Fra­ge­zei­chen zum Aram­co-Bör­sen­gang

Finanz und Wirtschaft - - ROHSTOFFE/DERIVATIVE INSTRUMENTE - JE­RE­MY BA­KER,

Der 2018 ge­plan­te Bör­sen­gang der sau­di­schen Erd­öl­ge­sell­schaft Aram­co soll ge­mäss Schät­zun­gen bis 400 Mrd. $ ein­brin­gen. Der Ge­samt­wert von Aram­co wird zwi­schen 1 und 2 Bio. $ ver­an­schlagt. Doch nach der an­fäng­li­chen Be­geis­te­rung für den De­al be­gin­nen die Ex­per­ten zu zwei­feln. Auch be­züg­lich der Trans­pa­renz gibt es Be­den­ken.

Im Ener­gie­sek­tor wer­den die Un­ter­neh­men ge­mäss ih­ren Ölund -Gas­re­ser­ven be­wer­tet. Doch Be­grif­fe Re­ser­ven und Res­sour­cen wer­den häu­fig ver­mischt. Zu den Re­ser­ven zählt nur das Öl­vo­lu­men, des­sen För­de­rung zum ge­ge­be­nen Markt­preis wirt­schaft­lich ist. Die Re­ser­ven von Aram­co wer­den auf rund 260 Mrd. Fass ge­schätzt. Im Zu­ge der Vor­be­rei­tun­gen des Bör­sen­gangs hat das Un­ter­neh­men et­was mehr über sei­nen «hei­li­gen Gral» preis­ge­ge­ben, doch in Sa­chen Trans­pa­renz ist Aram­co im­mer noch weit von den Stan­dards der gros­sen ko­tier­ten Erd­öl­ge­sell­schaf­ten ent­fernt. Auch über das Ni­veau der Er­schöp­fung der Öl­fel­der sind nur we­nig In­for­ma­tio­nen er­hält­lich. Be­kannt ist nur, dass die sau­di­sche Pro­duk­ti­on über die ver­gan­ge­nen Jahr­zehn­te mehr oder we­ni­ger kon­stant war, die aus­ge­wie­se­nen Re­ser­ven aber nicht ge­schrumpft sind. Für In­ves­to­ren, die we­gen der Aus­sicht auf stei­gen­de Ka­pi­tal­ren­di­ten und Di­vi­den­den an den Ak­ti­en von Aram­co in­ter­es­siert sind, könn­te ei­ne Teil­nah­me am Bör­sen­gang zur In­ves­ti­ti­on in ei­ne Black Box wer­den, de­ren Be­wer­tung viel nied­ri­ger ist als an­ge­nom­men.

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