Die Gros­sen ent­de­cken das Schie­fe­r­öl und -gas

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Lan­ge ha­ben sie ge­war­tet und das Feld den klei­ne­ren und mit­tel­gros­sen Öl- und Gas­un­ter­neh­men über­las­sen. Jetzt aber stei­gen auch die gros­sen Öl- und Gas­kon­zer­ne, die Mul­tis und Su­per Ma­jors, in das Ge­schäft mit Schie­fe­r­öl und -gas ein. Chev­ron et­wa will in den nächs­ten zehn Jah­ren ge­schätz­te 15 Mrd. $ in För­der­pro­jek­te im Per­mi­an Ba­sin, dem zwi­schen Te­xas und New Me­xi­co ge­le­ge­nen Epi­zen­trum der zwei­ten Wel­le des US-Schie­fer­booms, in­ves­tie­ren. Der Su­per Ma­jor hält dort Land, das bis zu 18 Mrd. Fass Öl und Gas ent­hal­ten könn­te.

Auch Exxon Mo­bil, der welt­gröss­te ko­tier­te Öl- und Gas­kon­zern, ist auf den Zug auf­ge­sprun­gen. Im Ja­nu­ar ver­dop­pel­te der Su­per Ma­jor sei­ne Re­ser­ven im Per­mi­an Ba­sin durch Land­käu­fe in der Hö­he von 6,6 Mrd. $. Zwi­schen 2018 und 2020 sol­len die Hälf­te der rund 50 Mrd. $, die Exxon in die Öl- und Gas­för­de­rung in­ves­tie­ren will, in die­ses Bas­sin, nach North Da­ko­ta und an­de­re Schie­fer­ge­bie­te in den USA flies­sen.

Das lan­ge Zu­war­ten der Mul­tis und Su­per Ma­jors hat sei­ne Grün­de. Die ers­te Wel­le des Schie­fer­booms er­schüt­ter­te die Öl­märk­te und half mit, zu­sam­men mit der Auf­he­bung der För­der­be­schrän­kun­gen durch das Öl­ex­port­kar­tell Opec, den Preis für das schwar­ze Gold in den Kel­ler sin­ken zu las­sen. Zu­letzt liess sich mit Schie­fe­r­öl, das re­la­tiv teu­er ist in der För­de­rung, kein Geld mehr ver­die­nen. Die dreis­sig gröss­ten US-Schie­fe­röl­pro­du­zen­ten mach­ten denn auch in den ver­gan­ge­nen zwei Jah­ren Ver­lus­te von ins­ge­samt 130 Mrd. $. Das schreck­te die Mul­tis und Su­per Ma­jors ab, die viel Cash ge­ne­rie­ren müs­sen, um ih­re ho­hen Aus­schüt­tun­gen an die Ak­tio­nä­re fi­nan­zie­ren zu kön­nen.

Auch sind die gros­sen Kon­zer­ne lang­sa­mer im Ent­wi­ckeln und Ad­op­tie­ren neu­er Tech­no­lo­gi­en wie dem ho­ri­zon­ta­len Boh­ren und dem Fracking. Jetzt aber, wo die­se Tech­no­lo­gi­en reif und kos­ten­güns­ti­ger ge­wor­den sind, ha­ben auch die Mul­tis und Su­per Ma­jors das Schie­fer­ge­schäft ent­deckt. Zu­dem ha­ben sie ge­merkt, dass sich mit klei­nen Schie­fer­pro­jek­ten schnel­ler Pro­fit ma­chen lässt als mit teu­ren Me­ga­pro­jek­ten in der Tief­see oder in der Ark­tis, die ei­ne sehr lan­ge Ent­wick­lungs­zeit auf­wei­sen und erst noch mehr tech­no­lo­gi­sche, öko­lo­gi­sche und fi­nan­zi­el­le Ri­si­ken ber­gen.

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