Moun­ties

Finanz und Wirtschaft - - MEINUNG -

Was hält ein bunt­sche­cki­ges Ein­wan­de­rer­volk in ei­nem weit­läu­fi­gen Land zu­sam­men? In Ka­na­da si­cher Eis­ho­ckey – und wahr­schein­lich die Roy­al Ca­na­di­an Moun­ted Po­li­ce (Gen­dar­me­rie roya­le du Ca­na­da, es ist schliess­lich al­les zwei­spra­chig). Die «Moun­ties» wir­ken werk­tags in diskre­ter Strei­fen- po­li­zei-Mon­tur, zu fei­er­li­chen An­läs­sen aber ent­fal­ten sie ih­ren Gla­mour: Dann tra­ben Ein­hei­ten hoch zu Ross in Pa­ra­de­uni­form an, Waf­fen­rock in bri­ti­schem Rot – als Kon­trast zum Yan­kee-Blau –, Bree­ches, Reit­s­tie­fel, breit­krem­pi­ger Hut. Nächs­ten Sams­tag wer­den die na­tio­na­len Ord­nungs­hü­ter zur Ga­la auf­rei­ten: Ka­na­da wird 150 Jah­re alt. Am 1. Ju­li 1867 trat der Bri­tish North Ame­ri­ca Act in Kraft. London ver­ein­te Ka­na­da (spä­ter auf­ge­teilt in On­ta­rio und Qué­bec), Neu-

braun­schweig und Neu­schott­land zu ei­nem Do­mi­ni­on, mit ei­ge­nem Par­la­ment und ei­ge­ner Re­gie­rung. Es folg­ten bis 1982, dem Ab­schluss die­ses Pro­zes­ses, noch zwan­zig wei­te­re BNA Acts aus West­mins­ter. Die Flag­ge mit dem Ahorn­blatt weht erst seit 1965, vor­her flat­ter­te ei­ne Uni­on-Jack-Va­ri­an­te. Was bleibt: Das Staats­ober­haupt re­si­diert im Bucking­hamPa­last. Das stört nicht mal mehr die Fran­ko­pho­nen be­son­ders. Bloss sin­gen die am 1. Ju­li statt «O Ca­na­da» «Ô Ca­na­da».

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