Dia­log-Ak­ti­en no­tie­ren mit Ab­schlag

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Das Gros des Um­sat­zes von 1,2 Mrd. $ hat Dia­log Se­mi­con­duc­tor 2016 im Be­reich mo­bi­le Sys­te­me er­wirt­schaf­tet, in ers­ter Li­nie mit Ener­gie­ma­nage­ment (vgl. Gra­fik 1). Die Be­rei­che Ener­gie­um­wand­lung und Blue­tooth-Ver­bin­dun­gen wach­sen al­ler­dings. Ge­tra­gen wird das Ge­schäft die­ses Jahr, so CEO Ja­l­al Bag­her­li, wei­ter vom Smart­pho­neSeg­ment. «Für 2017 rech­nen wir mit Wachs­tum bei un­se­ren Kom­po­nen­ten für Smart­pho­nes. Teils kön­nen wir mehr Kom­po­nen­ten lie­fern für die Ge­rä­te be­ste­hen­der Kun­den, teils neue Kun­den ge­win­nen.»

Ei­ne Rei­he von chi­ne­si­schen und ko­rea­ni­schen Smart­pho­ne-Her­stel­lern pla­ne für das zwei­te Halb­jahr Pro­duk­te mit Dia­log-Se­mi­con­duc­tor-Chips. Das ist be­mer­kens­wert, weil dies auf we­ni­ger Ab­hän­gig­keit von App­le hin­deu­ten könn­te. Der Kon­zern steht für drei Vier­tel des Dia­log-Um­sat­zes. Die ko­rea­ni­sche Samsung hin­ge­gen, Num­mer zwei im Smart­pho­ne-Sek­tor, ver­ant­wor­tet ge­mäss Ana­lys­ten we­ni­ger als 5%. So könn­ten ne­ben neu­en iPho­nes und dem Laut­spre­cher­sys­tem Ho­mePod von App­le, in de­nen Dia­log-Chips mit Si­cher­heit ver­tre­ten sind, auch Samsung-Pro­duk­te für bes­se­re Zah­len sor­gen. «Mit Blick auf un­se­ren Auf­trags­ein­gang und die neu­en Pro­duk­te, die im zwei­ten Halb­jahr kom­men, ha­ben wir ein sehr gu­tes Ge­fühl für 2017», sagt Bag­her­li. In Ver­gan­gen­heit konn­te Dia­log sich be­reits aus der Ab­hän­gig­keit von Gross­kun­den lö­sen (vgl. Gra­fik 2).

Bar­clays rech­net mit ei­nem Kurs-Ge­win­nVer­hält­nis 2018 von 12 für Dia­log Se­mi­con­duc­tor. Zum Ver­gleich: Für AMS setzt das Wert­schrif­ten­haus 28 an. Dia­log-Ak­ti­en wer­den tra­di­tio­nell mit Be­wer­tungs­ab­schlag ge­han­delt we­gen der Ab­hän­gig­keit von nur ei­nem Kun­den (vgl. Haupt­text). Bag­her­li rech­net da­mit, dass sich das än­dert. «Mit der Zeit wird sich der Ab­schlag un­se­rer Ak­ti­en ge­gen­über Ri­va­len re­du­zie­ren, al­lein schon weil wir in so vie­len Fel­dern stark wach­sen.»

Mit­te Ju­li wird die drit­te Tran­che ei­nes Ak­ti­en­rück­kauf­pro­gramms ab­ge­schlos­sen. Seit Mai ver­gan­ge­nen Jah­res hät­te das Un­ter­neh­men dann 168 Mio. € an ei­ge­nen Pa­pie­ren zu­rück­ge­nom­men. Mit ei­nem Rück­kauf­pro­gramm sei Dia­log fle­xi­bler als mit ei­ner Di­vi­den­de. «Ein stark wach­sen­des Un­ter­neh­men kann im­mer ein­mal ei­nen er­höh­ten Be­darf an Li­qui­di­tät ha­ben, et­wa im Fall ei­ner Ak­qui­si­ti­on», sagt Bag­her­li. Ein sol­cher Schritt scheint ak­tu­ell wahr­schein­lich. Kurz­fris­tig über­wie­gen die Chan­cen, mit­tel­fris­tig die Ge­fah­ren – so­lan­ge nicht klar ist, wann dem Un­ter­neh­men mehr Un­ab­hän­gig­keit von App­le ge­lingt.

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