Sun­ri­se-Ak­ti­en ste­chen Swiss­com dank Di­vi­den­den­fan­ta­sie aus

Finanz und Wirtschaft - - TELECOM -

Ein sta­gnie­ren­der bis leicht rück­läu­fi­ger Um­satz und Mar­gen­druck sind nicht nur für Swiss­com ein The­ma, son­dern auch für Sun­ri­se (vgl. Grafik 1). Wäh­rend die Ak­ti­en des klei­ne­ren Ri­va­len aber in den ver­gan­ge­nen zwölf Mo­na­ten Auf­trieb hat­ten, lit­ten Swiss­com zu­letzt un­ter re­gu­la­to­ri­schen bzw. po­li­ti­schen Un­si­cher­hei­ten (u. a. Ser­vice-Pu­b­li­cInitia­ti­ve) und kri­ti­schen Ana­lys­ten­stim­men.

Ak­tu­ell spricht sich je­der fünf­te Ana­lyst für Swiss­com und je­der drit­te für Sun­ri­se aus. Wäh­rend Swiss­com seit Jah­ren sta­bi­le 22 Fr. je Ak­tie Di­vi­den­de aus­zahlt, sind die Aus­sich­ten auf stei­gen­de Aus­schüt­tun­gen bei Sun­ri­se in­takt. An­le­gern win­ken für das lau­fen­de Jahr 4,7 bzw. 4,4% Ren­di­te. Die bes- se­ren Di­vi­den­den­aus­sich­ten von Sun­ri­se spie­geln sich in ei­ner hö­he­ren Be­wer­tung, ge­mes­sen am Un­ter­neh­mens­wert zum ge­schätz­ten Ebit­da für 2017 (7,7 vs. 8,4). Ein Ver­gleich via Kurs-Ge­winn-Ver­hält­nis ist auf­grund der un­ter­schied­li­chen Fi­nanz­struk­tu­ren we­ni­ger sinnvoll. Im Fall von Swiss­com fuh­ren An­le­ger mit lan­gem Atem gut, die Ge­samt­ren­di­te plus re­inves­tier­ter Di­vi­den­den be­trägt für zehn Jah­re 78%. Wer die Ti­tel seit drei Jah­ren hält, ge­wann nur 1,9%.

Vom Um­satz im Pri­vat­kun­den­seg­ment ent­fällt nach Schät­zung der Bank Bar­clays rund die Hälf­te auf Swiss­com (vgl. Grafik 2), den Rest tei­len sich Sun­ri­se, Salt, UPC und ei­ni­ge klei­ne Play­er. Die­ser Wert hat sich in den letz­ten Jah­ren kaum be­wegt. Doch nun wird der Wett­be­werb in­ten­si­ver. ZKB-Ana­lyst Andreas Mül­ler sieht vor al­lem Bün­de­l­an­ge­bo­te aus Mo­bil­te­le­fo­nie, Breit­band­In­ter­net, Fernsehen und ge­ge­be­nen­falls auch Fest­netz­te­le­fo­nie im Fo­kus. Swiss­coms im Früh­jahr lan­cier­te neue Ta­ri­fe sieht er nicht zu­letzt als Re­ak­ti­on auf den er­war­te­ten Ein­tritt von Salt in den Fest­netz­markt.

Ge­mäss Ana­lys­ten der Deut­schen Bank könn­te dies im Herbst ge­sche­hen, die Num­mer drei im Schwei­zer Mo­bil­funk­markt will dem­nach zu­nächst 40% der Be­völ­ke­rung in gros­sen Städ­ten er­rei­chen. Im Mo­bil­funk­seg­ment hat Ka­bel­netz­be­trei­ber UPC vor we­ni­gen Ta­gen mit neu­en Ta­ri­fen für Auf- se­hen ge­sorgt. Das Kon­su­men­ten­por­tal Ve­ri­vox sprach von ei­nem «Kampf­preis». Doch gros­se Markt­an­teils­ver­schie­bun­gen bei Swiss­com in den Seg­men­ten Breit­band (54% per En­de 2016), Di­gi­tal-TV (32%) und Mo­bil­funk (60%) sind un­wahr­schein­lich. «Die Prei­selas­ti­zi­tät der Swiss­com-Kun­den ist na­he­zu null», sagt Tele­com­ex­per­te Ralf Bey­e­ler von Ve­ri­vox. Wei­te­re Ta­rif­an­pas­sun­gen in die­sem Som­mer sei­en nicht zu er­war­ten. «Die UPC-Kon­kur­renz dürf­te ab­war­ten, wie das An­ge­bot an­kommt.» Al­le Fi­nanz­da­ten zu Swiss­com im On­li­ne-Ak­ti­en­füh­rer: www.fuw.ch/SCMN

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