­feh­lungs­lis­te (14 Kau­fen, zwei Hal­ten). Sie schät­zen das Ge­schäfts­mo­dell, das dem dy­na­mi­schen Di­gi­tal­sek­tor die nö­ti­ge Be­ach­tung schenkt. Ei­ne deut­lich zwei­stel­li­ge Ge­winn­zu­nah­me dürf­te 2017 und 2018 die Fol­ge sein. Die Zwölf-Mo­nats-Kurs­zie­le der Ana­lys­ten schwan­ken zwi­schen 56.50 und 72 €. Po­ten­zi­al ist so­mit vor­han­den.

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